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Eine Tierärztin hört ein Pferd ab (Symboldbild)

Pferdehaltung: Tipps und Tricks

Pferde-Krankheiten verstehen: Symptome und Behandlung

Pferde lassen sich viele Krankheiten erst spät anmerken, denn sie wollen keine Beutegreifer auf ihre Schwäche aufmerksam machen. Daher ist es wichtig, Anzeichen für Erkrankungen zu erkennen.

Warendorf – Bei richtiger Haltung, liebevoller Pflege und sorgfältigem Training zeigen sich Pferde als robuste Haustiere, die nur selten an Krankheiten leiden. Trotzdem gibt es einige Symptome und Beschwerden, die bei den Vierbeinern besonders häufig auftreten. Diese „Klassiker“ sollte jeder kennen, der mit den Tieren umgeht und der an deren Pflege und Versorgung beteiligt ist.

Krankheiten der Pferde: Das Lahmen

Pferdebesitzer tragen eine große Verantwortung in Bezug auf die Pferde-Gesundheit. Unter den Krankheiten, an denen Pferde oft leiden, treten insbesondere solche auf, bei denen Lahmen das am stärksten sichtbare Symptom ist. Die Lahmheit ist ein Zeichen für Schmerzen bei der Bewegung der Gliedmaße, daher ist der gewohnte Bewegungsablauf gestört.

Lahmen zeigt sich in unterschiedlichen Ausprägungen:

  • Leichtes Lahmen ist nur im Trab zu erkennen, im Schritt geht das Pferd „klar“ (taktrein und ohne Beeinträchtigung).
  • Stärkeres Lahmen zeigt sich durch einen unsauberen und ungleichmäßigen Bewegungsablauf im Schritt.
  • Sehr starkes Lahmen führt dazu, dass das Pferd das betroffene Bein nicht mehr belasten möchte und das Auftreten vermeidet.

Ob es erforderlich ist, den Tierarzt sofort zu rufen, einen Termin in den nächsten Tagen zu vereinbaren oder erst einmal abzuwarten und das Pferd ruhen zu lassen, hängt vom Grad der Lahmheit und von der vermuteten Ursache ab.

Pferde-Krankheiten: Arten des Lahmens

Neben der Stärke der Lahmheit gibt auch die Art des Lahmens ersten Aufschluss über die möglichen Krankheiten, die die Beschwerden verursachen.

  • Stützbeinlahmheit: Hier ist das Belasten des Beines, also das Auftreten, für das Pferd offensichtlich schmerzhaft. Dieses Lahmen spricht für Krankheiten am Huf, den Bändern oder den Gelenken und Knochen der betroffenen Gliedmaße.
  • Hangbeinlahmheit: In diesem Fall bewegt das Pferd das schmerzhafte Bein weniger weit und raumgreifend nach vorn als die gesunde Seite. Dahinter stecken oft Krankheiten der körpernahen Gelenke wie Schulter, Knie und Hüfte sowie der Nerven oder der Muskulatur.
  • Wechselnde Lahmheit: Treten die Beschwerden immer wieder an anderen Gliedmaßen auf, liegen häufig chronisch-entzündliche Krankheiten der Nerven oder Gelenke vor (zum Beispiel Borreliose nach Zeckenbiss).
  • Diagonale Lahmheit: Zeigt sich das Lahmen beispielsweise vorne rechts und hinten links, konzentrieren sich Experten auf Krankheiten am Hinterbein. Denn schonen Pferde ein Hinterbein, kommt es zur Überlastung des diagonal liegenden Vorderbeins.

Pferde-Krankheiten: Arthrose, Hufrehe und Mauke

Typische Krankheiten, die Pferde lahmen lassen, sind Arthrose, Hufrehe und Mauke. Diese erkennen Pfleger, Reiter und Besitzer an spezifischen Symptomen.

  • Arthrose: Bei Arthrose baut sich der Gelenkknorpel ab, die Bewegung wird schmerzhaft. Anfangs gehen die Pferde steif, später zeigt sich Lahmen und die Beschwerden lassen nach anfänglicher Bewegung etwas nach. Auch schwammig-verdickte Gelenke und verdickte Schleimbeutel (sogenannte Gallen) treten auf. Die endgültige Diagnose stellt der Tierarzt.
  • Hufrehe: Hier entzündet sich die Huflederhaut durch zu gehaltvolle Nahrung. Die Pferde lahmen und verlagern das Gewicht oft auf die Hinterhufe. Die Hufe selbst erscheinen heiß und an der Rückseite ist ein deutliches Pulsieren zu spüren. Hier handelt es sich um einen Notfall, der Tierarzt ist unverzüglich zu verständigen.
  • Mauke: In der Fesselbeuge über dem Huf kommt es zu nässendem und schorfigem Ausschlag, der sich unbehandelt ausbreitet und sogar Lahmen verursachen kann. Kleine Verletzungen führen insbesondere in feuchter Umgebung zum Befall mit Bakterien, Pilzen oder Milben. Trockene Haltungsbedingungen und desinfizierende Salben sorgen schnell für Abhilfe.

Pferde-Krankheiten: Koliken

Koliken sind Bauchschmerzen beim Pferd. Diese entstehen unter anderem durch ungewohntes oder verdorbenes Futter sowie Stress. Krankheiten am Verdauungstrakt der Pferde sind lebensbedrohlich. Zeigt ein Tier Unruhe, Schweißausbrüche in der Box, schaut es zu seinem Bauch, tritt dagegen oder wälzt sich oft, ist sofort ein Tierarzt zu rufen. Bis dieser eintrifft, hilft das Führen, schwere Komplikationen wie Darmverschlingungen zu vermeiden.