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Katzen und ihr Putzverhalten: Es geht um mehr als nur Fellpflege

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Von: Nina Marie Jarosch

Katzen putzen sich sehr häufig und das aus den unterschiedlichsten Gründen. Denn dabei geht es um weit mehr als nur Fellpflege.

München – Katzen gelten als sehr reinliche Tiere, weil sie sich oft und regelmäßig sehr ausgiebig putzen. Tatsächlich verbringen sie Samtpfoten täglich sogar ganze drei Stunden mit der Körperpflege. Erfahren Sie, welche Gründe das häufige Putzen hat und was es über den Gesundheitszustand eines Tieres aussagt.

Katzen und ihr Putzverhalten: Es geht um mehr als nur Fellpflege

Katzen putzen sich sehr häufig und das aus den unterschiedlichsten Gründen. Denn dabei geht es um weit mehr als nur Fellpflege.
Das Putzen hat bei Katzen viele Funktionen und dient nicht nur der Reinigung. (Symbolbild) © blickwinkel/Imago

Der wichtigste und wohl auch offensichtlichste Grund für das Putzen bei Katzen dient der Reinigung und Fellpflege. Die Katzenzunge hat eine spezielle Struktur mit kleinen hornartigen Häkchen, die es der Katze ermöglicht beim Putzen mühelos Haare, Pflanzenteile, Parasiten oder andere Fremdkörper zu entfernen. Doch das Putzen erfüllt noch weitaus mehr Funktionen als nur die Säuberung und Pflege des Fells.

Katzen und ihr Putzverhalten: Imprägnierung und Visitenkarte

Durch das Putzen wird bei den Katzen die Durchblutung der Haut angeregt, was die Talgdrüsen zur Fettabsonderung anregt. Mit dem Putzen wird Fett und Speichel überall verteilt, was das Fell geschmeidig hält und zudem imprägniert. Gleichzeitig wird dadurch auch ihr individueller Geruch verstärkt. Diese besondere Duftnote ist wie eine Visitenkarte, mit der Katzen ihre Artgenossen schon von weitem erkennen.

Katzen und ihr Putzverhalten: Klimaanlage

Das Putzen dient der Katze als natürliche Klimaanlage und hilft ihnen, ihre Körpertemperatur zu regulieren. Da Katzen nur wenige Schweißdrüsen am Kinn und an den Ballen besitzen, lecken sie ihr Fell nass, um sich durch die Verdunstung der Feuchtigkeit abzukühlen. An besonders heißen Tagen ist es daher sehr wichtig, dass Katzen genug trinken, damit sie ihre Fell ausreichend zur Abkühlung befeuchten können.

Katzen und ihr Putzverhalten: Entspannung und Sozialisierung

Sowohl das Putzen als auch das geputzt werden ist für Katzen sehr entspannend. Bei Katzen, die durch ein Fenster ein Beutetier beobachten, kann man häufig hektischen Putzen beobachten. Weil die Samtpfote ihren Jagdtrieb nicht befriedigen kann, kommt es zu dieser Übersprungshandlung, die dem Stressabbau dient und dem Tier hilft, sich wieder abzuregen.

Das gegenseitige Putzen hat für Katzen eine wichtige soziale Funktion, die sie schon von ihren Müttern lernen und die Beziehung zwischen den Tieren stärkt. Meist passiert das gegenseitige Putzen bei Katzen, die verwandt sind, sich seit der Kindheit kennen oder sich sehr mögen. Es ist ein Zeichen für Geborgenheit, Vertrauen, Wohlbefinden und Zuneigung zum Artgenossen.

Katzen und ihr Putzverhalten: Indikator für gesundheitliche Probleme

Es ist ein völlig normales Verhalten, dass sich Katzen häufig und sehr ausgiebig putzen. Wenn sich das Putzverhalten einer Katze aber plötzlich ändert und sie sich plötzlich übermäßig viel oder kaum noch pflegt, können das Anzeichen für gesundheitliche Probleme, Parasitenbefall oder auch Stress sein. Mögliche Ursachen für übermäßiges oder vermindertes Putzen bei Katzen:

Warnsignale für ungewöhnliches Putzverhalten bei Katzen sind:

Das übermäßige Putzen kann bei Katzen zu schmerzhaften Hautentzündungen führen. Und auch eine verminderte Fellpflege deutet auf gesundheitliche Probleme des Tieres hin. Sollte eine Katze eines dieser Anzeichen zeigen, sollten Besitzer unbedingt mit ihrem Stubentiger zum Tierarzt gehen, um die Ursache für das veränderte Putzverhalten feststellen zu lassen und ihr helfen zu können.

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