Wo ist sie?

Bärenbaby sitzt weinend und verloren am Straßenrand – Mutter starb durch Autounfall

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In Tennessee wird eine Bären-Mutter von einem Auto getötet. Nach dem Unfall sitzt das Baby weinend am Straßenrand. Es braucht dringend eine Ersatzmama.

Tennessee (USA) – Im US-Bundesstaat Tennessee sitzt ein Bärenjunges verzweifelt am Straßenrand und weint. Wo ist Mama? Diese Frage stellt sich das Baby vermutlich immer wieder. Was das hilflose Tier nicht weiß: Seine Mama kommt nicht mehr zurück. Denn kurz zuvor ist die Bären-Mutter von einem Auto getötet worden – und kann ihr Baby nun nicht mehr beschützen.

Bären-Mutter von Auto getötet – ihr Baby sitzt weinend am Straßenrand

Ohne ihre Mama können Bärenjunge erst ab einem Alter von etwa fünf Monaten überleben. Bis dahin sind sie vollständig von ihnen abhängig. Als ein Passant das erst wenige Wochen alte Tier im Cherokee National Forest in Tennessee entdeckt, ist ihm sofort klar: Der Babybär braucht dringend Hilfe. Sofort alarmiert er die gemeinnützige Bärenrettung „Appalachian Bear Rescue“ (ABR), die sich um verwaiste und verletzte Schwarzbären kümmert. Auch das neue Bärenjunge nehmen sie in ihre Obhut und nennen ihn liebevoll „Peace Bear“ – Friedensbär. Die ganze Nacht füttert Pfleger Coy den kleinen Bären, der möglichst schnell in eine neue Pflegefamilie umziehen soll.

Weil Bärenbaby „Peace Bear“ seine Mama verloren hat, finden seine Retter ein neues Zuhause für ihn.

Bären-Mutter von Auto getötet – Wildtierpfleger finden die perfekte Ersatzmama

Dass Bären-Mütter fremde Jungen adoptieren, ist zwar nicht ungewöhnlich, aber ein sehr heikles Unterfangen. „Das Timing ist entscheidend“, betont die Bärenrettung auf ihrer Facebook-Seite. „Die erste Herausforderung besteht darin, eine wilde Sau zu finden, die ein weiteres hungriges Junges unterstützen kann.“ Bei der Suche nach einer neuen Pflegefamilie wenden sich die Mitarbeiter an die Wildtierorganisation „Tennessee Wildlife Resources Agency“ (TWRA). Und tatsächlich: Sie kennen die perfekte Ersatzmama für den kleinen Friedensbär. Von den TWRA-Beamten erfahren die Pfleger von einer Bären-Mutter, die zwei eigene Junge im gleichen Alter säugt. Schon in der Vergangenheit hat sie verwaiste Babys adoptiert.

Bären-Mutter von Auto getötet – Retter tragen Peace Bear im Rucksack zur Höhle

Mit Peace Bear im Rucksack machen sich Coy und TWRA-Offizier Steve Massengill am nächsten Morgen auf den Weg zur Bärenhöhle, die im bergigen Gelände des Cherokee National Forest liegt. Auf ihrer Wanderung müssen die Männer immer wieder anhalten, um das Bärenjunge zu füttern. „Das Pflegejunge muss satt genug sein, um nicht zu viele laute Geräusche zu machen, wenn man sich der Höhle nähert und hungrig genug, um von seiner neuen Mutter gestillt zu werden, sobald es die neue Höhle betritt. Es ist ein empfindliches Gleichgewicht!“ Als sie sich ihrem Ziel nähern, atmen sie erleichtert auf. Denn die Bären-Mutter ist gerade dabei, ihre beiden Jungen zu säugen. „Das Timing war perfekt!“, freuen sich die Bärenretter.

Bären-Mutter von Auto getötet – jetzt hat ihr Baby neue Geschwister

Auch die Zusammenführung der Bären läuft wie am Schnürchen. Behutsam und mit dem nötigen Sicherheitsabstand setzen Coy und Steve das Junge am Eingang der Höhle ab. „Peace Bear flitzte sehr schnell in die Höhle. Wir konnten einen letzten Blick auf seine kleinen Füße erhaschen, als er aus dem Blickfeld verschwand und sich seiner neuen Bärenfamilie anschloss“, ist die „Appalachian Bear Rescue“ überglücklich. Auch die Bären-Mama empfängt ihr Pflegekind mit offenen Armen. Sie streckt ihre Tatze aus und zieht das Junge an sich ran.

Wildtierpfleger Coy ist sich sicher: Bei seiner Ersatzmama* und seinen neuen Geschwistern fühlt sich Peace Bear pudelwohl. Denn alles was er hört, sind fröhliche Geräusche vom Stillen der Babybären-Bande. Für die tierische Patchworkfamilie beginnt das Abenteuer vermutlich Mitte April: Dann verlassen die Bären ihre Höhle und erkunden die große weite Welt. Pass auf dich auf, kleiner Bär! *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Facebook (Tennessee Wildlife Resources Agency)