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Wer Eichhörnchen helfen will, kann ihnen ganzjährig artgerechtes Futter wie Haselnüsse anbieten. (Symbolbild)

Wildtiere in der Stadt

Eichhörnchen helfen: 6 Tipps, um die süßen Nager zu schützen

Eichhörnchen in Städten brauchen Futter, Wasser und Lebensraum. Lesen Sie, wie Sie den Tieren helfen – und was Sie tun, wenn Sie verletzte Hörnchen finden. 

München – Eichhörnchen sind mit den Menschen in die Städte gekommen. In Parks und Gärten finden sie meistens Futter und Lebensraum, deswegen lohnt es sich für sie, in der Nähe der Menschen zu wohnen.

Ganz leicht ist es aber nicht, im urbanen Raum zu überleben: Futter, Wasser und Nistplätze sind begrenzt. Deswegen raten Tierschutzorganisationen wie die Eichhörnchen Schutz e.V., dass Städter den kleinen Nagern aushelfen sollten. Wir haben sechs Tipps für Sie gesammelt:

Eichhörnchen helfen – Tipp 1: Füttern Sie Eichhörnchen, aber richtig

Eichhörnchen ernähren sich von Nüssen, Samen und frischen Trieben. Im Sommer und Herbst sammeln sie Vorräte für die Winterzeit – denn dann tragen Bäume keine Früchte. Allerdings reicht das Futter in manchen Jahren selbst in den warmen Monaten nicht. Denn Bäume fruchten in verschiedenen Jahren unterschiedlich stark.

Deswegen füttern Sie Eichhörnchen am besten das ganze Jahr über. Und das geht ganz leicht, wenn Sie einen Garten haben:

  • Wählen Sie heimisches Futter. Eichhörnchen lieben Walnüsse, Haselnüsse, Bucheckern, Sonnenblumenkerne und Pinienkerne. Geknackte und geschälte Nüsse eignen sich für Jungtiere. 
  • Verzichten Sie auf Mandeln – diese können Blausäure enthalten und sind deswegen für die Hörnchen gefährlich.
  • Achten Sie beim Füttern darauf, dass die Nüsse und Samen nicht schimmlig sind oder werden. Reinigen Sie die Futterstelle täglich. Das Futter sollte gut belüftet sein und nicht feucht liegen. 
  • Eichhörnchen brauchen von ihren Futterstellen schnelle Fluchtwege. Bringen Sie Vogelhäuschen oder Futterstationen nicht am Boden, sondern erhöht am Baum an. 

Eichhörnchen helfen – Tipp 2: Den Tieren Wasser anbieten

In der Stadt ist es manchmal schwer für Eichhörnchen, an Wasser zu kommen. Nicht nur im trockenen Sommer, sondern auch im eisigen Winter finden sie nicht genügend Wasserquellen. Ob im Garten oder auf dem Balkon: Bieten Sie den Hörnchen neben Futter auch einen Napf mit sauberem Wasser an.

Wer offene Wassertonnen im Garten hat, sollte diese abdecken oder alternative Trinkschalen daneben stellen. Der Durst führt die Eichhörnchen dazu, aus den Tonnen zu trinken. Leider kommt es immer wieder vor, dass die kleinen Hörnchen dabei ertrinken, weil sie an der glatten Wand nicht mehr herauskommen.

Eichhörnchen helfen – Tipp 3: Bäume schützen, heißt Eichhörnchen schützen 

Haben Sie einen Garten, kann dieser ein wichtiger Lebensraum für Eichhörnchen sein. Erhalten Sie ältere Bäume: Erst im Alter tragen viele Bäume Früchte, von denen sich Eichhörnchen ernähren. In Städten fehlen alte Bäume allerdings. Sollten Sie Ihre Bäume fällen müssen, kontrollieren Sie sie vorab sehr genau auf Nester und Kobel.

In Städten gibt es wenige der bei Eichhörnchen beliebten Walnussbäume und Haselnusssträucher. Pflanzen Sie diese an, wenn es Ihnen möglich ist. So helfen Sie Eichhörnchen nachhaltig und langjährig. Und Sie können sich Jahr für Jahr über die kleinen Besucher in Ihrem Garten freuen.

Eichhörnchen helfen – Tipp 4: Meiden Sie Gifte

Verzichten Sie auf Gifte und Pestizide in Ihrem Garten. Eichhörnchen knabbern alles an, was wie Futter aussieht oder riecht. Auch flüssiges Gift ist gefährlich: Wenn es Pfützen bildet, trinken Eichhörnchen auch Pestizide. 

Eichhörnchen helfen – Tipp 5: Schenken Sie ihnen Nistkobel

Wenn Sie große Bäume haben, können Sie gekaufte oder selbst gebaute Kobel aufhängen. Diese sollten innen circa 15 bis 20 Zentimeter breit sein und über mindestens zwei Ausgänge verfügen. Bringen Sie den Kobel hoch oben im Baum an: Mindestens sechs Meter über der Erde sollten die Eichhörnchennester sein, um die Hörnchen bestmöglich vor Feinden zu schützen. 

Eichhörnchen helfen – Tipp 6: So retten Sie kranke Tiere

Kranke oder verwaiste Eichhörnchen sind auf menschliche Hilfe angewiesen. Das merken Sie meist daran, dass die Tiere nicht davonlaufen, wenn Sie in ihre Nähe kommen. Besonders Jungtiere nähern sich Menschen an und klettern an ihnen empor, wenn sie hilflos sind. Dieses Verhalten bedeutet: Das Eichhörnchen braucht dringend Unterstützung. Das sollten Sie beachten: 

  • Sie dürfen junge Eichhörnchen im Notfall anfassen. Das führt nicht dazu, dass die Mutter die Kleinen verstößt. Allerdings sind dicke Handschuhe ratsam. Verängstigte Eichhörnchen beißen auch ihre Retter. 
  • Schauen Sie sich gerade bei Jungtieren auch nach anderen Eichhörnchen um: Sind Geschwister oder die Mutter in der Nähe? Eventuell brauchen auch sie Hilfe.
  • Halten Sie gerettete Eichhörnchen warm. Dafür bietet sich ein dickes Handtuch und eine leicht erwärmte Wärmflasche in einem Karton an.
  • Rufen Sie als Erstes bei einer Eichhörnchen-Auffangstation in Ihrer Nähe an. Sie kennen sich meistens besser mit Hörnchen aus, als Tierärzte. 
  • Lassen Sie sich auch über Futter und Flüssigkeiten beraten und geben Sie dem Hörnchen keine Milch. 

Eichhörnchen sind aus unseren Parks und Gärten nicht wegzudenken. Wie alle Wildtiere sind sie aber bedroht: Denn ihre Lebensräume sind begrenzt. Mit ein paar kleinen Gesten machen wir ihnen das Überleben leichter.