Stress verringern

Haustiere und Silvester ohne Angst: So helfen Sie Ihrem Liebling

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Für viele Tiere ist Silvester der schlimmste Tag des Jahres. Wir geben Tipps, wie Sie Ihrem Liebling helfen und den Jahreswechsel so angenehm wie möglich gestalten.

Hamburg – Für viele Menschen gehören Raketen, Feuerwerk und Wunderkerzen einfach zu Silvester dazu. Doch die lauten Geräusche und Lichtblitze bedeuten laut der Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ für die meisten Haus- und Wildtiere eine enorme Stresssituation. Zwar dürfen zum diesjährigen Jahreswechsel keine Raketen und Böller verkauft werden, es ist aber nicht auszuschließen, dass noch Restbestände gezündet oder Feuerwerkskörper online besorgt werden. Wir geben Tipps, mit welchen einfachen Maßnahmen Tierhalter ihren Lieblingen helfen und ihre Nerven an Silvester beruhigen können.

Haustiere und Silvester ohne Angst: So helfen Sie Ihrem Liebling

Die Vier-Pfoten-Experten schätzen, dass sich rund die Hälfte aller Hunde vor Lärm fürchtet. Die Vierbeiner sind von Natur aus mit einem besonders empfindlichen Hörorgan ausgestattet und können Lärm nicht als keine Gefahr einordnen. Hunde reagieren ganz unterschiedlich darauf: das reicht von Stress bis hin zu Panik mit Fluchtinstinkt. Symptome für Stress können sich dabei auch körperlich äußern, wie zum Beispiel Durchfall, lang anhaltendes Zittern oder Nahrungsverweigerung. In schlimmen Fällen können diese Angst-Symptome sogar noch Tage oder Wochen nach dem Jahreswechsel anhalten.

Wenn es an Silvester draußen knallt, versteckt sich drinnen so manches Tier unter dem Sofa. (Symbolbild)

Haustiere und Silvester ohne Angst: Vorbereitende Maßnahmen

Die Welttierschutzgesellschaft (WTG) rät auf ihrer Webseite dazu, Freigängerkatzen jeweils auch ein bis zwei Tage vor und nach Silvester nicht aus dem Haus zu lassen. Am Silvestertag natürlich sowieso nicht, denn sie könnten durch den Lärm in Panik geraten, zu weit weglaufen und nicht mehr heimfinden. Als vorbeugende Maßnahme ist es auf alle Fälle empfehlenswert, die Katze chippen zu lassen, falls diese trotz aller Vorsicht aus der Wohnung entwischt.

Hundehalter sollten ihre Vierbeiner schon ein paar Tage vor Silvester nicht mehr ohne Leine Gassi führen, falls doch schon mal vorher ein Böller gezündet wird und das Tier erschrickt. „Das kann so weit führen, dass die Tiere in Panik geraten und sich dabei schwer verletzen oder wegrennen“, äußert sich Katharina Kohn, Geschäftsführerin der Welttierschutzgesellschaft, auf der Webseite der WTG. An Silvester selbst sollte man die letzte Gassirunde früh genug erledigen, um dem größten Lärm und Trubel draußen zu entgehen.

Auch Klein- und Käfigtiere wie Meerschweinchen, Kaninchen und Vögel sind sehr stressanfällig. Zur Geräusch- und Lichtdämmung sollte man ihnen eine Decke über Käfig oder Gehege hängen und diesen möglichst weit vom Fenster, am besten in einen ruhigen Raum, stellen. Auch eine zusätzliche Schicht Einstreu gibt ihnen die Möglichkeit, sich noch besser zu verstecken.

Haustiere und Silvester ohne Angst: Tipps für Halter und Tiere

Für alle Haustierbesitzer, die ihren Lieblingen an Silvester helfen möchten, haben wir noch ein paar Tipps zusammengestellt, wie man die Tiere möglichst stressfrei ins neue Jahr bringt und ihnen diesen Tag so angenehm wie möglich gestaltet.

  • Haustiere an Silvester nicht alleine lassen: Man sollte seine Tiere an Silvester keinesfalls alleine lassen, denn die Anwesenheit ihres Menschen kann sehr hilfreich und beruhigend für sie sein. Freigängerkatzen sollten ein bis zwei Tage vor Silvester nicht mehr rausgelassen werden.
  • So wie immer verhalten: Da sich das persönliche Verhalten und die eigene Stimmung auf unsere Lieblinge überträgt, sollte man sich an Silvester nach Möglichkeit verhalten, als ob es ein ganz normaler Tag wäre. Das vermittelt dem Haustier Normalität und Sicherheit.
  • Rollläden runter und Fenster zu: Um das Haustier in der Wohnung vor grellen Lichteffekten und Lärm zu schützen, empfiehlt es sich, frühzeitig die Fenster und, wenn vorhanden, Rollläden oder Vorhänge zu schließen.
  • Ruheraum einrichten und Verstecke anbieten: Wer kann, sollte seinem Tier einen Rückzugsort einrichten, zum Beispiel in einem ruhig gelegenen Zimmer. Dort kann man zusätzlich leise Musik oder den Fernseher laufen lassen, was für eine beruhigende Geräuschkulisse sorgt. Katzen müssen viele Orte zum Verstecken zur Verfügung stehen, wie zum Beispiel im geöffneten Kleiderschrank oder Besitzer sollten ihnen mehrere gemütliche Höhlen schaffen.
  • Beruhigende Medikamente: Leiden Tiere sehr stark unter dem Jahreswechsel – womöglich mit Panikattacken und großer Angst – ist es ratsam in Absprache mit dem Tierarzt beruhigende Medikamente zu verabreichen. Bei Katzen können auch Pheromone zur Beruhigung helfen. Auch hier ist eine Konsultation des Tierarztes ratsam.
  • Adressanhänger am Halsband/Haustier chippen lassen: Sollte es dem Hund oder der Katze trotz aller Vorsichtsmaßnahmen gelingen, nach draußen zu entwischen und wegzulaufen, ist es von Vorteil, wenn das Tier ein Halsband mit Adressanhänger trägt oder im besten Fall gechippt und registriert ist. Das erhöht die Chance auf eine Wiedervereinigung mit Ihrem Liebling.

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