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Sichere Straßen für Pferd und Reiter: Britische Polizeipferde auf „Mission Undercover“

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Von: Lara-Sabrina Kiehl

Verkehrsunfälle mit Reitern und Pferden kommen leider immer wieder vor. So auch in England, wo jetzt „Undercover“-Polizeipferde die Autofahrer sensibilisieren.

Oxford – Achtzehn Grad, Sonnenschein und die Vögel zwitschern. Ein Wetter, welches zu einem ausgedehnten Ausritt mit dem geliebten Vierbeiner einlädt. Den ein oder anderen Fahrer aber auch zu einer ausgedehnten Spritztour. Für alle Reiter, die mit ihren Pferden an Straßen entlang reiten oder sie überqueren müssen, oft eine heikle Situation. Denn aufheulende Motoren, schnelles Fahren und zu wenig Abstand beim Überholen kann schnell zur Gefahr werden.

Was Pferde in Panik versetzt, ist jedoch vielen Auto-, Motorrad- oder auch Fahrradfahrern gar nicht bewusst. Auch nicht die Gefahr, die daraus resultieren kann. In England sind deswegen die Polizeipferde Atlas und Viktor der Thames Valley Polizei zur Arbeit in Zivil berufen worden. Ihr Arbeitsort: Die Straße. Ihre Mission: Aufklärung und Sensibilisierung der Fahrer.

Sichere Straßen für Pferd und Reiter: Britische Polizeipferde auf „Mission Undercover“

Wer als Autofahrer in England Pferde überholt, muss laut Verkehrsordnung das Tempo auf 16 km/h drosseln und mindestens zwei Meter Abstand halten. Doch längst halten sich nicht alle an diese Regel. Immer wieder kommt es zu Unfällen. Laut Daten der British Horse Society, sind im vergangenen Jahr 130 Vorfälle bei Überholvorgängen im gesamten Thames Valley gemeldet worden. Dabei wurden in fünf Fällen Pferde und in drei Fällen Reiter verletzt. Hier ist ein Pony in einem Anhänger unterwegs und springt während der Fahrt raus.

Drei berittene Polizisten stehen mit ihren Pferden vor einem Tor.
Polizeipferde rücken zum „Undercover“-Einsatz aus. Ihre Mission: Mehr Rücksicht für Pferd und Reiter auf den Straßen. © Facebook (Thames Valley Police)

In ganz England seien im vergangenen Jahr sogar 66 Pferde auf den Straßen getötet worden, berichtet Alan Hiscox von der British Horse Society gegenüber „Oxford Mail“. Bei der Aktion mit den Polizeipferden ist er selbst mit dabei und fordert die Fahrer auf, vorsichtig zu sein. Vor allem auch, weil sich die Unfallberichte immer mehr häufen. Gefährlich wurde auch diese Situation, in der Hunde auf Reiterin und Pferd losgingen.

Sichere Straßen für Pferd und Reiter: Eine Aktion, die das Leben vieler retten kann

Wer an einem Pferd zu dicht vorbeifährt oder mit dem Tier und seinem Reiter zusammenstößt, wird in England des unvorsichtigen Fahrens beschuldigt. Die Konsequenz: eine Geldstrafe von 100 Pfund und drei Strafpunkte. Doch steht die Strafverfolgung bei dem Undercover-Einsatz der Pferde Atlas und Viktor nicht im Vordergrund, sondern eben die Aufklärung.

Wie wichtig die Mission der Polizeipferde ist, bringt Hiscox auf den Punkt: „Die Aktion wird nicht nur das Leben von Pferden und Reitern retten, sondern auch das Leben von Menschen in Fahrzeugen.“

Sichere Straßen für Pferd und Reiter: die wichtigsten Regeln auf den Straßen Deutschlands

Brenzlige Situationen auf den Straßen gibt es aber selbstverständlich nicht nur in England, sondern genauso auch hier in Deutschland. Vielen Autofahrern ist auch hier oft nicht bewusst, wie sie sich richtig verhalten sollen. Das oberste Gebot ist die gegenseitige Vorsicht und Rücksichtnahme*. Und natürlich auch, das Einhalten von Regeln, an die sich sowohl Fahrer als auch Reiter halten sollten. Manchmal werden Fahrer aber auch zu Reitern, wie dieser junger Mann, der auf dem Pferd zur Arbeit reitet, weil ihm der Sprit zu teuer ist.

Hier die wichtigsten Regelungen im deutschen Straßenverkehr auf einen Blick:

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