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„Einhörner des Meeres“ und fleischfressende Schwämme: 7 „unglaubliche“ Tiere, die es wirklich gibt 

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Von: Franziska Schuster

Die Natur hat nicht nur süße oder beeindruckende Lebewesen erschaffen. So manches Tier könnte seinem Aussehen nach auch von einem anderen Planeten stammen. Diese sieben sind besonders beeindruckend.

Stuttgart - Wie viele Tierarten es tatsächlich auf der Welt gibt, lässt sich selbst im Jahr 2022 noch nicht beantworten. Wissenschaftler gehen davon aus, dass ein Großteil der Lebewesen, die unsere Erde bevölkern, noch immer nicht entdeckt wurden. Der Grund: Viele Arten leben in Gebieten, die für den Menschen nur schwer erreichbar sind. Erst in diesem Jahr entdeckten Forscher eine neue Lebensform unter dem Schelfeis der Antarktis.

Vor allem in der Tiefsee lauert das ein oder andere kuriose Geschöpf: Durchsichtige Körper, übergroße Augen oder Vampirzähne - viele der Tiere sehen zu merkwürdig aus, um wirklich wahr sein zu können. „Wusste nicht, dass es so seltsame Tiere auf der Welt gibt“, schreibt auch ein User zu einem YouTube-Video über die skurril aussehenden Tierchen. Doch es gibt sie tatsächlich, und zwar nicht nur in den Tiefen der Ozeane. Das sind sieben sonderbare Vertreter.

1. Narwale, die schwimmenden Einhörner

Plötzlich stößt das Horn aus dem Wasser, ragt weit über die Wasseroberfläche. Narwale besitzen Stoßzähne, die schraubenförmig gewunden die Oberlippe durchbrechen und bis zu drei Meter lang und acht bis zehn Kilogramm schwer werden können. Auf den ersten Blick sieht dieser Zahn einem Horn sehr ähnlich. Da er zudem aus dem Kopf des Wales zu ragen scheint, werden Narwale nicht ohne Grund auch als „Einhörner der Meere“ bezeichnet, berichtet National Geographic

Zu Gesicht bekommt man den scheuen Arktisbewohner nur selten. Hauptsächlich ist er in den Gewässern an der kanadischen und grönländischen Küste anzutreffen.

Narwal
Aufgrund ihres Zahns, der wie ein Horn aus der Oberlippe ragt, werden Narwale auch als „Einhörner des Meeres“ bezeichnet. © Rights Managed via www.imago-images.de

Über den Sinn und Zweck des Horns, das eigentlich ein Zahn ist, rätselte die Wissenschaft seit Langem. Wie Forscher erst im letzten Jahr herausfanden, setzen die Wale den Zahn zur Jagd ein. Mit einer kurzen, zackigen Bewegung schlagen sie auf ihre Beute ein, damit diese einfacher zu fangen ist. Forscher vermuten aber weiterhin, dass die Narwale den Zahn auch zur Orientierung nutzen. Belegt ist das jedoch nicht. Wie das Einhorn auch, wird der Narwal wohl weiter ein Mysterium bleiben.

Viele glauben unterdessen, dass ein Urzeit-Riesenhai noch immer da draußen durch die Meere schwimmt. Die Gerüchte halten sich hartnäckig, dass der Megalodon tatsächlich noch existiert.

2. Fleischfressendes Panzertier: die Fransenschildkröte

Einen kuriosen Anblick bietet auch die Fransenschildkröte. Um sie zu sehen, muss man weit reisen. Ihren natürlichen Lebensraum hat das Panzertier in Südamerika, genauer gesagt am Amazonas. Aber auch in einigen Zoos gibt es die „platte“ Schildkröte zu sehen. Durch ihre Färbung sind die Schildkröten perfekt getarnt. Oft ist auch der Panzer mit Algen bewachsen, was sie noch besser vor Blicken von Fressfeinden schützt.

Fransenschildkröte im Zoo Berlin
Die fleischfressende Fransenschildkröte kommt im Amazonas vor. © imago stock&people

Nicht nur ihr Aussehen macht die Fransenschildkröte zu einem kuriosen Geschöpf, auch eine Eigenart ist besonders: Anders als die meisten Vertreter ihrer Art kann die Fransenschildkröte ihren Kopf nicht in den Panzer zurückziehen. Stattdessen legt sie den Hals in einer S-Form unter den Panzer. Mit ihrer Jagdtechnik hebt sich die Schildkröte ebenfalls von ihren Artgenossen ab. Die fleischfressende Schildkröte legt sich in der Dämmerung in tieferen Gewässern auf die Lauer. Schwimmt ein Fisch vorbei, öffnet sie blitzschnell ihr Maul. Dadurch entsteht ein Sog, der die Beute direkt ins Maul saugt. 

Ähnlich kurios war auch das Schlüpfen eines nahen Verwandten der Fransenschildkröte: In den USA ist eine Schildkröte mit zwei Köpfen und sechs Beinen geschlüpft.

