Moderne Zuchtmethoden

Neues Zuchtverfahren bei Pferden – so läuft die ICSI-Methode ab

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Wer sich ein Fohlen wünscht, hat bereits einige Zuchtverfahren zur Auswahl. Nun ergänzt eine weitere Methode die Möglichkeiten in der Pferdezucht.

München – Viele Wege führen zum Fohlen: Natursprung, Besamung per Frisch-, Tiefgefrier- oder Versandsperma und auch Embryotransfer. Das sind die derzeit gängigsten Verfahren in der Pferdezucht. Doch genau wie in anderen Bereichen entwickelt sich die Forschung und Technik auch hier weiter. Die neueste Methode, die Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI), ist eine dieser Weiterentwicklungen – ein Weg mehr, der zum Wunschfohlen führt.

Neues Zuchtverfahren bei Pferden – so läuft die ICSI-Methode ab

Kurz gesagt geht es bei dem neuen Zuchtverfahren darum, die Eizelle außerhalb des Mutterleibes zu befruchten. Bevor das eigentliche ICSI Verfahren beginnen kann, müssen daher erstmal unreife Eizellen aus den Eierstöcken der Stute entnommen werden. Der Fachbegriff dafür lautet „Ovum Pick Up“ (OPU). Idealerweise findet das in den Herbst- und auch Wintermonaten statt. Denn in dieser Zeit produziert die Stute meist viele kleine Follikel, die jeweils eine Eizelle umhüllen. Grundsätzlich ist das „Ovum Pick Up“ aber auch ganzjährig möglich.

Viele Wege führen zum Fohlen: Die neue ICSI Methode ist einer davon. (Symbolbild)

Neues Zuchtverfahren bei Pferden – Eizellen werden entnommen und transportiert

Sind die Follikel entnommen, wird mit einer langen, dünnen Nadel vorsichtig die Flüssigkeit aus jedem einzelnen Follikel abgesaugt. Ziel ist eine Erfolgsrate von 50 Prozent zu erreichen, also aus 20 punktierten Follikeln mindestens zehn Eizellen zu gewinnen. Die gewonnenen Eizellen kommen dann bei 22 Grad in einen Spezialbehälter. In diesem können die Eizellen transportiert werden, falls die Klinik, in der die OPU stattgefunden hat, nicht auch ICSI anbietet.

Neues Zuchtverfahren bei Pferden – Zur Befruchtung reicht ein einziges Spermium

In einem speziellen ICSI Labor kommt die Eizelle für einen Tag in ein Reifemedium. Erst nach diesem einen Tag im ICSI Labor, wird dann ein einziges Spermium in die Eizelle injiziert. Welches Spermium dafür infrage kommt, wählt das Labor zuvor aus. Denn es sollte einwandfrei aussehen, sich am schnellsten und auch gleichmäßig bewegen. Für bis zu zwölf Tage reift der daraus entstehende Embryo zunächst unter Laborbedingungen heran, bevor er einer Empfängerstute* eingeführt wird. Eine weitere Möglichkeit ist es, die Embryonen für eine spätere Verwendung einzufrieren. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Frank Sorge/Imago