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Kleintierhaltung – worauf Halter bei Kaninchen, Hamstern und Meerschweinchen achten sollten

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Von: Anna Heyers

Tiere sind keine Geschenke und kein Spielzeug, das gilt für alle Arten. Besonders aber für Kleintiere, die leider oft in Kinderzimmern landen – und dort häufig nicht zur Ruhe kommen.

Gerade Kleintiere gelten noch immer als unkomplizierte und pflegeleichte Haustiere – und sind dabei noch herrlich süß. Das führt aber häufig dazu, dass sie in zu kleinen Käfigen ein trauriges Dasein fristen. Doch auch Hamster, Meerschweinchen oder Kaninchen haben Bedürfnisse, um ein artgerechtes und glückliches Leben führen zu können. Und ihre Halter sollten diese kennen und so gut wie möglich darauf reagieren.

Kleintierhaltung – worauf Halter bei Kaninchen achten sollten

So haben Kaninchen etwa einen riesigen Bewegungsdrang. Sie wollen am liebsten die ganze Zeit umher hoppeln und ihre Umgebung entdecken. Unmöglich, wenn sie im Käfig eingepfercht sind. Dazu kommt, dass so gut wie alle Käfige aus dem Zoohandel zu klein sind. Hier spricht der Deutsche Tierschutzbund eine deutliche Warnung aus: Kaninchen nur in konventionellen Käfigen zu halten, ist tierschutzwidrig. Eine Grundfläche von mehreren Quadratmetern für eine Kaninchengruppe wird von Tierschutzorganisationen empfohlen.

Kleiner Hase im Käfig
Zahlreiche Kaninchen verbringen ihr ganzes Leben alleine und in einem zu kleinen Käfig. (Symbolbild) © Roshchyn/Imago

Das kann zum Beispiel eine abgetrennte Zimmerecke sein, in die die Häschen sich stets zurückziehen können. Hier könnte auch die Toilette untergebracht werden, denn die Hoppler werden mit Training durchaus stubenrein. Besonders wichtig ist auch die Gruppenhaltung: Kaninchen brauchen Artgenossen, mindestens einen. In Österreich und der Schweiz ist dies inzwischen sogar per Gesetz geregelt. Ein Meerschweinchen ist kein Ersatz – die Tiere sprechen noch nicht einmal dieselbe Sprache.

Kaninchen und Meerschweinchen sind keine Kuscheltiere

Kleintiere wie Hamster, Meerschweinchen oder auch Kaninchen können durchaus zutraulich werden. Aber: Schmusetiere sind es nicht. Werden sie genötigt, erstarren sie häufig, in der Hoffnung, dass die Situation schnell vergeht. Geräusche, etwa ein schrilles „Muckern“, wird oft als Zeichen des Wohlbefindens interpretiert, ist es aber in der Regel nicht. In freier Natur sind die kleinen Säuger Fluchttiere und allzu oft Beute von größeren Raubtieren. Hände, die von oben kommen und die sie festhalten, bringen Schutzreflexe hervor.

Folgen einer nicht artgerechten Haltung

Kleintiere, die sich nicht mit Artgenossen austauschen können, eingepfercht sind oder trotz deutlicher Zeichen des Unwohlseins oder beim Schlafen angefasst werden, beißen ihre Halter häufig. Auch Verhaltensstörungen, wie das Knabbern an Käfigstäben, Appetitlosigkeit oder exzessives Laufen im Laufrad, können die Folge sein.

Genau wie Kaninchen sollten „Meerlies“ nicht alleine gehalten werden. Zwei bis drei Meerschweinchen sollten es laut Deutschem Tierschutzbund schon sein. Mit so vielen Tierchen macht zum Beispiel auch ein Gurkenwettessen Spaß oder der Aufbau einer Instagram-Fangemeinde – beides bringt viel Abwechslung in den Alltag der Meerschweinchen. Für so eine Gruppe ist ein helles Gehege mit einer Mindestgröße von 1,5 Metern mal 0,75 Metern zu empfehlen. Ähnlich wie bei anderen Nagern sollten sie zudem weder in der Zugluft stehen noch dort, wo viel geraucht wird.

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Hamster machen die Nacht zum Tag

Hamster können und wollen alleine gehalten werden. Eine Vergesellschaftung von zwei Goldhamstern kann zu blutigen Kämpfen führen. Im Gegensatz zu Kaninchen und Meerschweinchen sind Hamster außerdem nachtaktiv. Werden sie tagsüber geweckt, bedeutet das großen Stress für die kleinen Tierchen. Bei Dunkelheit wollen sie große Strecken zurücklegen, was sie etwa mit einem Hamsterrad können. Das sollte aber zum einen keine Gitterstreben besitzen und zum anderen groß und an einer Seite geschlossen sein (ø mind. 25 cm). Für Kleinkinder sind Hamster eher uninteressant, da sie erst munter werden, wenn die eigene Bettzeit anbricht.

Kleintiere: Nur ein artgerechtes Zuhause sorgt für glückliche Nager

Wenn man verhindern möchte, dass sein Liebling Verhaltensauffälligkeiten entwickelt und nur traurig in der Ecke sitzt, sollte unbedingt auf eine artgerechte Haltung der Kleintiere achten. Dann kann man viel Freude mit den süßen Kleinen haben, ihnen Tricks beibringen und bei Kaninchen sogar einen neuen Sport kennenlernen: beispielsweise Kaninhop. Geht man nicht auf die tierischen Bedürfnisse ein, können Kaninchen und Co. schnell krank werden, was wiederum hohe Tierarztkosten nach sich zieht. Dabei wünscht sich doch jeder Tierhalter, dass es seinen Lieblingen so gut wie möglich geht, oder?

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