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Affenmädchen dreist auf eBay Kleinanzeigen angeboten – Tierschützer greifen ein

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Von: Sandra Barbara Furtner

Ein Weißbüschelaffe wurde in einem viel zu kleinen Kaninchenkäfig in einer Wohnung im Kreis Kassel gehalten. Das Mädchen sollte über eBay Kleinanzeigen verkauft werden.

Kaufungen – „Das Affenmädchen muss über Monate hinweg ein grauenvolles Leben geführt haben“, so Jana Hoger, Fachreferentin für tierische Mitbewohner der Tierrechtsorganisation Peta. Die wurde auf eine Verkaufsanzeige bei „eBay Kleinanzeigen“ aufmerksam. Es wurde ein kleines Affenmädchen für rund 1.700 Euro zum Kauf angeboten.

Affenmädchen dreist auf eBay Kleinanzeigen angeboten – Tierschützer greifen ein

In diesem Kaninchenkäfig wurde das Affenmädchen „Angel“ gehalten.
In diesem Kaninchenkäfig wurde das Affenmädchen „Angel“ gehalten. © Peta Deutschlande e.V.

Eine Peta-Mitarbeiterin ließ sich zum Schein darauf ein und vereinbarte ein Treffen in der Wohnung der Händlerin. In Kaufungen (Kreis Kassel) angekommen, bot sich der Ermittlerin ein grauenvolles Bild. „Das etwa ein Jahr alte Weißbüschelaffen-Mädchen wurde in einem Kaninchenkäfig gehalten und neben Babybrei und getrockneten Bananen auch mit Marshmallows ernährt. ‚Angel‘ trug Windeln und war vermutlich illegal aus Polen importiert worden.“ Ilegal ist auch dieser Handel mit Welpen.

Affenmädchen dreist auf eBay Kleinanzeigen angeboten – „Angel“ lebte völlig isoliert

Angel lebte isoliert von Artgenossen.
„Angel“ lebte isoliert von Artgenossen. © Peta Deutschland e.V.

Zeitgleich zum Treffen wurde die Veterinär- und Artenschutzbehörde informiert. Sie warteten vor Ort auf ein Signal. Nachdem alle Beweise gesichert waren, schlug die Behörde zu, beschlagnahmte die kleine „Angel“ und übergab sie an eine Auffangstation für Wildtiere. Dort trifft sie auf Artgenossen. Auch diese beiden Welpen haben Glück im Unglück. So wurden die beiden Tiere auf dem Balkon gehalten.

Affenmädchen dreist auf eBay Kleinanzeigen angeboten – Exoten gehören nicht in die Wohnung

Laut Peta sind Weißbüschelaffen hochsoziale Lebewesen, die in der freien Natur in Gruppen von bis zu 15 Tieren leben. „Isoliert von Artgenossen und in einem kleinen Käfig gehalten, litt sie massiv. Es ist unfassbar, dass hier in Deutschland noch immer etliche Menschen Primaten halten – von der Haltung erfährt in vielen Fällen niemand etwas. Zudem ist eine Einzelhaltung der sozialen Lebewesen streng verboten und eine artgerechte Haltung in einer Privatwohnung unmöglich“, sagt Jana Hoger.

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