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Pferde helfen Menschen: Studie beweist, wie sie Parkinson-Patienten unterstützen

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Von: Lara-Sabrina Kiehl

In der Therapie leisten Pferde einen großartigen Job. Und wie eine Studie beweist, machen sie den auch bei Parkinson-Patienten, indem sie ihnen Lebensqualität schenken.

Rom (Italien) – Wer an Parkinson, einer Erkrankung des zentralen Nervensystems, leidet, hat mit Bewegungsstörungen wie Bewegungsverlangsamung, steifen Muskeln, Zittern oder auch einer instabilen Körperhaltung zu kämpfen. In Deutschland leiden etwa ein bis zwei von 1000 Menschen an der Krankheit. Am häufigsten sind Menschen, die über 50 Jahre alt sind, betroffen. Für sie ist es oft ein bitterer Schicksalsschlag, vor allem auch weil Parkinson bislang nicht heilbar ist.

Pferde helfen Menschen: Studie beweist, wie sie Parkinson-Patienten unterstützen

Auch wenn eine Heilung ausgeschlossen ist, gibt es dennoch Therapiemöglichkeiten, die Hilfe versprechen. Welche Therapien den Menschen helfen, wird in vielen Studien untersucht. So auch in einer italienischen Studie, in der neben den Patienten auch Pferde im Mittelpunkt der Untersuchung standen. Dass sich die Forscherin Anna Berardi und ihre Kollegen dafür entschieden haben, Einsatzmöglichkeiten von Pferden in der Therapie von Parkinson zu untersuchen, hatte auch einen besonderen Grund: Pferde ermöglichen eine physikalische und auch psychologische Therapie. Denn dank ihnen wird sowohl der Körper des Patienten trainiert als auch Emotionen freigesetzt. Für viele Emotionen und Freude sorgt auch Therapiepony „Bambi“, die Patienten im Krankenhaus verzückt.

Pferdepfleger kuschelt mit einem Pferd. (Symbolbild)
Pferde können Menschen viel Halt im Leben geben und sie auch therapeutisch unterstützen. (Symbolbild) © Frank Sorge/Imago

Pferde helfen Menschen: vertrauensvolle Beziehung und gegenseitiges Verständnis

In ihrer Studie untersuchten die Forscher 15 Patienten aus Rom, die sich im zweiten oder dritten Stadium der Krankheit, basierend auf der Hoehn- und Yahr-Skala, befinden. Zweimal in der Woche nahmen sie für jeweils 45 Minuten und über zehn Wochen an der Pferdetherapie teil. Die Forschergruppe setzte in ihrer Studie vor allem auf den Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung und eines gegenseitigen Verständnisses zwischen Patient und Pferd. Dafür putzten und fütterten die Teilnehmer die Pferde, gingen mit ihnen spazieren und lernten ihre Stimme für klare Kommandos einzusetzen.

Pferde helfen Menschen: Lebensqualität von Parkinson-Patienten wird verbessert

Dass therapeutisches Reiten viele Vorteile hat, ist bereits bekannt. So beeinflusst es zum Beispiel die Psyche von Kindern und Erwachsenen positiv und führt auch zu Erfolg bei ADHS-Patienten. Gleichzeitig schult Reiten ideal das Körpergefühl und die Balance und stärkt die Muskulatur. Wie die Studie von Berardi nun beweist, ist damit aber noch nicht genug. Denn Pferde können noch mehr: sie helfen auch Parkinson-Patienten.

„Pferdetherapie, die unterstützend zur traditionellen Behandlung eingesetzt wurde, führte zu statistisch signifikanten Verbesserungen der Arbeitsleistung, Stimmung, Lebensqualität, Gangart und Gleichgewicht der Teilnehmer“, so Berardi. Ihr Wunsch für die Zukunft: Studien sollen noch objektivere Beweise sammeln, in dem zum Beispiel in bildgebenden Verfahren das Gehirn oder auch die Freisetzung von neuroprotektiven Faktoren durch das Reiten untersucht werden. Auch sollten aus ihrer Sicht zukünftig Zusammenhänge mit Medikamenten berücksichtigt werden.

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