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Hundeführerschein: Peta fordert Nachweis nach Angriff in Hamburg

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Von: Sandra Barbara Furtner

Nach einem Angriff eines Hundes auf eine Frau fordert die Tierrechtsorganisation Peta die Einführung eines Hundeführerscheins für alle Besitzer in Hamburg

Berlin – Immer häufiger kommt es zu Beißvorfällen, bei denen Menschen, aber auch andere Tiere verletzt oder auch getötet werden. Mitte Mai wurde eine Frau im Fischers Park in Altona-Nord (Hamburg) von einem Hund angefallen. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Aktuell läuft gegen die Hundehalterin ein Verfahren. Auch in Rendsburg (Schleswig-Holstein) wurde ein 21-jähriger Mann vor kurzem von zwei frei laufenden Hunden attackiert. Die Polizei in Fockbek sucht nun nach dem Halter.

Nur zwei Beispiele von vielen. Die Tierrechtsorganisation Peta fordert die Einführung eines Hundeführerscheins für alle Besitzer in Hamburg und auch in Schleswig-Holstein. Denn in Hamburg ist ein Hundeführerschein bisher nur Pflicht, wer seinen Vierbeinern Freilauf ermöglichen möchte. Hat man diesen nicht, so besteht für Hunde über 12 Monate Leinenpflicht. In Schleswig-Holstein ist der Hundeführerschein bisher nicht verpflichtend. Wichtig ist auch das neue Gassi-Gesetz für alle Hundehalter.

Nach dem Angriff eines Hundes fordert die Tierrechtsorganisation Peta die Einführung des Hundeführerscheins.
Nach dem Angriff eines Hundes fordert die Tierrechtsorganisation Peta die Einführung des Hundeführerscheins. (Symbolbild) © imagebroker/Imago

Hundeführerschein: Es gibt keine bundesweite Pflicht. Jedes Bundesland regelt das anders

Hundeführerschein: Was ist ein Hundeführerschein überhaupt?

Mit dem Hundeführerschein soll der Besitzer den richtigen Umgang mit seinem Hund lernen. Laut Peta ereignen sich die meisten Unfälle durch reine Fehleinschätzung der Hunde seitens der Halter. Auch eine falsche Haltung oder eine gewaltsame Erziehung können dazu führen. „Meist liegt das Problem nicht beim Hund, sondern am anderen Ende der Leine. Viele Halterinnen und Halter können das Verhalten, die Signale und die Körpersprache ihres Vierbeiners nicht richtig deuten und einschätzen. Somit ist die wahre Ursache für Beißattacken bei ihnen zu suchen – nicht beim Tier“, so Monic Moll, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei Peta. Außerdem betont sie: „Jeder Hund, der falsch gehalten oder behandelt wird, kann zu einer Gefahr für Mensch und Tier werden – unabhängig davon, ob er einer ‚Rasse‘ angehört oder ein ‚Mix’ ist.“ Neben der Tierrechtsorganisation Peta fordert übrigens auch der Deutsche Tierschutzbund die bundesweite Einführung eines Hundeführerscheins für alle Hundehalter.

Hundeführerschein: Auch Hundeprofi Martin Rütter ist dafür

Beim Hundeführerschein legt man ähnlich wie beim Autoführerschein eine theoretische und eine praktische Prüfung ab. Viele Hundeschulen, aber auch Tierheime und Verbände wie der „VDH“ (Verband für das deutsche Hundewesen), „BVZ“ (Berufs­verband zertifizierter Hunde­schulen) und „BHV“ (Berufs­verband der Hunde­erzieher und Verhaltens­berater) bieten dafür entsprechende Kurse an. Themen sind unter anderem Erziehung, Haltung, Pflege, Ernährung, Kommunikation, Gesundheit und Recht. Doch Richtlinien und Prüfungsinhalte sind individuell. Die Kosten für die Prüfung variieren je nach Bundesland, man kann in etwa mit 100 Euro rechnen.

Durch diese Schulung lernt der Halter seinen Vierbeiner deutlich besser einzuschätzen und ist in der Lage auch in einer kritischen Situation einzugreifen und zu handeln. Gefährliche Beißunfälle können somit besser vermieden werden. Auch Hundeprofi Martin Rütter befürwortet die Einführung eines Hundeführerscheins. So sagt er in einem Interview: „Ein Hundeführerschein ist die Lösung schlechthin. Jeder darf einen Hund besitzen, ja sogar züchten oder eine Hundeschule aufmachen. Unfälle passieren, weil die Besitzer keine Ahnung von den Tieren haben. Da ließe sich mit einer relativ kurzen Schulung der Grundkenntnisse viel verbessern.“

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