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Katzen „spielen“ mit ihrer Beute: Sie lassen sie aus Spaß leiden?

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Von: Jasmin Farah

Freigänger-Katzen lieben es zu jagen. Das liegt an ihren natürlichen Instinkten. Doch warum töten sie die Beute nicht gleich, sondern spielen mit ihr?

Wer eine Katze besitzt, die raus darf, hat sie sicherlich schon dabei beobachtet, wie sie sich im Freien verhält. Manchmal ist es amüsant anzusehen, etwa, wenn sie sich auf der Terrasse ausstreckt, gähnt und/oder sonnt. Ein anderes Mal sieht man sie dabei, wie sie hoch konzentriert einen Punkt in der Ferne fokussiert. Dann ist es fast sicher, dass sie etwas Interessantes entdeckt hat und gerade auf der Jagd ist.

Katzen „spielen“ mit ihrer Beute: Sie lassen sie aus Spaß leiden?

Die Samtpfote spitzt ihre Lauscher, huscht durch das Unterholz, pirscht sich heran und prescht dann schnell auf die jeweilige Beute zu. Manchmal hat sie Glück und erwischt die Maus, den Schmetterling oder das Vögelchen. Ihre natürlichen Jagdinstinkte sind jetzt in Hochform – doch was passiert jetzt? Anstatt es mit einem Biss zu Ende zu bringen, „spielt“ die Samtpfote noch mit ihrer niedergestreckten Beute. Für den Katzenbesitzer ist das eine Szene, die unglaublich grausam wirkt und fast unerträglich, dabei zuzusehen.

Eine Katze schnuppert an einer Maus.
Katzen jagen auch Beute, wenn sie nicht hungrig sind. © Panthermedia/Imago

Erst wenn der Stubentiger genug hat und sich die Maus nicht mehr bewegt, nehmen sie die Beute wie eine Trophäe zufrieden ins Maul und tragen die Leiche weg. Nicht selten kommt es vor, dass sie diese uns vor die Haustüre legen oder sogar in die eigenen vier Wände bringen. Viele Halter sind von diesem Verhalten angeekelt, aber warum lassen Katzen ihre Beute nur so leiden?

Katzen spielen mit ihrer Beute:

Grundsätzlich verfügen auch domestizierte Katzen über viele Instinkte ihrer wilden Vorfahren. Diese haben früher schon kleinere Beute den ganzen Tag über gejagt und genau dieses evolutionäre Überbleibsel treibt Hauskatzen dazu an, Mäuse und Co. zu fangen. Und das, auch wenn sie gar nicht hungrig sind. Darüber hinaus „spielen“ Wildkatzen mit ihrer Beute, bevor sie sie fressen, um sie zu ermüden. Aus diesem Grund schlagen sie sie mit ihren Krallen, werfen sie in die Luft oder greifen danach. Schließlich stellen sie dadurch sicher, dass, wenn sich das andere Tier zur Wehr setzt, die Katze sich nicht verletzt. Aber was tun, wenn man diesen Trieb unterbinden möchte?

Dann hat sich in Studien gezeigt, dass man diesen drosseln kann, indem man mit den Stubentigern in den eigenen vier Wänden viel und abwechslungsreich spielt. Außerdem sind Katzen Fleischfresser, weshalb es wichtig ist, ihnen viel Fleisch zu füttern, damit sie genügend Mikronährstoffe erhalten. Eine weitere Möglichkeit ist, um sicherzugehen, dass ihre Samtpfote draußen nicht Amok läuft, die Katze an der Leine zu nehmen. Damit es allerdings funktioniert, braucht es regelmäßiges Training.

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