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Elster-Baby wird gerettet – und hat jetzt bellende Beschützer    

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Von: Anna Heyers

Juliette und Reece haben vor zwei Jahren ein Elster-Baby gerettet. Inzwischen ist Molly eine Schwester für die Hunde des Paares – mit Federn statt Fell.

Elster Molly und die Hunde Peggy und Ruby haben eine ganz besondere Beziehung. Alles begann vor zwei Jahren, als Juliette und ihr Partner Reece in einem Hundepark in Queensland (Australien) ein Vogelbaby in Not fanden.

Elster-Baby wird gerettet – und hat jetzt bellende Beschützer

„Es war die Brutzeit der Elster“, erzählte Juliette dem Magazin People über das erste Treffen mit Molly. „Manchmal zwingen Elsterneltern die Babys aus dem Nest, weil es zu viele Mäuler zu stopfen sind.“ Als das Paar mit Peggy – einem der beiden Hunde der Rasse Staffordshire-Bullterrier – spazierenging, entdeckten sie das winzige, süße Baby. Sie warteten den Rest des Tages, ob die Eltern das Vogeljunge versorgen würden. Das geschah aber leider nicht. „Sie wollten nichts mehr mit diesem kleinen Vogel zu tun haben“, erinnert sich Juliette.

„Seitdem ist sie geblieben“ – Molly wurde Teil der Familie

Also nahmen Juliette und Reece das Vogelbaby mit nach Hause. Sie versuchten, eine Pflegestelle bei der Tierrettung zu bekommen – allerdings ohne Erfolg. Keine der angefragten Organisationen hatte Kapazitäten. So beschlossen Juliette und Reece kurzerhand, das ausgesetzte Tier, unter Anleitung der erfahrenen Tierretter, aufzuziehen. Und seitdem „ist Molly nie mehr weggegangen, was gut für uns ist“, so Juliette.

Zunächst wusste Hund Peggy nicht, was sie von dem gefiederten Etwas halten sollte, das Juliette und Reece Molly nannten. „Nach ein paar Tagen begann sie, neugieriger zu werden“, sagt Reece über den Vierbeiner. Und als Molly auch interessierter an Peggy wurde, begannen die beiden Tiere, sich anzufreunden. Sie wälzten sich gemeinsam auf dem Boden, Peggy nahm Molly Huckepack und sie schliefen gemeinsam.

Eine besondere Freundschaft – das Netz liebt Molly und Peggy

Hund und Vogel räkeln sich auf dem Teppich.
Gemeinsam spielen und Quatsch auf dem Teppich machen? Dafür muss man nicht derselben Spezies angehören. © peggyandmolly/Instagram

Als Molly wuchs und stärker wurde, begann Juliette, Fotos von der Freundschaft des Vogels mit Peggy in den sozialen Medien zu posten. „Die Leute waren schockiert über die Beziehung zwischen den beiden, wie sie immer zusammen waren und es liebten, miteinander zu kuscheln“, sagte Juliette. Peggy und Mollys Instagram-Account hat inzwischen mehr als 202.000 Follower – und mittlerweile hat Peggys Tochter Ruby die Familie komplett gemacht.

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Nach Familienzuwachs veränderte sich die Beziehung

„Als sie schwanger war, stand Molly oft auf Peggy Rücken und krächzte munter ein Liedchen nach dem anderen“, sagte Juliette gegenüber der People und fügte hinzu: „Als Ruby geboren wurde, waren sie und Molly sofort die besten Freunde.“

Hund und Elster sitzen an einer offenen Terrassentür und blicken nach draußen.
Gemeinsam Wache schieben? Kein Problem, denkt sich Molly – zumindest mit Peggy an der Seite. © peggyandmolly/Instagram

Die Ankunft von Ruby hat die Beziehung zwischen Peggy und Molly aber auch ein wenig verändert: Während der Paarungszeit der Elster ist Molly forscher, ein bisschen aggressiver. Als Mama möchte Peggy ihren Welpen dann beschützen. Während dieser Zeit sorgen Juliette und Reece dafür, dass alle Tiere den nötigen Freiraum für ein friedliches Zusammenleben bekommen. Dazu gehört auch, dass Molly nach draußen darf, „um Freunde, die Vögel, und die Umgebung kennenzulernen.“

Süß, aber: Ein Wildtier bedeutet auch immer Arbeit

Während die Instagram-Seite voll ist mit Schnappschüssen der ungewöhnlichen Freunde, ist das Paar aber auch ehrlich. Das Kümmern um mehrere Hunde und einen Wildvogel, das bleibt Molly in ihrem Wesen immer, ist harte Arbeit. Und mit Einschränkungen verbunden: Juliette und Reece haben seit zwei Jahren keine Nacht mehr außer Haus verbracht, damit sie sich um Molly kümmern können.

„Es ist wichtig, dass die Menschen die Realität und die Arbeit sehen“, sagte Juliette laut People. Sie und Reece konnten Molly nur aufnehmen, weil sie gute Kontakte zu Tierschutzorganisationen hatten, die ihnen halfen. Juliette fügte hinzu, dass sie hofft, dass der Bericht und die Freundschaft des Trios die Instagram-Follower von Peggy, Molly und Ruby inspiriert.

Federn und Fell – die Fetzen sind noch nie geflogen

Ein Hund trägt einen Overall mit der Aufschrift „my BFF“ is a bird. Der Vogel sitzt daneben.
Der Hundeoverall zeigt es gleich allen: Wir sind beste Freunde. © peggyandmolly/Instagram

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

„Ich versuche, Liebe und Akzeptanz zu vermitteln“, so Juliette. „Im Grunde kommen diese Tiere aus verschiedenen Welten, aber ihnen ist das egal.“ Sie würden sich einfach akzeptieren, wie sie sind. Und das, obwohl der eine Teil einen Kiefer zum Vogeltöten, der andere einen scharfen Schnabel zum Augen Aufpicken besitzt. Aber laut der Queensländerin waren die Tiere „noch nie aggressiv gegeneinander.“ Stattdessen lernen sie voneinander – oder besser: Molly lernt von den Hunden und bellt inzwischen fast genauso gut wie ihre felligen Freunde. Elstern sind nämlich sprachbegabt und können auch lachen, zum Beispiel über Katzen.

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