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Polizei stoppt Pferde-Transport – das Ende einer Horrorfahrt

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Von: Sina Lück

Über 1.000 Kilometer ist ein Gespann mit Pferden bereits unterwegs, als die Polizei den Transport stoppt. Sofort ist klar: Die Tiere brauchen dringend Hilfe.

Wetzlar – Ein Transport von Ungarn bis in die Niederlande: Das ist der Plan eines Mannes, der mit seinem Sprinter und Pferdeanhänger auf der A 45 in Richtung Dortmund unterwegs ist. Doch als ein Autofahrer das Gespann sieht, alarmiert er die Polizei. Der Grund: Das Pferd auf dem Anhänger ist scheinbar nicht richtig gesichert. Wie sich herausstellt, ist das aber noch längst nicht die einzige böse Überraschung an diesem Tag.

Polizei stoppt Pferde-Transport – das Ende einer Horrorfahrt

Auf einem Parkplatz in Höhe Wetzlar ziehen die Beamten der Polizeiautobahnstation Mittelhessen den 33-jährigen Fahrer zur Kontrolle raus. Als sie den Sprinter öffnen, trauen sie ihren Augen nicht: Das Pferd auf dem Anhänger ist nicht der einzige Fahrgast. In dem Renault Master entdecken die Ordnungshüter noch zwei weitere Pferde. Der Innenraum des Fahrzeugs ist völlig verdreckt, auch eine Einstreu suchen die Polizisten vergeblich. Und das Schlimmste: Die Pferde sind weder mit Futter noch mit Wasser versorgt. Seit Beginn der Reise aus Ungarn stehen sie bereits über 1.000 Kilometer auf dem blanken Boden des Wagens. An diesem stellen die Polizisten zahlreiche Umbaumaßnahmen zum Tiertransport fest, denn auf der linken Fahrzeugseite fehlt ein großer Teil der Seitenwand. Stattdessen sind zwei Klappen aus Alu und Eisen eingesetzt, um die Pferde verladen zu können.(Feuerwehr rettet „See-Pferd“ – das Ende einer tierischen Poolparty)

Ein graues Pferd steht auf einem weißen Transporter mit geöffneter Seitenklappe.
Zum Tiertransport umgebaut: Auf dem Sprinter entdecken die Polizeibeamten zwei weitere Pferde. © Polizeipräsidium Mittelhessen/Polizeidirektion Lahn-Dill

Insgesamt befindet sich der Wagen in einem katastrophalen Zustand. Von Mängeln an den Bremsen über einen undichten Motor bis hin zu einem durchgerosteten Unterboden – die Überprüfung des Gespanns durch die Mitarbeiter der Technischen Überwachung Wetzlar ergibt eine Liste von 14 teils schwerwiegenden Schäden. Das eindeutige Urteil: Nicht mehr verkehrstauglich. Für den Mann, der keine Erlaubnis zum Transport der Pferde vorweisen kann, endet die Fahrt an Ort und Stelle. (Pony ausgebüxt: Nächtlicher Ausflug endet auf Polizeiwache)

Polizei stoppt Pferde-Transport: Veterinäramt bringt Tiere in nahegelegenen Stall

Vor allem die drei Pferde brauchen jetzt schnell Hilfe: Die Polizeibeamten alarmieren das Veterinäramt, das daraufhin den Transport der Tiere in einen nahegelegenen Stall organisiert. Dort bleiben die Vierbeiner ein paar Tage bis es für sie in einem artgerechten Fahrzeug weiter in die Niederlande zu ihrem zukünftigen Besitzer geht. Den Fahrer erwarten nun mehrere Strafverfahren, denn die baulichen Veränderungen am Fahrzeug zum Pferde-Transport* sind offenbar weder geprüft noch eingetragen. Mitarbeiter des Veterinäramts verfolgen außerdem die Verstöße gegen das Tierschutzgesetz. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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