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Ekzemerdecken schützen Pferde vor Insekten, deren Stiche das Sommerekzem verursachen können. (Symbolbild)

Chronische Hauterkrankung

Sommerekzem beim Pferd: Ursachen, Behandlung und Prävention

Das Sommerekzem gehört zu den wiederkehrenden, chronischen Krankheiten bei Pferden. Die Tiere reagieren allergisch und leiden unter Juckreiz.

Leimental (Schweiz) – Die Tierklinik informiert Besitzer über die komplexen Ursachen bei der Entstehung des Sommerekzems bei Pferden. Neben äußerlichen und erblichen Faktoren spielt auch das Immunsystem der Vierbeiner eine große Rolle.

Sommerekzem beim Pferd: Die Krankheit und ihre Ursachen

Das Sommerekzem ist eine chronische Erkrankung, die aufgrund einer allergischen Reaktion entstehen kann. Bei sommerlichen Temperaturen sind Pferde für Insektenstiche anfällig und diese verursachen die Erkrankung. In der kalten Jahreszeit tritt ein Sommerekzem nicht auf, doch es handelt sich um chronische Beschwerden, die meist nie komplett verschwinden. Ist das Pferd bereits von der Krankheit betroffen, lindern sich im Winter lediglich die Symptome.

Die Pferde reagieren auf den Speichel von stechenden Insekten wie Gnitzen oder Kriebelmücken allergisch. Das Sommerekzem tritt insbesondere an Stellen mit senkrechter Behaarung auf. Hüfthöcker, Bauchnaht und der Mähnenkamm sind die primären Stellen, an denen ein Sommerekzem entsteht. Doch auch der Kopf und die Augenpartie sind häufig betroffen.

Wie anfällig die Tiere für die Krankheit sind, kann auch von der Rasse abhängen. Jedes Pferd kann an einem Sommerekzem erkranken, besonders betroffen sind allerdings Haflinger, Norweger und Islandpferde. Die genetische Veranlagung dieser Rassen hat meist einen Einfluss auf die Ausprägung der Erkrankung. Doch nicht nur genetische Aspekte begünstigen die Beschwerden, auch falsches Futter und mangelnde Bewegung.

Sommerekzem beim Pferd: Symptome und Behandlung der Krankheit

Erkranken Pferde an einem Sommerekzem, leiden sie an starkem Juckreiz, der für Besitzer unter anderem durch Hautausschlag und Pusteln sichtbar wird. Die Tiere scheuern sich und reiben die betroffenen Stellen auf. Unterbinden Halter das Scheuern nicht, kommt es zu stärkeren Hautbildveränderungen, unter anderem zu Verkrustungen oder sogar blutigen Stellen.

Die Pflege der betroffenen Stellen ist wichtig, um den Symptomen entgegenzuwirken. Pferde sollten idealerweise von Schmutz und Hautschuppen befreit werden. Kaltes Wasser wirkt lindernd auf den Juckreiz. Ist das Fell stark verschmutzt, erfolgt die Pflege durch PH-neutrale Seifen und Shampoos. Die eingesetzten Produkte müssen den natürlichen Fettgehalt der Haut bewahren.

Salben lindern zwar die Symptome, bekämpfen jedoch nicht die Ursachen. Für eine langfristige Behandlung sind sie daher nicht ausreichend. Eine Behandlung durch Cortison ist zielführend, birgt allerdings gesundheitliche Risiken für das Pferd. Werden Cortisonsalben zu oft eingesetzt, können beispielsweise Nieren- und Leberschäden sowie Wasserablagerungen oder Stoffwechselerkrankungen auftreten.

Eine Impfung gegen das Sommerekzem gibt es nicht. Der Impfstoff befindet sich in der Entwicklung (Stand: September 2021).

Sommerekzem beim Pferd: Maßnahmen zur Prävention

Da ein Sommerekzem nicht abschließend behandelt werden kann, ist die Prävention entscheidend. Das beginnt schon bei der richtigen Fütterung. Bei der Ernährung ihrer Pferde müssen Besitzer folgende Aspekte berücksichtigen:

  • gute Mineralstoffversorgung
  • wenig Proteine
  • kein frisches Gras von stickstoffgedüngten Feldern und Weiden

Die Pferde nachts in ihrem Stall unterzubringen, kann sie vor einem übermäßigen Insektenbefall im Sommer schützen. Ein leichter Luftdurchzug hilft ebenfalls, denn Kriebelmücken bevorzugen windstille Bereiche. Zusätzlich können Lamellenfliegenvorhänge an den Eingängen angebracht werden. Für die Prävention sind außerdem Ekzemerdecken auf dem Markt erhältlich. Diese Decken halten lästige Insekten vom Pferdekörper fern.

Halter sollten die Weidezeiten anpassen, da die Mücken hauptsächlich zu Sonnenaufgang und Sonnenuntergang aktiv sind. In der Mittagshitze sollte sich das Pferd nicht draußen aufhalten.

Zur Winterzeit werden die Tiere auf ein Sommerekzem vorbereitet. Eine vorzeitige Hautuntersuchung durch den Tierarzt sowie das richtige Futter können im Winter bereits dafür sorgen, dass ein Pferd im Sommer weniger anfällig für ein Ekzem ist.