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Absetzerfohlen auf einem Sandpaddock. (Symbolbild)

Voraussetzungen und Hürden

Pferdezucht: Rechtliche Grundlagen und Voraussetzungen, die es zu beachten gilt

Die Eröffnung einer Pferdezucht ist an rechtliche Hürden und bürokratische Anforderungen gebunden. Alle Infos zu den Voraussetzungen für eine Pferdezucht.

Warendorf – Für viele Pferdeliebhaber ist es ein Traum, selbst einmal Pferdenachwuchs zu züchten und im eigenen Stall einem Fohlen auf die Welt zu helfen. Manche betreiben die Pferdezucht als Hobby neben dem eigentlichen Beruf, andere hingegen professionell. Eine erste Anlaufstelle für Interessenten ist der Bereich Zucht der Deutschen Reiterlichen Vereinigung in Warendorf, dem 25 Zuchtverbände angeschlossen sind. Dazu gehören regionale Verbände und solche, die sich ganz der Zucht einer bestimmten Pferderasse widmen.

Pferdezucht: Grundlagen und Recht

Pferdehalter müssen bei der Umsetzung ihres Vorhabens rechtliche Voraussetzungen und Grundlagen beachten. Solange keine Gewinnerzielungsabsicht besteht, ist für die Eröffnung einer Pferdezucht keine Genehmigung durch das örtliche Veterinäramt nötig. Dies betrifft zum Beispiel den privaten Landwirt und Pferdebesitzer, der nur ab und zu eine Stute decken lässt, um Nachkommen auf dem eigenen Hof zu sichern. Für die gewerbliche Pferdezucht ist nach § 11 des Tierschutzgesetzes dagegen eine Genehmigung erforderlich.

Doch auch private Pferdehalter müssen bei einer hobbymäßigen Pferdezucht gewisse Voraussetzungen beachten. Dies betrifft vor allem die ordnungsgemäße Haltung der Pferde. Dazu müssen Grundlagen für die Erziehung der Jungtiere geschaffen werden, zum Beispiel genug Platz für die Ausbildung und die richtige Ernährung.

Pferdezucht: Welche Voraussetzungen müssen die Pferde erfüllen?

Bei der Pferdezucht wird zwischen Hengst- und Stutenzucht unterschieden. Für beide gelten unterschiedliche Voraussetzungen.

Stutenzucht:

  • Eintrag der Stute im Zuchtbuch des jeweiligen Zuchtverbandes (spätestens im Jahr der Geburt des Fohlens)
  • Zuchtbescheinigung (Urkunde über Abstammung und Leistung des Pferdes)
  • Teilnahme an der Stutenleistungsprüfung (optional)

Hengstzucht:

  • Zuchtbescheinigung
  • Eintrag des Hengstes im Zuchtbuch des jeweiligen Zuchtverbandes
  • Körung (Auswahl geeigneter Zuchthengste)
  • Teilnahme an der Hengstleistungsprüfung (verpflichtend)

Die Anforderungen an einen Hengst sind wesentlich strenger als an eine Stute. Als Grundlage für die Zulassung eines Hengstes zur Zucht gilt die sogenannte Körung. Zugelassen sind Jungtiere ab einem Alter von zwei Jahren. Ein Tierarzt überprüft den Hengst auf seinen gesundheitlichen Zustand und seine Zuchttauglichkeit. Fallen seine Urteile positiv aus, wird das Tier als Nächstes an einer Leistungsprüfung teilnehmen. Erst wenn diese bestanden wurde, ist der Hengst zur Pferdezucht zugelassen.

Pferdezucht: So läuft das Verfahren

Die jeweiligen Zuchtverbände helfen Stutenbesitzern bei Bedarf mit der Auswahl eines geeigneten Hengstes. In der Regel handelt es sich um Tiere derselben Rasse. Eine gemischtrassige Pferdezucht ist jedoch auch möglich, sofern die Rassen zur Anpaarung zugelassen sind. Der gewünschte Hengst sollte dann eine Weile beobachtet werden. Die Kosten für das Decken der Stute durch den Hengst werden als Decktaxe bezeichnet. Für das Decken selbst gibt es zwei mögliche Verfahren: das klassische Decken und das künstliche Besamen. Die Besamung erfolgt durch einen Tierarzt oder einen Besamungsbeauftragten.

Für das gesamte Verfahren einschließlich Decktaxe, tierärztlicher Versorgung, Futter und Fahrtkosten sollten Stutenbesitzer mit einem vierstelligen Betrag rechnen. Allerdings variieren die Decktaxen je nach Auswahl des Hengstes sehr stark.

Pferdezucht: Wie geht es mit dem Fohlen weiter?

Zum Jahresbeginn erhält der Stutenbesitzer die Abfohlmeldung vom jeweiligen Zuchtverband. In dieser Meldung werden die wichtigsten Daten des Fohlens eingetragen. Nach erfolgter gesunder Geburt des Fohlens muss diese innerhalb von 28 Tagen dem Zuchtverband gemeldet werden. Später wird das Fohlen dem Zuchtverband präsentiert und offiziell registriert. Nun wird auch der Pferdepass durch den Verband ausgestellt.

In der Pferdezucht sind die ersten Monate im Leben des Fohlens eine aufreibende Zeit. Solange es nur Milch von der Mutter trinkt, muss die Stute mit besonders hochwertigem Futter versorgt werden. Später erhält es dann sein eigenes Kraftfutter. Im Alter von sechs Monaten erfolgt die Trennung von der Mutter. Mit etwa drei Jahren ist das Jungpferd so weit, dass es allmählich an die Longe gewöhnt wird.