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Ein Reiter stürzt von seinem Pferd (Symbolbild)

Versicherungen, Haftungsfragen

Pferderecht: Was ist zu tun bei Unfällen oder im Stall? Urteile

Mit Pferderecht sollten sich alle Pferdebesitzer vertraut machen. Verletzungen durch Tritte, Erkrankungen der Pferde, Reitunfälle sowie Vorfälle im Stall können kostspielig werden.

Hansestadt Uelzen – Bekannt ist dieser Ort vor allem deshalb, weil dort die erste Versicherungsgesellschaft ihren Sitz hat, die in Deutschland eine Tierkrankenversicherung einführte. Diese umfasste damals zunächst Katzen, Hunde und Pferde. Inzwischen ist eine Tierkrankenversicherung keine Besonderheit mehr und spielt in Sachen Pferderecht eine wichtige Rolle. Oft ist die Frage nach dem Verantwortlichen ist nicht immer unproblematisch zu beantworten. Daher helfen Versicherungen, Rechtsfragen zu klären.

Pferderecht: Urteilssprechung und besondere Situationen

Gerade Pferdebesitzer müssen sich in Rechtsfragen, die ihre Tiere betreffen, und Pferdewissen allgemein gut auskennen. Denn in den meisten Fällen sind sie für entstandene Schäden verantwortlich und müssen aufkommen. Auch bei Unfällen, die mit einer Reitbeteiligung geschehen sind, ist in erster Linie der Halter der Verantwortliche. In Reitstunden kommt es auf die genaue Sachlage an. Verletzt sich ein Reitschüler während der Stunde, obwohl der Reitlehrer aufgepasst und den Schüler nicht überfordert hat, haftet der Schüler allein. Kann das Gegenteil bewiesen werden, erfolgt die Urteilssprechung zugunsten des Schülers. Reiter unterliegen im Straßenverkehr den Regelungen für den Fahrverkehr. Sie dürfen ausschließlich den rechten Fahrbahnrand auf der rechten Straßenseite nutzen. Aber auch nur dann, wenn sowohl Reiter als auch Pferd verkehrssicher sind. Bei einem Verstoß, der einen Unfall zur Folge hat, fällt die Urteilssprechung meist zugunsten des Geschädigten aus. Der Reiter hat mit einer Mitschuld, wenn nicht mit einer Vollschuld zu rechnen. Aufgrund dieser Rechtslage sind Versicherungen für jeden Pferdebesitzer ratsam.

Pferderecht: Welche Versicherung gegen Schäden an Dritten?

Bei der Arbeit und Interaktion mit Pferden kann es zu Schäden an fremden Gegenständen, Pferden oder gar Personen kommen. Ob bei einem Tritt auf der Koppel, einem umgerissenen Zaun oder einer verletzten Reitbeteiligung, die anfallenden Kosten sind hoch. Eine Pferdehaftpflichtversicherung ist daher jedem Pferdehalter ans Herz zu legen. Selbst wenn ein Fremdreiter vielleicht keinen Schadensersatz fordert, sobald er ins Krankenhaus muss, wird sofort nach dem Pferdehalter gefragt, um bei dessen Krankenkasse die Behandlungskosten einzufordern. Das Recht liegt generell beim Geschädigten.

Pferderecht: Was passiert bei Unfällen und Verletzungen am eigenen Pferd?

Bei Unfällen wie einem Sturz des Pferdes muss der Besitzer die Kosten selbst tragen. Genauso muss er die veterinärmedizinische Versorgung bei Krankheiten übernehmen. Hier stellt sich primär keine Rechtsfrage, sondern eine Versicherungsfrage. OP- und Pferde-Krankenversicherungen unterstützen Halter in solchen Fällen. In der Regel werden sowohl die ambulante als auch stationäre Behandlung sowie die Arzneimittelverordnung und die nötige vorherige Durchführung von Tests oder Röntgenaufnahmen übernommen.

Zu den weiteren speziellen Versicherungen für Pferde gehören:

  • Pferde-Vollkasko (Kombination aus OP-Versicherung, Reiter-Unfallversicherung und Rechtsschutzversicherung für Pferdehalter)
  • Pferde-Transportversicherung (sinnvoll, wenn Pferde oft auf Turniere fahren, auch der Weg vom Züchter zum neuen Stall ist beispielsweise inbegriffen)
  • Trächtigkeitsversicherung (besonders für Züchter interessant)
  • Ponyhaftpflichtversicherung
  • Fohlenhaftpflichtversicherung

Pferde und Rechtsfragen: Versicherungen für den Besitzer

Nicht nur das Pferd sollte ausreichend versichert sein, auch der Pferdebesitzer selbst. Dabei geht es einmal um Verletzungen aufgrund eines Reitunfalls. Eine Reitunfallversicherung ist vor allem dann von Bedeutung, wenn die Verletzung langwieriger ist. Eine Privathaftpflichtversicherung deckt Vorfälle ab, die nicht unbedingt etwas mit dem Reiten zu tun haben. Im Stall kommt es vor, dass zum Beispiel Ausrüstung wie Sättel beschädigt wird oder sie sogar abhandenkommt. Die Rechtslage ist schwierig und in der Regel bleibt der Besitzer auf dem Schaden sitzen. Genauso müssen sich Pferdehalter über Gefahren wie Feuer, Einbruch und Wasserschäden im Stall bewusst sein. Entsprechende Versicherungen erleichtern Rechtsangelegenheiten. Passiert dem Pferd allerdings etwas, während es sich theoretisch in der Obhut des Stallbesitzers befand, haftet dieser, sofern er nicht belegen kann, dass er seine vertraglich festgelegte Aufsichtspflicht nicht verletzt hat. Stallbesitzer haben dafür Sorge zu tragen, dass der Stall ein sicheres Umfeld bietet.