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Pferdebesitzer rüsten auf: Angst vor dem Wolf ist groß

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Von: Anna Katharina Küsters

In Niedersachsen sollen mittlerweile 44 Wolfsrudel leben. Die Sorge bei Pferdebesitzern ist groß. Besonders Fohlen sind nur schwer zu beschützen.

Der Wolf ist in Deutschland ein geschütztes Tier, dem in Deutschland ein Recht auf unversehrtes Leben zusteht. Das bedeutet auch, dass sie nicht unter das Jagdrecht fallen. Dadurch sollen die Tiere langfristig einen lebensfähigen Bestand aufbauen können und sich in Deutschland wieder verbreiten können. In Niedersachsen scheint diese Strategie aufzugehen, denn momentan soll es dort etwa 44 Wolfsrudel geben. Pferdezüchter schlagen nun aber Alarm: Sie wissen nicht, wie sie ihre Tiere ausreichend vor den Wölfen schützen können.

Pferdebesitzer rüsten auf: Angst vor Wolf ist groß

Zu sehen ist ein ausgewachsener Wolf, der auf einem Erdhügel liegt. (Symbolbild)
In Niedersachsen leben mittlerweile etwa 350 Wölfe. © Frank Sommariva/Imago

In Niedersachsen haben sich in den vergangenen Jahren etwa 350 Wölfe angesiedelt, von denen einige Tiere durchaus auch die Nähe von Menschen suchen und nachts durch die Bebauung streifen. Wölfe sind per se nicht für den Menschen gefährlich, Sorgen machen sich die Bewohnerinnen und Bewohner in Niedersachsen viel mehr um ihre Pferde. Erst vor Kurzem musste die Familie von Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, erfahren, welche Kraft Wölfe haben können. Das 30-jährige Pony Dolly wurde tot auf der Weide der Familie gefunden. Bissspuren am Tier deuten darauf hin, dass ein Wolf das Pony riss.

Deswegen rüsten einige Pferdezüchter jetzt auf, berichtet der Norddeutsche Rundfunk. Sie versuchen sich beispielsweise mit folgenden Mitteln zu schützen:

Angestellte einer Sicherheitsfirma überprüfen alle zehn Minuten die Bilder der Überwachungskameras und melden Pferdebesitzern sofort, wenn die Herde unruhig ist, ständig in eine Richtung schaut oder sonst etwas auffällig ist. So haben die Besitzer die Chance, auch nachts noch rechtzeitig zur Weide zu fahren und ihre Pferde zu verteidigen. Besonders schlafende Fohlen im Gras haben gegen den Angriff eines Wolfs in der Regel keine Chance. Ihre Mütter können meist nicht so schnell herbei eilen, um ihre Fohlen zu beschützen.

Einige der Pferdebesitzer hadern zurzeit aufgrund der Gefahr für ihre Pferde mit dem strengen Wolfsschutz. Sie fühlen sich allein gelassen, denn für die Entsorgung der toten Pferdekadaver sind in der Regel die Besitzer zuständig. Wie in Zukunft mit der steigenden Wolfspopulation in Niedersachsen umgegangen wird, ist noch offen.

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