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Hunde erkennen böse Menschen – Studie bestätigt die These

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Dass Hunde ein gutes Gespür haben, ist kein Geheimnis. Jetzt entdecken Wissenschaftler, dass die Fellnasen sogar böse Absichten riechen können.

Hunde sind zweifelsfrei besondere Tiere mit sehr individuellen Charakterzügen. Sie können mutig und clever sein, verschmust und liebevoll, beschützend und unterstützend. Nicht umsonst bezeichnet man sie als besten Freund des Menschen. Wer seinen Hund gut behandelt, der hat einen treuen Begleiter für den Rest seines Lebens.

Durch jahrhundertelange Domestizierung haben die Vierbeiner außerdem gelernt, menschliches Verhalten zu lesen und auf Emotionen zu reagieren – eine Fähigkeit, die sie von den meisten anderen Haustieren unterscheidet. Wissenschaftler wollen außerdem herausgefunden haben, dass Hunde sogar ein Gespür für schlechte Menschen haben. Verschiedene Studien berichten von Experimenten, in denen die Tiere skeptisch auf bestimmte Personen reagierten, die sich zuvor negativ ihnen oder ihren Besitzern gegenüber verhalten hatten. Wer also die guten Intentionen seines Gegenübers bezweifelt, sollte möglicherweise schnellstens die Meinung eines Hundes einholen.

Hunde erkennen schlechte Menschen – Studie bestätigt

Hunde beobachten Menschen sehr genau.
Hunde beobachten Menschen sehr genau. (Symbolbild) © Yay Images/Imago

Hunde sind heutzutage weit mehr als nur Wachpersonal oder Assistent bei der Jagd. Nach Jahrhunderten der Züchtung und Domestizierung gehören die Vierbeiner bei den meisten Hundebesitzern zur Familie: Sie werden gepflegt und verwöhnt, müssen sich aber ebenso an die Regeln der Gemeinschaft halten wie alle anderen Familienmitglieder. Es kommt nicht von ungefähr, dass der Hund sich weltweit zum beliebtesten Haustier entwickelt hat.

Ähnlich wie ihre Vorfahren, die Wölfe, haben Hunde ein stark ausgeprägtes Sozialverhalten. Sie sind Rudeltiere und fühlen sich nur wohl, wenn sie den anderen Mitgliedern ihrer Gruppe Vertrauen schenken können. Dass Hunde in der Lage sind, menschliche Emotionen zu spüren, wurde in der Vergangenheit mehrfach durch wissenschaftliche Studien bewiesen. Und wohl fast jeder Hundebesitzer hat schon einmal die Erfahrung gemacht, dass seine Fellnase sofort merkt, wenn etwas nicht stimmt oder plötzlich Aufregung herrscht. Einige Untersuchungen belegen sogar, dass Hunderassen wie Dackel und Dobermann den Unterschied zwischen fröhlichen und wütenden Gesichtszügen erkennen und entsprechend anders auf Personen reagieren. Weitere Experimente sollen außerdem gezeigt haben, dass Hunde merken, wenn Menschen böse Absichten hegen.

Hunde erkennen schlechte Menschen – skeptisches Verhalten bei Täuschung

In Japan führte ein Team von Forschern ein Experiment mit 34 Hunden durch. Die Ergebnisse waren erstaunlich. Vor den Tieren waren Lebensmittelbehälter aufgestellt, von denen allerdings nur einige Leckerli enthielten. In der ersten Runde zeigte der Testleiter auf einen Behälter mit Futter, in der zweiten Runde wies er jedoch auf ein leeres Gefäß. Als er die Hunde in der dritten Runde erneut auf einen Container mit Leckerli hinwies, war der Großteil der Vierbeiner skeptisch und reagierte nicht: Das Vertrauen in den Testleiter war durch die vorherige Täuschung verletzt.

Eine neuere Studie scheint außerdem zu belegen, dass Hunde sogar erkennen, wenn eine Person sich nicht korrekt gegenüber ihrem Herrchen oder Frauchen verhält. In einem Experiment beobachteten die tierischen Begleiter eine Interaktion zwischen ihrem Besitzer und einer unbekannten Person. Die Hundehalter baten darin um Hilfe beim Öffnen eines Behälters, wobei die Reaktion des Gegenübers unterschiedlich ausfiel: Einige halfen sofort, andere ignorierten die Anfrage und wiederum andere weigerten sich aktiv. Im Nachhinein baten die Testpersonen den teilnehmenden Hunden eine Belohnung an. In den ersten beiden Fällen akzeptierten diese die Leckerli, doch das Futter der Person, die ihrem Halter die Unterstützung verweigerte, lehnten die Fellnasen konsequent ab.

Hunde erkennen schlechte Menschen – Gespür für böse Absichten

Die beschriebenen Experimente scheinen zu beweisen, dass Hunde erkennen, wenn jemand sie aktiv hinters Licht geführt hat oder gemein zu ihrem Besitzer ist. Besonders interessant an den Ergebnissen ist, dass die Tiere bei einer neuen Person zunächst wieder Vertrauen zeigten. Individuelles schlechtes Verhalten wird demzufolge mit dem entsprechenden Menschen in Verbindung gebracht – jeder neue Besucher erhält erst einmal die Chance, es besser zu machen.

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

Die jüngsten Tests weisen zusätzlich darauf hin, dass Hunde in Vertrauensfragen nicht nur ihre eigenen Interaktionen mit Menschen bewerten. Auch zwischenmenschliches Verhalten spielt augenscheinlich eine Rolle, um das Vertrauen eines Hundes zu gewinnen. Die Vierbeiner beobachten nämlich genau, ob andere freundlich oder gemein zu ihren Bezugspersonen sind und reagieren entsprechend offen oder skeptisch. Möglicherweise sehen Hunde manchmal sogar mehr als Menschen – wenn ein Hund eine bestimmte Person also aktiv meidet, sollte man seinem Gespür vielleicht vertrauen.

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