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Können Hunde fernsehen? Ja, das können sie tatsächlich – in ihrer eignen Wahrnehmung

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Von: Larissa Strohbusch

Wenn Sie fernsehen, guckt ihr Hund mit? Aber versteht er tatsächlich, was da passiert? Eine Hundeexpertin klärt auf.

Die meisten Hundebesitzer kennen es: Sie machen es sich vor dem Fernseher gemütlich und der Vierbeiner guckt mit. Manche Hunde sind nur kurz interessiert, andere flippen regelrecht aus, wenn sie einen Artgenossen auf dem Bildschirm entdecken. Aber können Hunde wirklich fernsehen? Und vertreibt das sogar die Langeweile, wenn sie alleine zu Hause bleiben müssen?

Sie nehmen die Welt anders wahr: Können Hunde wirklich fernsehen?

Ein Hund sieht sich selbst im Fernsehen.
Ein Hund sieht sich selbst im Fernsehen. (Symbolbild) © Allstar/Imago

Hundeaugen funktionieren anders als Menschenaugen. Lange dachten Wissenschaftler, Hunde könnten nur Schwarz-Weiß sehen. Das ist inzwischen widerlegt: Hunde nehmen durchaus Farben wahr, allerdings dichromatisch. Das heißt, sie sehen das Farbspektrum von Gelb und Blau. Auch haben ihre Augen eine andere Flickerfrequenz als die menschlichen: Während sie bei Menschen 50 Hz beträgt – wir also bei 50 Bildern pro Sekunde die Illusion eines Films wahrnehmen – brauchen Hunde 70 Hz. Ein normales Video, gerade von älteren Fernsehgeräten, flackert daher in ihrer Wahrnehmung. Der visuelle Sinn ist für Hunde aber auch nicht so wichtig ist und sie sehen daher weniger scharf als der Mensch. Hinzu kommt, dass Hunde nicht fähig sind, ungewohnte Perspektiven zu verstehen. Unnatürliche Kamerawinkel oder Zeichentrick werden den Hund eher kalt lassen.

Action-Blockbuster als Hundefernsehen? Das interessiert den Vierbeiner wirklich

Klar ist: Hunde können fernsehen. Aber wollen sie das auch? Für Hunde ist in der Regel interessant, was sie kennen. Sie mögen Tiere auf dem Bildschirm, am allerliebsten Artgenossen. Mancher Hund ist aber durchaus auch bei Tieren neugierig, die er noch nie zuvor gesehen hat. Das ist nicht nur eine Charakterfrage, sondern hängt auch von der Rasse ab. Hütehunde sind darauf gezüchtet, visuelle Reize stärker wahrzunehmen und werden eher auf den Bildschirm reagieren als Schweißhunde, für die der Geruchssinn eine stärkere Bedeutung besitzt. Für alle Hunde gilt: Geräusche sind sehr viel wichtiger als Bilder, denn Hunde haben gute Ohren. Bellt es im TV, winselt ein Tier oder hören sie Lob und Kommandos, wie sie es von ihrem Menschen kennen, dann spitzen sie die Ohren und werden aufmerksam. Oft ist es auch so: Der Hund schaut Fernsehen, weil Frauchen und Herrchen es tun. Die meisten Hunde reagieren auf das, was ihr Besitzer tut und prüfen daher, was diesen so brennend interessiert. Studien belegen: Hunde haben dieselben Gefühle wie ihre Besitzer.

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Ist Fernsehen für Hunde sinnvoll?

Hundefernsehen scheint eine Marktlücke zu sein, die verschiedene Anbieter besetzen wollen. So gibt es bereits extra für den Fellfreund konzipierte Fernsehsender. Dort werden dem Hund Situationen gezeigt, die ihn entspannen sollen, beispielsweise grüne Wiesen und andere Vierbeiner. So mancher Besitzer lässt ohnehin den TV laufen, während er länger außer Haus ist, damit der Hund sich nicht langweilt oder einsam wird. Hunde-Trainerin Melanie Hofmann sieht das kritisch. Auf martinruetter.com verrät sie: „Der Hund soll lernen, dass er entspannen kann und seine Ruhe hat, wenn er alleine ist.“ Sie empfiehlt, dass der Mensch sich vor und nach der Ruhezeit intensiv mit dem tierischen Mitbewohner beschäftigt, sodass der die einsamen Stunden genießen kann. Action kann generell nicht schaden, denn: Übergewicht steigert auch beim Hund das Risiko für zahlreiche Krankheiten.

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