Arche Noah

Feldhamster schützen: Zuchtstation soll Nagetiere vor Aussterben retten

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Feldhamster sind europaweit vom Aussterben bedroht. Zur Rettung der Nagetiere hat der Zoo Leipzig nun eine Zuchtstation eröffnet.

Leipzig – Der Feldhamster zählt zu den vom Aussterben bedrohten Tierarten – nicht nur in Deutschland, sondern europaweit. Seit 2020 stehen die Nagetiere auf der internationalen Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN. In einigen Bundesländern ist der Feldhamster in freier Wildbahn fast vollständig verschwunden, so auch in Sachsen. Um die heimische Tierart zu retten, haben der Zoo Leipzig und das sächsische Umweltministerium eine neue Zuchtstation eröffnet.

Feldhamster sind vom Aussterben bedroht.

Feldhamster schützen: Zuchtstation soll Nagetiere vor Aussterben retten

Zum Schutz des Feldhamsters gibt es bereits einige Projekte der Bundesregierung und der Naturschutzorganisationen, um die Bestandssituation der Wildtiere in Deutschland zu verbessern. Mit seiner neuen Zuchtstation will der Zoo Leipzig auch in Sachsen dazu beitragen, die vom Aussterben bedrohten Feldhamster zu retten.

Seit April betreibt der Zoo die Aufzuchtstation, um den Genpool für künftige Auswilderungsprojekte zu erhalten. Nun wurde die „Arche Noah“ offiziell in Betrieb genommen. „Wir müssen handeln, sonst stirbt der Feldhamster aus. Der Bestand in Sachsen liegt bereits unterhalb der Nachweisgrenze“, betont Zoodirektor Jörg Junhold.

„Als Kulturfolger und Steppenbewohner ist der Feldhamster eng an die Landwirtschaft gebunden. War er früher auf nahezu jedem Acker zu finden, so ist er heute durch die Art der Bewirtschaftung weitgehend verschwunden“, erklärt Staatssekretär Gerd Lippold. Extreme Wetterereignisse und lange Trockenperioden seien weitere Gründe, weshalb sich die Lebensräume verändern und die Tiere sich nicht mehr an das Ökosystem anpassen können.

Feldhamster schützen: 40 Tiere aus Thüringen sind bereits eingezogen

Die ersten 40 Hamster sind bereits in ihr neues Heim eingezogen, nachdem sie eine Quarantänezeit und einen Gesundheitscheck absolviert haben. Die Tiere stammen aus Thüringen, in Zukunft können aber Nager aus ganz Mitteldeutschland aufgenommen werden. Um den Genpool der ehemals zusammenhängenden mitteldeutschen Hamsterpopulation zu erforschen und langfristig sichern zu können, führt das Team der Zuchtstation genetische Analysen durch. Ziel ist der Aufbau eines wissenschaftlich geführten Zuchtbuches, um die Hamsterpopulation bestmöglich zu erhalten.

Feldhamster schützen: Gehege-System sorgt für Freiraum und Ruhe

In den kommenden Jahren sollen die ersten Nachzuchten ausgewildert werden. Daher haben die Verpaarungen im Zoo Leipzig schon begonnen. Ein ausgeklügeltes Gehege-System, das mehrere Bereiche durch Röhren verbindet, sorgt dafür, dass die Nagetiere genügend Freiraum und Ruhe haben. Denn Feldhamster sind Einzelgänger. „Wir tun alles, damit sich die Hamster gut einleben und sich erfolgreich fortpflanzen können. Es geht um nicht weniger als den Erhalt ihrer Art, anderenfalls verschwindet wieder ein Stück Biodiversität“, betonen Gerd Lippold und Jörg Junhold.

Rubriklistenbild: © Zoo Leipzig