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Igel überwintern: So helfen Sie dem stacheligen Gast richtig

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Wer einen Garten oder einen Balkon hat, kann mit einfachen Mitteln den kleinen Wildtieren beim Überwintern helfen.

Berlin – Laut Bundesnaturschutzgesetz zählen Igel zu den besonders geschützten Tierarten: Sie zu fangen, zu verletzen oder gar zu töten wird mit hohen Geldstrafen geahndet. Im Winter brauchen die beliebten Stacheltiere jedoch menschliche Unterstützung. Vor allem junge oder verletzte Igel dürfen sogar im Haus oder im Garten überwintern. Sie benötigen allerdings bestimmte Bedingungen, damit ihr Winterschlaf ungestört bleibt. 

Wer seinen Garten naturnah gestaltet, bietet Igeln ein optimales Nist- und Winterquartier. Ideale Igelgärten beinhalten viele Naturelemente: von Hecken über einen Teich bis hin zur Steinmauer oder Wiese. Hohlräume – etwa im Holzstapel – sind ebenfalls als Unterschlupf geeignet. Ein Naturgarten sollte zudem gift- und chemiefrei bewirtschaftet werden. Stattdessen kommen „sanfte“, tierfreundliche Methoden zum Einsatz. Auch sollten Sie nicht zu oft den Rasen mähen und die Hecke schneiden. So finden beliebte Stacheltiere auch genug Unterschlüpfe.

Ein Igel sitzt im Garten und schnuppert an einigen Äpfeln. (Symbolbild)
Igel suchen gerne in naturbelassenen Gärten Unterschlupf. (Symbolbild) © Kevin Sawford/Imago

Igel überwintern: So helfen Sie dem stacheligen Gast richtig

In der kalten Jahreszeit ist es wichtig, in abgelegenen Gartenecken Laub, altes Holz und Äste zu häufen – damit Igel hier ihr Winterquartier einrichten können. Eine darauf gespannte Plane sorgt zusätzlich für mehr Komfort: Igel können nämlich aufwachen, wenn es zu kalt, zu warm oder zu feucht wird. Dann verlieren sie zu viel Energie und riskieren, den Winter nicht zu überstehen.

Igel überwintern: In naturbelassenen Gärten fühlen sie sich wohl

Ab Mitte November beginnt für die meisten Igel die Schlummerzeit, die – abgesehen von kurzen Unterbrechungen – bis in den März oder April geht. Gerne suchen sie sich einen Unterschlupf im naturbelassenen Garten. Sollte der Frühling nicht sonderlich warm und sonnig ausfallen, nutzen Igel ihre Winterquartiere sogar noch bis in den Mai hinein.

Hat man ein ausgewachsenes, gesundes Exemplar (mit rund einem Kilo auf den Rippen) draußen im Garten entdeckt, heißt es:

Igel überwintern: Wenn das Stacheltier im Haus untergebracht wird

Auffallend unterernährte, kraftlose oder verletzte Igel dürfen in der kalten Jahreszeit in die menschliche Obhut kommen. Entweder versorgt ihr „Gastgeber“ die aufgesammelten Igel selbst oder er bringt sie zu einer speziellen Igelstation. Vor allem Jungtiere, die leichter als 300 Gramm sind, sind bei drohendem Wintereinbruch gefährdet: Sie kühlen schnell aus und kommen kaum an Futter. Aber auch erwachsene Igel, die weniger als 700 Gramm wiegen, sind in Gefahr. Solche Tiere müssen zuerst bis zum Winterschlaf tauglichen Gewicht gefüttert und dafür auch im Haus untergebracht werden. Wer einen Igel bei sich überwintern lassen möchte, sollte dem putzigen Stachelträger allerdings bestimmte Konditionen bieten.

Igel überwintern: Tipps und Tricks für das Freigehege

Je nach Platz und Möglichkeiten sollte dem hilfsbedürftigen Igel ein ausbruchsicheres Freigehege mit einem Winterschlafhaus zur Verfügung gestellt werden. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn das Tier nach dem Winterschlaf ausgewildert werden soll. Dann wird im Frühjahr einfach ein Spalt geöffnet – und der Igel kann selbst entscheiden, wann er das Gehege verlassen möchte. Das Igelhaus sollte aus Holz sein und einen Boden sowie ein abnehmbares Dach haben. So kann der Pfleger das Nest kontrollieren, ohne das Tier zu stören. Drinnen sollte der Igel ausreichend Nistmaterial in Form von zerknülltem Zeitungs- und Küchenpapier haben – damit kann er sein Winterquartier nach Belieben „optimieren“. Ist es draußen zu kalt und lässt der Platz im Haus es zu, sollte der Igelpfleger das Schlafquartier in ein kaltes Zimmer, auf die Terrasse oder in den Keller verlegen.

Igel überwintern: Das gilt es im Innenraum zu beachten

Auch ein sehr kaltes Zimmer, ein Balkon, ein nicht zu warmer Kellerraum oder eine Terrasse sind für Igel unter Umständen zum Überwintern geeignet. Wichtig: Für den ruhigen Winterschlaf soll die Raumtemperatur nur wenig über der Außentemperatur liegen. Ansonsten fällt der Igel in einen Dämmerschlaf. Dieser zehrt jedoch an seinen Kräften und er nimmt zu viel ab. Wenn der Pflegling trotz niedriger Temperaturen nicht einschlafen will, stellt man für zwei, drei Tage seine Fütterung ein. Der Nahrungsmangel löst nämlich den Winterschlaf aus. Hat sich der Igel für seinen Winterschlaf endlich „eingeigelt“, sollte der Pfleger immer mal wieder kontrollieren, wie dieser verläuft. Zudem sollten etwas Igel-Trockenfutter und frisches Wasser verfügbar sein – für den Fall, dass der Pflegling nicht durchschläft und Hunger bekommt. Wer seinen Igel lange nicht gesehen hat, kann ihn vorsichtig berühren: Stellen sich die Stacheln auf, geht es ihm gut. Gut zu wissen: Igel sind Einzelgänger. Darum sollten sie auch allein in ihrem Winterquartier überwintern.

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