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Pferdeanhänger im Sicherheitscheck: Das sollten Sie vor der Fahrt prüfen

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Von: Lara-Sabrina Kiehl

Ab Frühjahr sind immer häufiger auch Pferdeanhänger auf den Straßen zu sehen. Insbesondere vor der ersten Fahrt sollten einige Dinge gecheckt werden.

München – Im Frühling startet nicht nur allmählich die Turniersaison, sondern auch die Urlaubssaison. Für viele Pferdebesitzer ein freudiger Anlass, den Vierbeiner aufzuladen und loszufahren. Doch vor der Fahrt, und insbesondere vor der ersten Fahrt nach der Winterpause, sollte ein Sicherheitscheck des Pferdeanhängers erfolgen. Schließlich sollen alle gesund am Ziel ankommen.

Pferdeanhänger im Sicherheitscheck: Das sollten Sie vor der Fahrt prüfen

Immer wieder wird von schlimmen Unfällen mit Pferdeanhängern berichtet. Oftmals von Fällen, in denen der Hängerboden durchgebrochen ist. Für Pferdebesitzer ein Horrorszenarium, das verheerende Folgen nach sich ziehen kann. Ältere Anhänger mit Holzböden sind dafür besonders anfällig. Nach etwa acht bis 14 Jahren ist der Boden durch gefault und wird brüchig. Steht der Anhänger ungeschützt und wird nass, kann das auch früher passieren.

Durch Abklopfen und durch Testen mit einem Schraubenzieher können Sie verrottete Stellen ausfindig machen. Wer die Möglichkeit hat, auf eine Hebebühne zu fahren, kann den Boden auch von unten prüfen. So können auch gleich das Fahrwerk und die Achsen inspiziert werden. Empfehlenswert ist es, die Gummimatten lose einzulegen und den Boden regelmäßig lüften. Die Böden neuer Pferdeanhängern hingegen sind langlebig und verrotten nicht, da sie aus Aluminium hergestellt werden. Dieses Pony springt während der Fahrt aus dem Anhänger.

Pferdetransporter mit Pferdeanhänger auf der Autobahn. (Symbolbild)
Ein gründlicher Anhänger-Check vor der Fahrt hilft sicher am Ziel anzukommen. (Symbolbild) © Frank Sorge/Imago

Pferdeanhänger im Sicherheitscheck: Ein Blick auf Seitenwände und Rampe

Bei Holzanhängern sind oft auch die Seitenwände angegriffen, da die Feuchtigkeit vom Boden hochzieht. In einer Fachwerkstatt kann das faule Holz herausgeschnitten und ersetzt werden. Polyester-Anhänger sind zwar robust gegen Verrottung, aber auch hier können Schäden an den Wänden auftreten. Besonders empfindlich sind die Bohrstellen, denn hier kann Regenwasser bis zum Holzkern, der zwischen den Wänden verbaut wird, eindringen. Dasselbe gilt auch bei Schäden durch Huftritte.

Die meisten Rampen bestehen ebenfalls aus Holz und sind mit einem Gummibelag überklebt. Schlagspuren auf dem Gummi können auf mögliche Schäden hinweisen. Sollte sich die Rampe nur schwer schließen lassen oder liegt sie ungleichmäßig an den Seitenwänden an, könnte entweder der Hänger oder die Rampe verzogen sein. Das passiert häufig, wenn der Anhänger falsch abgestellt wurde, wie zum Beispiel mit offener Heckklappe. Von daher sollte ein Hänger möglichst auf befestigter Fläche und überdacht stehen. Hier ist ein Pferd als Geisterfahrer unterwegs und verursacht ein Verkehrschaos auf der Autobahn.

Pferdeanhänger im Sicherheitscheck: Reifenkontrolle und der richtige Stehplatz

Auf Wiesen sollte der Anhänger langfristig nicht abgestellt werden, da so die Feuchtigkeit von unten zu Schäden führt. Auch sollte die Handbremse nicht dauerhaft angezogen sein. Oftmals setzt sie sich bei langer Standzeit fest. Damit der Hänger aber trotzdem sicher und fest steht, helfen Unterlegkeile an den Rädern.

Vor der Fahrt sollte auch nochmal ein prüfender Blick auf die Reifen geworfen werden. Vor allem, weil Pferdeanhänger meist mehr stehen als, dass sie unterwegs sind, kommt es häufig zu Haarrissen und spröden Stellen. Auch sollten die Radmuttern nachgezogen und der Reifenluftdruck geprüft werden. Besonders gefährlich wird es, wenn die Reifen zu wenig Luft haben. Denn dadurch werden sie schnell heiß und können platzen. Diesen Pferde-Transport hat die Polizei gestoppt und beendet damit eine Horrorfahrt.

Pferdeanhänger im Sicherheitscheck: Beleuchtung und Bremsen nicht vergessen

Vor jeder Fahrt heißt es auch die Beleuchtung zu prüfen. Dazu gehören die Rück-, Brems-, Blink- und Nebelschlussleuchten sowie die Umriss- und Begrenzungsleuchten. Wenn keine zweite Person zur Hilfe da ist, kann das Gespann auch vor eine nahegelegene spiegelnde Tür gefahren werden, um die hinteren Leuchten zu kontrollieren. Sollte ein Licht nicht gehen, kann das an der Glühbirne selber liegen oder an dem Kontakt des Verbindungssteckers zum Zugfahrzeug. Mit der Zeit können aber auch das Kabel und die Verbindungen beschädigt sein. Diese Ukrainerin ist mit ihren Pferden auf der Flucht und lässt keines ihrer Tiere zurück.

Das Bremssystem eines Pferdeanhängers* besteht in der Regel aus Trommelbremsen und dem Auflaufdämpfer, einem Stoßdämpfer an der Anhängerkupplung. Eine Testfahrt mit leerem Anhänger bietet sich an, um zu testen, ob die Reifen durch eine feststehende Bremse blockiert werden. Ein etwas stärkeres Abbremsen oder vorsichtiges Weiterfahren lockert die Bremsen häufig von alleine wieder. Eine defekte Auflaufbremse kann für das Zugfahrzeug zur enormen Belastung werden, denn es muss die ganze Bremskraft aufbringen. Aber auch für Pferde kann dies sehr unangenehm werden.

Generell sollte den Bremsen und der Auflaufeinrichtung besondere Beachtung entgegengebracht werden. Gerade bei längeren Standzeiten kann Schwitzwasser entstehen. Daher sollten diese wichtigen Teile regelmäßig mit Lagerfett geschmiert werden. Das gilt auch für alle anderen beweglichen Teile wie alle Bolzen und Gelenkteile, das Stützrad, Scharniere an der Heckklappe und den Türen. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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