Kein Albino

Esel mit blauen Augen: Seltenes Barockesel-Fohlen geboren

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Im Tierpark Arche Warder freuen sich die Pfleger über seltenen Nachwuchs. Mit blauen Augen und weißem Fell ist Barockesel-Fohlen Rita ein echter Hingucker.

Warder (Schleswig-Holstein) – Barockesel sehen nicht nur besonders aus, sie sind auch besonders selten. Weltweit gibt es von ihnen nur noch rund 300 Tiere. Daher freuen sich die Pfleger im Tierpark Arche Warder riesig über die kleine Rita – ein Barockesel-Fohlen mit blauen Augen und weißem Fell.

Esel mit blauen Augen und weißem Fell: Seltenes Barockesel-Fohlen geboren

„Unser Barockesel-Fohlen ist da.“ Stolz verkündet der Tierpark Arche Warder auf Facebook die Geburt vom seltenen Nachwuchs. Am 14. April um 18.30 Uhr hat Rita das Licht der Welt erblickt. Mama und Tochter sind wohlauf. „Glücklicherweise ist die Geburt ohne Komplikationen verlaufen und Mutterstute Sunda und die kleine Rita haben alles gut überstanden“, berichtet die Arche Warder, die sich an den gezielten Zuchtprogrammen zur Erhaltung der seltenen Eselrasse beteiligt.

Barockesel-Fohlen Rita genießt die Sonnenstrahlen im Tierpark Arche Warder.

Esel mit blauen Augen und weißem Fell: die Tiere galten früher als „Lichtbringer“

Wie alle Barockesel, die ursprünglich aus dem Osten Österreichs und Ungarn stammen, hat auch Eseldame Rita ein markantes Erscheinungsbild: Mit ihren blauen Augen und dem weißen Fell ist sie ein echter Hingucker. Auch die Menschen im Netz sind ganz verzaubert von ihrem Aussehen. „Traumhaft schön!“, schreibt ein User unter den Facebook-Post des Tierparks. Übrigens: Weiße Barockesel gehören nicht zu den Albinos. Bei den Langohren handelt es sich um eine helle Form des Flavismus. Dieser Begriff leitet sich aus dem Lateinischen „flavus“ ab und bedeutet übersetzt „gelb“. „Die blauen Augen und das hellgelbe Fell sind das Ergebnis einer geringeren Pigmentierung und wurden gezielt herausgezüchtet“, erläutert der Tierpark. Die auffällige Farbe, die durch das sogenannte Cream Gen zustande kommt, bezeichnen Züchter als Cremello.

„Barockesel wurden früher weniger als Arbeitstiere, sondern vorrangig zur Unterhaltung wohlhabender Familien gezüchtet“, klärt die Arche Warder auf ihrer Website über die Geschichte der Esel auf. Der Hintergrund: Für die Menschen in der Barockzeit um das 17. bis 18. Jahrhundert war die Farbe Weiß etwas sehr Besonderes, da Tiere mit hellem Fell als „Lichtbringer“ galten und für das Gute standen. Im Zoo Basel kam ein Wildesel-Fohlen zur Welt, das von der Mutter verstoßen wird.

Esel mit blauen Augen und weißem Fell: Rita freut sich über einen Besuch

Wie alle Tiere in der Arche Warder freut sich auch Fohlen Rita über einen Besuch. Denn mittlerweile genießt sie die frühlingshaften Sommerstrahlen gemeinsam mit ihrer Mutter Sunda und Zwergeseldame Frauke draußen im „Mini-Arche“-Bereich des Tierparks. Dort kann das Barockesel-Fohlen ausgiebig bestaunt werden. „Kommt die kleine Rita gerne besuchen“, lädt das Team herzlich auf einen Rundgang über das Gelände ein, bei dem die Menschen noch viele weitere vom Aussterben bedrohte Haus- und Nutztierrassen entdecken können.

Rubriklistenbild: © Lisa Iwon/Arche Warder