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Igel wieder im Garten unterwegs – jetzt bloß keine Milch geben

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Von: Nina Marie Jarosch

Der Winterschlaf ist vorbei und die Igel sind wieder unterwegs. Wir verraten, wie man den Tieren jetzt hilft und was für sie zur Gefahr werden kann.

Hannover – Wohl kaum ein anderes Wildtier genießt eine so große Beliebtheit bei den Menschen wie der Igel. Jetzt ist der Winterschlaf vorbei und die stacheligen Gesellen sind wieder in unseren Gärten und Parks auf Nahrungssuche unterwegs. Vor allem Gartenbesitzer können Igeln laut NABU nachhaltig und sinnvoll helfen, indem sie den Lebensraum der Tiere schützen. Wie das gelingt und was man jetzt noch für die beliebten Gartenbewohner tun kann, erfahren Sie hier.

Igel wieder im Garten unterwegs – jetzt bloß keine Milch geben

Der Igel ist ein Wildtier und kommt eigentlich ganz gut allein zu Recht. Doch gerade nach dem Winterschlaf sind die Tiere ausgezehrt. Manche Igel erwachen schon im März, andere erst gegen Ende April. Dann haben die putzigen Stacheltiere großen Hunger und vor allem Durst. Wer den nachtaktiven Insektenjägern den Start in eine neue Saison erleichtern möchte, kann jetzt am Anfang ein wenig zufüttern. Dabei sollte man aber beachten, dass ihr Nahrungsspektrum so gut wie ausschließlich aus tierischem Eiweiß besteht.

Der Winterschlaf ist vorbei und die Igel sind wieder unterwegs. Wir verraten, wie man den Tieren jetzt hilft und was für sie zur Gefahr werden kann.
Nach dem Winterschlaf kann man Igeln helfen, indem man ihnen eine Wasserschale aufstellt. (Symbolbild) © Shotshop/Imago

„Auf ihrem Speiseplan stehen Regenwürmer, Käfer, Raupen, Ameisen, anderes Kleingetier, aber auch schon mal ein Ei einer bodenbrütenden Vogelart – sie sind nicht wählerisch“, erklärt Rüdiger Wohlers vom NABU Niedersachsen. Eine artgerechte Fütterung der Tiere sollte daher abwechslungsreich sein. Folgende Nahrungsmittel sind für die Fütterung von Igeln geeignet:

Es gibt aber auch Nahrungsmittel, die den Igeln schaden können und im schlimmsten Fall sogar tödlich sind. Wer zum Beispiel glaubt, dem Igel mit einer Schale Milch etwas Gutes zu tun, liegt leider völlig falsch. Denn Igel sind von Natur aus laktoseintolerant und vertragen keine Milchprodukte. Da sie aber kaum einen Snack auslassen, trinken sie die Milch trotzdem. Die Folge ist häufig starker Durchfall, der das Tier sogar töten kann. Auch folgende Nahrungsmittel sind nicht für Igel geeignet und sollten keinesfalls gefüttert werden:

Igel wieder im Garten unterwegs – jetzt Unterschlupf für sie bauen

Um den Igeln zusätzlich zu helfen, kann man ihnen einen Unterschlupf oder eine sogenannte „Igelburg“ bauen. „Jetzt ist die richtige Zeit, dem Igel ein Haus aus Holz zu zimmern. Das können sogar wenig handwerklich begabte“, so der Naturschützer. „Wenn die Igelburg mit Geäst und Laub abgedeckt wird, ist dies ein ideales Nest und später im Jahr ein hervorragender Überwinterungsplatz“, so Wohlers. Erfahren Sie außerdem, wie man Igeln noch beim Überwintern helfen kann.

Die Anleitung für so ein Igelhaus bekommt man beim NABU. Wer dennoch nicht selbst eines bauen möchte, kann ein Igelhaus im Fachhandel kaufen und im Garten aufstellen. Dabei sollte man aber unbedingt darauf achten, dass der Standort niemals in einer vom Regenwasser gefährdeten Senke liegt, sondern auf etwas erhöhtem Terrain unter Sträuchern aufgestellt wird.

Igel wieder im Garten unterwegs – Mähroboter sind große Gefahr

Die Igelbestände sind seit Jahren in ganz Europa rückläufig. Wer bei der Igelzählung mithelfen will, kann das jetzt über eine App vom LBV machen. Es gibt eine weitere Gefährdung der Tiere, die aber nicht nur den Igel betrifft: Mähroboter. „Wir erhalten immer wieder verletzte Igel, die offensichtlich Opfer von Mährobotern geworden sind“, berichtet Bärbel Rogoschik vom NABU-Artenschutzzentrum in Leiferde. „Dies dürfte vor allem darauf zurückzuführen sein, dass die Geräte entgegen der Betriebsanleitung unbeaufsichtigt laufen gelassen werden – oft in der Dämmerung oder sogar nachts. Genau dann sind die nachtaktiven Igel aber unterwegs“, so Rogoschik. „Igel laufen vor einer Gefahr nicht davon, sie igeln sich dann im wahrsten Sinne des Wortes ein und werden von den Robotern überrollt.“

Igelfreunde sollten also am besten komplett auf den Einsatz von Mährobotern verzichten. Wer aus praktischen Gründen dennoch nicht darauf verzichten möchten, sollte den Mähroboter nicht unbeaufsichtigt und auf gar keinen Fall in der Dämmerung oder Dunkelheit mähen lassen.

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