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Fuchs und Wolf: Geheimnisvolle Raubtiere in Deutschland

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Ein Rudel Wölfe im Bayerischen Wald. (Symbolbild)
Ein Rudel Wölfe im Bayerischen Wald. (Symbolbild) © blickwinkel/Imago

Wölfe und Füchse sind zwei der bekanntesten Raubtiere in Deutschland. Erfahren Sie, wo und wie sie leben und wie häufig die Tiere bei uns vorkommen.

Berlin – Diese Tiere kommen immer wieder in Märchen, Geschichten und Kinderliedern vor. Kein Wunder: Wolf und Fuchs gehören zu den bekanntesten Raubtieren in deutschen Wäldern. Und sie sind mysteriös. Schließlich bekommen wir sie selten bis nie zu Gesicht. Während der Fuchs weit verbreitet ist, leben Wölfe erst seit 2000 wieder in Deutschland. Laut dem Naturschutzbund NABU waren sie hier 150 Jahre lang ausgerottet.

Sowohl Füchse als auch Wölfe gehören zu der Familie der Hunde. Sie sind Raubtiere und ein natürlicher Teil des Ökosystems in Deutschland. Seit 1990 sind Wölfe bundesweit geschützt: Sie dürfen nicht geschossen oder gejagt werden. Der Fuchs dagegen steht unter keinem Schutz und darf von Jägern ganzjährig geschossen werden.

Fuchs und Wolf: Geheimnisvolle Raubtiere in Deutschland

Fuchs und Wolf: Wölfe ausgerottet und inzwischen wieder in Deutschland

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts galt der Wolf als ausgerottet, nachdem die Menschen ihn systematisch gejagt hatten. Auch im 20. Jahrhundert wurden weiterhin zugewanderte Wölfe erschossen, mal legal, mal illegal. Erst seit der Wiedervereinigung stehen Wölfe in der ganzen Bundesrepublik Deutschland laut dem Bundesnaturschutzgesetz auf der Liste der streng geschützten Tierarten. So konnten Wolfsrudel inzwischen insbesondere in Sachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen ihren Lebensraum zurückergattern.

Während die Rückkehr der Wölfe für Naturschützer ein großer Erfolg ist, gibt es immer wieder auch Kritik an der steigenden Wolfspopulation. Landwirte sind besorgt, dass die Wölfe ihre Nutztiere reißen könnten. Schafe und Ziegen sind öfter betroffen als größere Tiere. Zu Übergriffen kommt es insbesondere dann, wenn die Wölfe in ihren Revieren kein Wild finden oder auf langen Streifzügen. Landwirte können ihre Herden mit speziellen Elektrozäunen schützen oder durch Herdenschutzhunde bewachen lassen. Manche Bundesländer bieten Landwirten finanzielle Hilfen an, wenn Wölfe Nutztiere töten. Wölfe sind menschenscheu und ziehen sich zurück, wenn sie uns wittern. In der Nähe von Menschen sind sie nur dämmerungs- und nachtaktiv.

Fuchs und Wolf: So unterscheiden Sie zwischen den Tieren

Wölfe und Hunde können sich sehr ähnlich sehen – kein Wunder, Hunde sind direkte Nachfahren der Wölfe. Einige kleine Anzeichen lassen Sie sie aber auseinander halten:

Wolfshybride: Das sind keine Haustiere. In der Natur paaren sich Wölfe normalerweise nicht mit Hunden. Nur in seltenen Ausnahmen kommt es dazu: Wenn Einzeltiere über lange Zeit keinen Partner finden. Die daraus resultierenden Mischlinge werden auch Wolfshybrid genannt. Es gibt einen illegalen Markt für gezüchtete Wolfshybride, weil das Interesse an den Tieren stetig wächst. Als Haustiere sind sie aber keinesfalls geeignet und eine tiergerechte Haltung ist kaum machbar. Diese Wolfshybride dürfen Sie nur in Ausnahmefällen halten.

Fuchs und Wolf: Füchse gibt es auf dem Land und in der Stadt

Die einzige Fuchsart, die in Deutschland vorkommt, ist der Rotfuchs. Den Tieren geht es in Deutschland gut: Ihr Bestand bleibt konstant hoch, wenn auch keine genauen Zahlen bekannt sind. Einige Jahrzehnte über war Tollwut ein großes Problem. Durch konsequente Impfaktionen gilt der deutsche Bestand inzwischen als tollwutfrei. Dafür sind die Krankheiten Räude und Staupe, die sich schnell und weit über Fuchspopulationen verbreiten, immer noch eine Gefahr. Als Kulturfolger sind die Füchse in die Städte gekommen. Weil die Tiere sehr anpassungsfähig sind, leben sie auch sehr erfolgreich in großen Städten wie Berlin. Als nachtaktive Allesfresser bedienen sie sich in Mülltonnen, sie finden in Parks und in Friedhöfen Unterschlupf und ziehen ihren Jungen auch mal in ungenutzten Wasserrohren auf.

Füchse leben im Fuchsbau unter der Erde. Der Bau teilt sich in einen Hauptbau und einigen oberflächlichen Höhlen und Fluchtröhren auf. Fuchspaare brauchen den Bau in der Paarungszeit von Dezember bis Februar und danach zur Aufzucht des Nachwuchses. Der männliche Fuchs, der Rüde, bleibt in vielen Fällen zur Aufzucht bei der Fähe, wie das weibliche Tier genannt wird. Diese bringt im März oder April drei bis sechs Junge auf die Welt. Vier Wochen nach der Geburt trauen sich die Kleinen das erste Mal nach draußen. Nach vier Monaten sind die Füchse bereits selbstständig und oft alleine unterwegs. In den Sommer- und Herbstmonaten bewohnen die Füchse meistens keinen Bau. Dann reichen ihnen Felder und Hecken zum Ausruhen.

Bei der Wahl ihrer Unterkunft sind Füchse nicht wählerisch. Statt selbst mühsam zu graben, beziehen sie auch Teile von nicht bezogenen Unterschlüpfen anderer Tiere. Besonders im Dachsbau kommen immer wieder auch Füchse unter. So entstehen kuriose Wohngemeinschaften zwischen den Tieren. Sogar Wildkaninchen und Füchse teilen sich manchmal Baue. Warum die Füchse ihre Beute dort nicht erlegen, ist nicht abschließend geklärt. Zoologen gehen davon aus, dass sie in der Nähe ihres Baus eine Art Burgfrieden halten.

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