Haifisch-Appetit

Fisch als Haustier: Goldfische sollten nicht in freier Natur ausgesetzt werden

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Goldfische sind in Aquarien äußerst beliebt. Werden Besitzer ihrer überdrüssig, setzen manche sie in Seen und Gewässer aus. Dort richten sie oft großen Schaden an.

Berlin – Mit ihrer leuchtenden und schillernden Färbung machen sich Goldfische herrlich in Aquarien oder im heimischen Gartenteich. Zudem sind sie in der Haltung relativ einfach und unkompliziert. Die robusten und wunderschönen Zierfische werden schon sehr lange als Haustier gehalten und zählen zur Familie der Karpfenfische. Neben dem Koi gehören sie zur zweitältesten Zierfischart weltweit.

Fisch als Haustier: Goldfische sollten nicht in freier Natur ausgesetzt werden

Goldfische sollten nicht in freier Natur ausgesetzt werden. (Symbolbild)

Doch immer mehr Besitzer neigen dazu, ihre Tiere in freier Natur auszusetzen. Sei es durch Umzug, einen Jobwechsel oder weil sie einfach ihrer überdrüssig geworden sind. Doch auch für Fische sollte ein geeigneter Platz gefunden werden. Mag oder kann man sie nicht mehr halten, sollte man sie auf keinen Fall in einem Tümpel, Teich oder See aussetzen. Das ist falsch verstandene Tierliebe und Sie tun damit niemanden einen Gefallen. Denn Goldfische können je nach Art bis zu 40 Zentimeter lang werden und haben einen schier unersättlichen Appetit.

Laut Nabu vermehren sich die Tiere rasant und bilden innerhalb kürzester Zeit ganze Schwärme. Da Goldfische kein Sättigungsgefühl besitzen, sind sie bei ihrer Nahrung auch nicht wählerisch. „Leider müssen wir immer wieder beobachten, dass sogar neu angelegte Stillgewässer über Nacht zum Goldfischteich werden, weil vermeintliche Tierfreunde ihre überzähligen Exemplare darin aussetzen. Das mag gut gemeint sein, ist aber für darin laichende Frösche, Kröten und Molche oft das Aus“, berichtet Rainer Michalski von der Nabu-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe. Erfahren Sie auch, wie Sie Fische mit Teich- und Aquarienwasser im Eimer umsetzen.

Fisch als Haustier: Goldfische stellen eine Bedrohung für die Natur dar

Zudem zerstören sie das Ökosystem und sind eine Bedrohung für die Biodiversität, sagt Dr. James Dickey, Autor einer kürzlich erschienenen Studie an der Queens University Belfast dem „Mirror“. Er ergänzt: „Unsere Forschung deutet darauf hin, dass Goldfische eine dreifache Bedrohung sind. Sie sind leicht erhältlich und vereinen einen unersättlichen Appetit und mutiges Verhalten.“ Außerdem tragen sie zu einer schlechten Wasserqualität bei, indem die Pflanzen und Bodensedimente durcheinanderbringen. Jede Menge Tipps für ein klares Wasser im Aquarium.

Haben sich die Goldfische erstmal vermehrt, kann man ihnen kaum noch Herr werden. „Daher appellieren wir dringend an alle Teichbesitzer, ihre überzähligen Goldfische nicht in freier Natur zu entsorgen und stattdessen im Zoohandel oder bei befreundeten Teichbesitzern nach Ersatzquartieren Ausschau zu halten“, bittet der Naturschützer des Nabu.

Rubriklistenbild: © Imaginechina-Tuchong/Imago