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Hund verursacht Unfall – Halterin lässt Opfer zurück, um ihn zu suchen

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Ein tobender Hund brachte eine Radfahrerin zu Fall – die Halterin kümmerte sich aber nicht um das Opfer, sondern suchte das Tier. Nun muss sie zahlen.

Kommt es zu einem Verkehrsunfall zwischen Mensch und Tier – dann muss die erste Sorge laut einem Urteil des Amtsgerichts München (Az.: 941 Cs 442 Js 190826/21) dem Menschen gelten. Verlässt man zunächst den Unfallort, um sich beispielsweise, um seinen Hund zu kümmern, könnte das als Unfallflucht ausgelegt werden – so wie nun in einem Fall, der sich im Sommer 2021 in München zugetragen hat.

Ein Hund schaut in die Kamera
In München brachte ein Hund eine Fahrradfahrerin zu Fall – die Halterin wurde nun zu einer Geldstrafe verurteilt. (Symbolfoto) © Westend61/Imago

Hund verursacht Unfall – Halterin lässt Opfer zurück, um ihn zu suchen

Damals ging die Angeklagte (57) mit ihrem Hund am Isarhochufer spazieren, begleitet wurde sie dabei von einer weiteren Frau, die ebenfalls ihren Vierbeiner dabei hatte. Beide Halterinnen ließen ihre Hunde von der Leine, die anschließend gemeinsam umhertollten. Dabei geriet der Hund der 57-Jährigen auf einen Radweg, wo er den Weg einer Fahrradfahrerin kreuzte. Das Vorderrad der Radlerin blockierte, sie überschlug sich und blieb zunächst bewusstlos liegen.

Hund bringt Radlerin zu Fall: Frau erleidet ein Schleudertrauma und Prellungen

Die Radlerin wurde bei ihrem Sturz nicht unerheblich verletzt: Sie erlitt unter anderem ein Schleudertrauma, Schürfwunden und Prellungen. Rund eine Woche war die Frau im Anschluss krankgeschrieben.

Um die Erstversorgung der gestürzten Radlerin kümmerte sich allerdings die Begleiterin der Hundehalterin. Die Angeklagte selbst entfernte sich, ohne dem Opfer zu helfen und ohne ihre Personalien zu hinterlassen. In der Verhandlung erklärte sie, dass sie ihren Hund (lesen Sie hier, wie viel eine Hunde-Haftpflichtversicherung kostet) habe suchen müssen. Dieser sei panisch gewesen und sie habe Angst gehabt, er laufe vor ein Auto. Dennoch räumte die 57-Jährige ihr Fehlverhalten ein. Sie verpflichtete sich an die Geschädigte ein Schmerzensgeld in Höhe von 800 Euro zu zahlen.

Hund verursacht Unfall – Halterin wegen Unfallflucht zu 1.800 Euro Geldstrafe verurteilt

Laut der Halterin habe der Hund nach dem Unfall Angst vor Fahrrädern gehabt – und wollte erst nach monatelanger Arbeit mit Hundetrainern wieder Gassi gehen.

Das Amtsgericht München verurteilte die 57-Jährige wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort zu einer Geldstrafe in Höhe von 1.800 Euro. Der Strafrahmen bei einer Unfallflucht (§142 StGB) reicht von einer Geldstrafe bis hin zu drei Jahren Freiheitsstrafe. Der Richter hielt der Angeklagten unter anderem zugute, dass sie ihr Fehlverhalten eingestanden und ein Schmerzensgeld gezahlt hatte. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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