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Kuh-Attacke beim Wandern: Opfer berichtet von dramatischem Moment – „Dachte, ich sterbe“

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Von: Martina Lippl

Bei einer Kuh-Attacke im Stubaital ist eine Urlauberin schwer verletzt worden. Die Deutsche leidet noch immer unter dem schrecklichen Erlebnis.

Auf den Almen in den Bergen in Österreich kommt es immer wieder zu Kuh-Attacken. Besonders dramatisch verlief jedoch ein Vorfall für eine Urlauberin aus Nordrhein-Westfalen (NRW) im Juni. Die 64-Jährige wanderte gemeinsam mit ihrem Ehemann auf einem Pilgerweg im Stubaital in Tirol, als die beiden auf eine Kuhherde trafen. Der Kuh-Angriff ist zwar schon mehr als zwei Monate her, doch der Schock sitzt immer noch tief, berichtet Merkur.de.

Deutsche Urlauberin nach Kuh-Attacke in Österreich: „Ich dachte, dass ich sterben würde“

„Eine Kuh sprang mich von hinten an und ich stürzte in den Graben. Daraufhin warf sich das Tier auf mich und schlug immer wieder mit dem Schädel auf meinen Kopf ein“, erzählt die Rheinländerin jetzt der österreichischen Kronen Zeitung. „Ich dachte, dass ich sterben würde.“ Ihr Ehemann habe immer wieder mit einem Ast auf die Kuh eingeschlagen, um das Tier zu vertreiben, was schließlich auch gelang. Sie habe damals Todesängste ausgestanden. Die deutsche Urlauberin musste mit Seilen aus dem Graben gerettet werden. Ein Rettungshubschrauber flog die Verletzte dann in die Klinik Innsbruck.

Kuh auf einer Almwiese in Österreich
Nach Kuh-Attacke in Österreich: Deutsche Wanderin kritisiert Ermittlungen. (Symbolfoto) © Groder/Imago

„Zum Glück hatte ich keine Brüche oder inneren Verletzungen“, sagt Petra M. der Kronen Zeitung. Die 64-Jährige habe jedoch nach eigenen Angaben zufolge schwere Prellungen, Schnitte und Quetschungen an Händen, Armen, Schultern und Rücken mit Druck auf Nieren und Lungen erlitten. Ihre linke Gesichtshälfte und das Auge seien zugeschwollen gewesen. Nach vier Wochen Krankenstand befinde sie sich aktuell immer noch in ärztlicher Behandlung.

„Ich habe ein Trauma, weiterhin Schmerzen und bekomme Angst, wenn ich eine Kuh sehe.“ Laut dem Pressebericht der österreichischen Polizei hatte sich die deutsche Urlauberin bei der Kuh-Attacke am 20. Juni 2022 Hämatome und Prellungen zugezogen und konnte jedoch die Klinik am selben Tag wieder verlassen.

Opfer von Kuh-Attacke kritisiert Ermittlungen

Das Ermittlungsverfahren nach der Kuh-Attacke wurde laut Medienberichten von der Staatsanwaltschaft eingestellt. Der Eigentümer der angreifenden Mutterkuh habe nicht ermittelt werden können, heißt es. Zudem seien die Beschilderungen eindeutig und zahlreich vorhanden gewesen, zudem würden Hinweise auf frühere Vorfälle fehlen. Die Urlauberin habe auf diese Entscheidung laut dem österreichischen Blatt fassungslos reagiert. In den Augen der Urlauberin müsse etwas unternommen werden, es könne nicht im Sinne des Tourismus sein. Ein Anwalt wäre eingeschaltet.

Kuh-Attacken: Ein Schild an einem Wanderweg im Sulztal weist auf die von Weidetieren ausgehende Gefahr hin.
„Achtung! Bitte Abstand zu Weidetieren halten! Kühe schützen ihre Kälber!“ steht auf einem Schild an einem Wanderweg in Tirol. (Archivfoto) © imago stock&people

Konflikte mit Kühe in den Alpen sind keine Seltenheit

Kuh-Attacken auf Touristen in Österreichs Bergen sorgen immer wieder für Probleme. So sollen Kühe auf einer Weide eine amerikanische Schülergruppe auf einer Wanderung angegriffen und dadurch in eine Notlage gebracht haben.

In der Tiroler Almschutzverordnung sind allerdings seit 2019 „Verhaltensregeln für Besucher auf Almen“ unter § 5 eigens aufgeführt. Demnach haben Besucher von Almen sich so zu verhalten, dass der Almbetrieb nicht beeinträchtigt und insbesondere das Weidevieh durch die Besucher oder durch von ihnen mitgeführte Tiere nicht gestört, beunruhigt oder gereizt wird. Die Landwirtschaftskammer Tirol weist auf folgende verbindliche Regeln für Besucher von Almen hin:

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

Vom Gesetz her darf sich Weidevieh in Tirol frei bewegen. Ein amüsant animiertes Video der Landwirtschaftskammer Tirol will Abhilfe schaffen. Nach einem Todesfall war in Tirol sogar schon ein Wanderverbot auf Almen im Gespräch.

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