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Braunbär in Bayern: Bei einer Begegnung ruhig und gelassen bleiben

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In Oberbayern streift nach zwei Jahren wieder ein Braunbär durch die Wälder. Doch wie verhält man sich eigentlich richtig bei einer Begegnung?

Garmisch-Partenkirchen (Bayern) – Bereits zum zweiten Mal ist ein Braunbär im Landkreis Garmisch-Partenkirchen in eine Fotofalle getappt. Bislang wird vermutet, dass es sich dabei um dasselbe Tier handelt – einem männlichen Jungtier. Denn für sie ist es typisch, auf der Suche nach einem Weibchen weite Wanderungen zurückzulegen. Ob dies aber stimmt und wo der Braunbär tatsächlich herkommt, ist noch ungewiss.

Braunbär in Bayern: Bei einer Begegnung ruhig und gelassen bleiben

Nachdem ein Braunbär in eine Fotofalle bei Garmisch-Partenkirchen getappt ist, bestätigt das „Bayerische Landesamt für Umwelt“ (LfU) in Augsburg die erneute Sichtung. Um Bärentourismus zu vermeiden, bleibt der genaue Ort, von dem die neuen Kameraaufnahmen stammen, unbekannt. Derzeit sind Experten des „LfU“ in der Region unterwegs, um Kot und Fellspuren einzusammeln, sagt der Sprecher.

Erst damit ließe sich konkret bestimmen, woher das Tier stammt – und ob es doch schon einmal auffällig geworden ist. Die nächst größere Population von Braunbären befindet sich in Italien, im etwa 120 Kilometer von Garmisch-Partenkirchen entfernten Trentino.

Eine Wildtierkamera hat im Landkreis Garmisch-Partenkirchen einen Braunbären aufgenommen.

Braunbär in Bayern: Tier ist bislang unauffällig in einem Waldgebiet

Im Gegensatz zu dem bekannten „Problembär“ Bruno, der 2006 erschossen wurde, weil er Nutztiere gerissen hat, verhält sich dieser Braunbär bislang jedoch unauffällig. Denn bisher sei er nur von Wildtierkameras aufgenommen worden und befinde sich in unwegsamen Waldgebiet. „Da darf sich auch ein Bär wohlfühlen“, sagt Christian Scheuerer, Oberbürgermeister von Ohlstadt gegenüber „dpa“. Und auch Scheuerer mahnt, sich nicht auf die Suche nach dem Bären zu begeben. Wahrscheinlich sei er ohnehin bereits an einem anderen Ort.

Braunbär in Bayern: So sollten Sie sich bei einer Begegnung verhalten

Doch was, wenn einem bei einer Wandertour ein Bär begegnet? Auch wenn dies sehr unwahrscheinlich ist, gibt das „LfU“ Tipps, wie sich Wanderer oder Spaziergänger verhalten sollten. So sollten Sie zum Beispiel keine Essensreste oder Müll in der Natur liegenlassen. Und für den Fall, dass Sie tatsächlich auf ein Tier treffen, gelten diese Regeln:

  • Bleiben Sie stehen.
  • Versuchen Sie möglichst ruhig und gelassen zu bleiben.
  • Zeigen Sie dem Bären Respekt indem Sie Abstandhalten.
  • Machen Sie den Bären durch ruhiges Sprechen und langsame Armbewegungen auf sich aufmerksam.
  • Rennen Sie nicht weg.
  • Nähern Sie sich nicht dem Bären und lassen Sie ihm Ausweichmöglichkeiten.
  • Versuchen Sie nicht, ihn zu verscheuchen oder mit Steinen oder Ästen zu bewerfen.
  • Lassen Sie den Bären in Ruhe, damit er sich nicht bedrängt fühlt und machen Sie keine Selfies.
  • Behalten Sie ihn im Auge und treten langsam und kontrolliert den Rückzug an.

Braunbär in Bayern: Auch wenn sich das Tier aufrichtet – bleiben Sie ruhig

Bleiben Sie auch ruhig, wenn sich der Bär aufrichtet. Nicht immer ist diese Gebärde als Drohung zu verstehen. Oft stellen sich Bären nur hin, um einen besseren Überblick zu haben. Machen Sie vorsichtig auf sich aufmerksam. Für gewöhnlich wird der Bär das Weite suchen, da sie scheu sind und Menschen meiden. Will sich der Bär allerdings verteidigen und greift an, legen Sie sich flach oder kauernd auf den Boden und halten die Hände über den Nacken. Haben Sie einen Rucksack dabei, wird er Ihren Rücken schützen. Doch meist lässt der Bär ab oder schnuppert nur. In jedem Fall sollten Sie in der Position bleiben, bis der Bär weit genug weg ist.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/Privat