3. Halb Hirsch, halb Schwein: Der Hirscheber

Der Sulawesi-Hirscheber könnte als Fabelwesen durchgehen. Man könnte meinen, mit einer Schweineschnauze und den Zähnen, die wie ein Geweih aus seinem Gesicht ragen, er sei eine Mischung aus Hirsch und Schwein. Doch dieses Tier gibt es tatsächlich. Sein natürliches Verbreitungsgebiet ist auf die Insel Sulawesi sowie einige vorgelagerte Inseln beschränkt. 

Hirscheber Männchen und Weibchen mit Jungtier
Eine Mischung aus Hirsch und Schwein? Nein, Hirscheber gehören der Gattung der Schweine an. © imago stock&people

Neben den zwei Eckzähnen des Unterkiefers haben die männlichen Sulawesi-Hirscheber zwei weitere Zähne, die direkt durch die Rüsseldecke wachsen – das wiederum lässt es wie eine Art Geweih aussehen. Wofür die Tiere solch große Zähne brauchen, haben Forscher noch nicht herausgefunden.

4. Die Panda-Ameise, die in Wirklichkeit eine Wespe ist

Sie ist weder ein Panda, noch eine Ameise - und dennoch trägt sie den Namen „Panda-Ameise“. Tatsächlich handelt es sich bei dem Insekt um eine Wespenart, die in Chile und Argentinien vorkommt. Die weibliche Panda-Ameise besitzt keine Flügel, was sie eher wie eine Ameise aussehen lässt. Außerdem hat sie eine Art pelzige Behaarung. Dieser Pelz in schwarz-weiß ähnelt der Zeichnung eines Pandabären - daher auch der Name.

Die Wespe sieht zwar niedlich aus, aber man sollte sie nicht unterschätzen. Fühlt sich die Panda-Ameise bedroht, sticht sie zu. Und das ist sehr schmerzhaft, da ein Wirkstoff im Gift Zellen angreift. Bei einer Allergie kann solch ein Stich auch tödlich enden.

5. „Chondrocladia lyra“: Fleischfressender Schwamm, der aussieht wie eine Harfe

Mit einem fleischfressenden Schwamm ist keinesfalls der Zeichentrick-Charakter Sponge Bob gemeint, der im Meer Krabbenburger isst. Im wahren Leben heißt der gemeinte Schwamm „Chondrocladia lyra“. Sternförmig und einer Harfe ähnelnd sind die Schwämme schön anzusehen. Doch für ihre Beute sind diese Fortsätze tödlich, denn damit fängt es Krustentiere.

Chondrocladia lyra, ein fleischfressender Schwamm
Chondrocladia lyra, ein fleischfressender Schwamm, lebt über drei Kilometer tief im Pazifik vor der Küste von Kalifornien. © MBARI/dpa

Dank Klettverschluss-ähnlichen Widerhaken an den Fortsätzen kann ihre Beute nicht mehr entkommen. Anschließend umhüllt der Schwamm sein Opfer mit einer Membran aus Verdauungssäften, die es ihm erlauben die Nährstoffe über die Schwammoberfläche aufzunehmen

6. Wie aus einem Disney-Film: Der Dumbo-Oktopus

Leider weiß man über diese niedlich aussehenden Kraken nur wenig. Ein Wunder ist das nicht, schließlich lebt der Dumbo-Oktopus, der seinen Namen dem fliegenden Disney-Elefanten Dumbo zu verdanken hat, in etwa 3.000 Metern Tiefe. Nur eines konnten die Wissenschaftler bisher sicher belegen: Die „Elefantenohren“ sind in Wirklichkeit Flossen.

Dumbo-Oktopus
Seine Flossen, die wie Ohren aussehen, verliehen dem Tintenfisch den Namen „Dumbo-Oktopus“. © imago stock&people

7. Blaue Ozeanschnecke: Von diesem Tierchen sollte man lieber die Finger lassen

Mit ihren fransenartigen Füßchen und schimmernden Farben sieht die blaue Ozeanschnecke fast schon niedlich aus. Anfassen sollte man das kleine Geschöpf allerdings nicht, denn das könnte schmerzhaft oder sogar tödlich enden.

Glaucus atlanticus, blaue Ozeanschnecke
Kein Alien, sondern eine Schnecke: Glaucus atlanticus. © David Fleetham/imago images

Die Glaucus atlanticus, bei uns auch als Seeschwalbe bezeichnet, nutzt seine seitlichen Gliedmaßen für den Auftrieb im Wasser. Die Schnecken ernähren sich von Nesseltieren wie Segel- und Staatsquallen. Durch ihre Nahrung gelangen die Schnecken auch an ihr Gift. Die Nesselzellen der Beute werden eingelagert und dienen den Schnecken als Fraßschutz, denn durch ihre Nahrungsaufnahme wird die Blaue Ozeanschnecke selbst giftig. Je nach Menge des eingelagerten Gifts kann die gerade einmal 3 bis 5 Zentimeter lange Schnecke noch gefährlicher sein als ihre Beutetiere.

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