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Mann versorgt Streuner in der Ukraine – „Lasse Tiere nicht im Stich“

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Von: Sandra Barbara Furtner

Andrea Cisternino führt mit seiner Frau ein Tierheim in der Ukraine. Rund 400 Tiere leben hier. Trotz Krieg will er nicht flüchten – und bleibt lieber bei den Vierbeinern.

Ukraine – Der Italiener Andrea Cisternino lebt seit ungefähr 13 Jahren in der Ukraine, in der Nähe von Kiew. Gemeinsam mit seiner Frau, einer Ukrainerin, führt er dort ein Tierheim. Früher hat er als Modefotograf gearbeitet und heute betreut und versorgt er rund 400 Tiere. Darunter befinden sich Hunde, Pferde, Kühe, Katzen – von jeder Art etwas.

Der tierliebe Mann hat in seinem Leben schon einige schreckliche Dinge miterlebt. So dokumentierte er beispielsweise 2012 als Fotograf das grausame Geschehen während der Fußball-Europameisterschaft, die in der Ukraine und Polen stattfand. Zu dieser Zeit wurde Jagd auf streunende Hunde und Katzen gemacht – dafür hagelte es jede Menge Kritik. Daraufhin beschloss er, ein Tierheim für Hunde zu eröffnen. Später kamen weitere Tiere hinzu und sein Leben hat sich daraufhin komplett verändert. Wie auch das Leben eines Hundes, der einen Bombenangriff überlebt hat.

Ein Mann blickt in die Kamera und eine Ziege schnuppert an ihm.
Im Tierheim von Andrea Cisternino leben rund 400 Tiere – darunter Hunde, Katzen, Pferde und Ziegen. © Facebook (Andrea Cisternino)

Krieg in der Ukraine: Mann versorgt Streuner – „Lasse Tiere nicht im Stich“

Doch so etwas Schlimmes, wie diesen Krieg, hat er noch nicht erlebt. Zum ersten Mal in seinem Leben nimmt er den Geruch von Schießpulver wahr, verrät er im Interview mit „Euronews“. „Es wird geschossen, das ist leider die Situation“, sagt er. „Normalerweise fangen sie morgens um 5:00 Uhr an und machen weiter bis 20:00 Uhr. Ich habe noch nie einen Krieg gesehen. Heute Morgen sah ich aus dem Fenster, und etwa einen Kilometer entfernt schlug ein Mörser ein“. Trotzdem will er bleiben. „Ich bleibe hier, wegen meiner Tiere. Es hängt natürlich davon ab, was passiert, aber 400 Tiere kann ich nicht einfach irgendwohin transportieren oder einen Platz für sie finden“. Auch ein Katzencafé möchte weiterhin geöffnet bleiben.

Krieg in der Ukraine: Mann versorgt Streuner – das ist einfach nur Wahnsinn

Momentan kann er seine Tiere noch versorgen, denn er hat vorgeplant. "Ich hätte nie gedacht, dass Putin diesen Wahnsinn herbeiführen kann, denn für mich ist das der pure Wahnsinn. Aber ich habe bereits einige zusätzliche Vorräte für die Hunde, die Katzen und die Pferde angesammelt und konnte noch etwas kaufen, bevor alles geschlossen wurde." Darum werden Katzen jetzt aus Russland von internationalen Wettbewerb ausgeschlossen. *

Auf seiner Facebook-Seite informiert er Freunde und Verwandete regelmäßig darüber, wie es ihm aktuell geht. Zusammen mit drei freiwilligen Helfern will er weiter aushaaren. So wie die meisten aus seinem Dorf: „Alle hier im Dorf sind zu Hause, sie bleiben alle hier. Auch weil sie nicht wissen, wohin sie gehen sollen“. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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