Wirkung von Tannin

Vergiftungsgefahr im Herbst: So schädlich sind Eicheln für Ihr Pferd

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Im Herbst sind viele Weiden und Paddocks übersät mit Eicheln. Doch Vorsicht: Fressen Pferde zu viele von den Baumfrüchten, kann das sogar tödlich enden.

Berlin – Für Wildschweine sind sie echte Energielieferanten, für Pferde fatale Früchte: Eicheln. Im Herbst liegen sie vielerorts auf Weiden oder Paddocks, wenn Eichenbäume in der Nähe sind. Doch die vermeintlichen Leckerbissen können schnell zu einer ernsthaften Gefahr für Pferde werden. Hier gilt: Die Dosis macht das Gift. Denn bestimmte Mengen sind sogar tödlich.

Vergiftungsgefahr im Herbst: So schädlich sind Eicheln für Ihr Pferd

„Sowohl Eichenblätter als auch die Eicheln selbst enthalten einen Stoff, der schwerste Vergiftungen bei Pferden auslösen kann“, klärt Dr. Tina Hölscher auf, Tierärztin von Aktion Tier e. V. Dabei handelt es sich um den pflanzlichen Gerbstoff Tannin. Vor allem die frischen, grünen Eicheln enthalten eine hohe Konzentration von dem Wirkstoff. Die gute Nachricht: Ein paar Eicheln sind für Pferde ungefährlich. Mehr als eine Handvoll am Tag sollten Pferde davon allerdings nicht fressen. (Pferd geht nach 20 Jahren in Rente – und trinkt jeden Tag ein Bier)

Fressen Pferde zu viele Eicheln, kann das zu kolikartigen Symptomen führen. (Symbolbild)

Hat ein Pferd zu viele Eicheln gefressen, treten kolikartige Symptome auf. Grund dafür ist ein Stoffwechselprodukt, das bei der Umwandlung von Tannin im Pferdekörper entsteht. Es bindet an Eiweiße, die die Schleimhäute schädigen. Von blutigen Durchfällen über Nieren- und Leberschäden bis hin zum Kreislaufzusammenbruch und möglicherweise auch zum Tod des Tieres – die Folgen sind vielfältig und hängen von der aufgenommenen Menge ab. Auch folgende Symptome können ein Hinweis auf eine Vergiftung mit Eicheln sein:

  • Verweigerung des Futters und Appetitlosigkeit
  • allgemeine Schwäche
  • Apathie
  • Verstopfung
  • Gelbsucht bzw. Gelbfärbung der Schleimhäute (durch Schädigung der Leber)
  • Nierenversagen (erkennbar im Blutbild)

Vergiftungsgefahr im Herbst: Ausreichende Versorgung mit Raufutter sicherstellen

„Leider kann man eine Tannin-Vergiftung nur symptomatisch behandeln“, betont Dr. Tina Hölscher. Vorsicht ist daher besser als Nachsicht. Da Eicheln aber eher bitter schmecken, gehen die meisten Pferde nicht an sie ran. Es sei denn, sie haben Langeweile und finden nicht genügend Futter* auf der Weide oder Auslauffläche. Um das Risiko zu reduzieren, können Sie folgende Dinge tun:

  • Bereiche mit Eichenbäumen auf Weiden oder Paddocks großzügig absperren
  • Eicheln regelmäßig zusammenharken und von den Flächen sammeln
  • Genügend Raufutter anbieten, Zugang auch für rangniedrige Pferde durch mehrere Fressplätze sicherstellen

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Rubriklistenbild: © Walter Bibikow/Imago