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Katze greift Mensch an: Es ist nicht immer nur ein Spiel

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Von: Sandra Barbara Furtner

Was halten Katzen wirklich von uns Menschen? Sind wir für sie nur „Dosenöffner“, Familienmitglied oder zählen gar als „Beute“?

Edinburgh (Schottland) – Die meisten Stubentiger besitzen ein unglaubliches Talent: Sie wickeln sich so geschickt um unsere Beine, dass sie uns fast mit Absicht zum Stolpern bringen. Oder liegen auf einmal direkt hinter unseren Füßen und bringen uns eben so zu Fall. Besonders raffiniert: Wenn sie uns von der höchsten Schrankposition auflauern, um bei der nächstbesten Gelegenheit zuzuschlagen, oder um auf uns hinabzuspringen. Einige greifen dabei zu ihren Waffen, setzen die Krallen ein oder beißen zu. Warum machen sie das?

Katze greift Mensch an: Es ist nicht immer nur ein Spiel

Würden uns Katzen fressen, wenn sie könnten?
Würden uns Katzen fressen, wenn sie könnten? (Symbolbild) © imagebroker/theissen/Imago

Wären Hauskatzen größer und kräftiger, würden sie uns dann töten? Wie sehen uns Stubentiger, sind wir Freund, Feind oder einfach nur ihre „Dosenöffner“? Diese Frage gehen unterschiedliche Wissenschaftler immer wieder auf den Grund. Forscher der Universität von Edinburgh (Schottland) sagen: Hauskatzen sind ihren wilden Verwandten in freier Natur ziemlich ähnlich. Sie zeigen die gleichen Charakterzüge und sind ebenso dominant, aggressiv und manchmal eben auch neurotisch.

Katzensprache: Katzen bauen eine innige Beziehung auf

Ein weiterer Experte, Tierpsychologe Max Wachtel, ergänzt: Wären Katzen so groß wie ein Löwe oder Leopard, ist es durchaus möglich, dass sie uns auch als Beute betrachten. Doch es gibt auch andere Meinungen. Natürlich haben Katzen ihren eigenen Kopf und können innerhalb weniger Sekunden ihre Stimmung wechseln. Gerade noch verschmust jagen sie uns blitzschnell die Krallen in die Hände. Trotzdem glauben andere Tierpsychologen, dass eine Hauskatze ihren Menschen niemals „erlegen“ würde. Vielmehr bauen Katzen eine innige Beziehung zu ihren Bezugspersonen auf und sehen sie einfach als zu groß geratene „Ersatz-Eltern“ auf zwei Beinen, die vielleicht etwas zu langsam und ungeschickt sind.

Katzensprache: Bindung wird mit der Zeit inniger

Das zeigen sie klar und deutlich, indem sie beispielsweise Köpfchen geben, sich an ihren Menschen anschmiegen, anblinzeln und ihn sogar putzen. Wären wir Feind oder „Beute“ würden sie das nie tun. Forscher der Oregon State Universtity haben zum Thema Bindung unterschiedliche Tests angewendet. Ihr Fazit: „Sobald einmal eine Bindung zwischen einer Katze und ihrem Besitzer etabliert ist, scheint sie im Laufe der Zeit relativ stabil zu bleiben“, sagt Kristyn Vitale, Studienautorin und Forscherin am „Human-Animal Interaction Lab“ von der Oregon State University gegenüber dem US-Sender „CNN“.

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