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Papageien halten: Alles zur Ernährung und Gesundheit der bunten Vögel

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Der Papagei ist ein anspruchsvolles Haustier. Erfahren Sie, wie viel Platz er braucht, welches Futter sich eignet und woran Sie einen kranken Vogel erkennen.
Papageien sind anspruchsvolle Haustiere und zählen zu den intelligentesten Vögeln. (Symbolbild) © Gottfried Czepluch/Imago

Der Papagei ist ein anspruchsvolles Haustier. Erfahren Sie, wie viel Platz er braucht, welches Futter sich eignet und woran Sie einen kranken Vogel erkennen.

Seewiesen – Papageien gehören zu den intelligentesten Vögeln. Eine neue Studie des Max-Planck-Instituts für Ornithologie zeigt, dass auch ihre sozialen Fähigkeiten außerordentlich entwickelt sind. In einem Experiment konnten Graupapageien Futtermarken gegen Essen eintauschen. Dabei halfen sie ihren Artgenossen, auch ohne eine direkte Gegenleistung. Außerdem zeigten die Tiere keinerlei Neid, wenn die größere Futterportion bei einem anderen Papagei landete. So intelligent die Vögel sind, so anspruchsvoll ist die Haltung der farbenfrohen Tiere. 

Haltung von Papageien: Platz und Artgenossen sind entscheidend

Kakadus und andere Papageien brauchen extrem viel Platz. Für die reine Käfighaltung eignen sich die Tiere nicht, da sie frei fliegen können müssen. Je nach Art benötigen sie eine Voliere, die mindestens drei Meter lang, zwei Meter hoch und zwei Meter breit ist. Hier gilt: Je mehr Fläche den Papageien zur Verfügung steht, desto besser. Wer die Vögel in einer Außenvoliere hält, braucht außerdem ein geeignetes Schutzhaus. Zur Ausstattung des Käfigs gehören:

Unverzichtbar sind für die Tiere auch andere Artgenossen: Bei Papageien ist die Einzelhaltung seit 2005 verboten. Sie müssen in jedem Fall paarweise gehalten werden. Sittiche, wie der beliebte Wellensittich, leben in der freien Natur in großen Schwärmen: Besser ist es daher, sie in Gruppen zu halten. 

Papageien halten: Die Vögel artgerecht ernähren

Welches Futter sich genau für Papageien eignet, hängt auch von der jeweiligen Art ab. Frisches Obst und Gemüse sollte dagegen immer auf dem Speiseplan stehen. Dieses darf gerne regional sein: Äpfel und Erdbeeren schmecken Papageien genauso wie Möhren oder Gurken. Auch Saaten nehmen die Tiere in der freien Natur oft zu sich. Vorgefertigte Körnermischungen sind jedoch oft zu fettig und verursachen Gewichtsprobleme. Sie sollten daher maximal zu einem Viertel Sonnenblumenkerne enthalten.

Die Futtergabe kann gleichzeitig genutzt werden, um die intelligenten Tiere zu beschäftigen. Wechselnde Obst- und Gemüsesorten, kleine Samen, verstecktes Futter oder Nüsse zum selbst knacken verhindern Langeweile.

Papageien halten: Warum sie schwierige Patienten sind

Einen kranken Papageien zu erkennen, ist häufig gar nicht so einfach. Die Tiere geben sich große Mühe, einen angeschlagenen Zustand zu verbergen – schließlich werden sie in der freien Natur dadurch zu einfacher Beute. Halter sollten das Verhalten der Vögel daher aufmerksam im Blick behalten. Kranke Tiere haben etwa ein gesträubtes Gefieder, wirken apathisch und ziehen sich von ihrem Partner bzw. dem Schwarm zurück. Die Augen sind häufig geschlossen. Auch dauerhaft veränderter Kot kann ein Hinweis auf eine Erkrankung sein.

Eine typische Krankheit der Papageienvögel ist die Aspergillose, bei der Pilze den Atemapparat des Tieres befallen. Die Pilzsporen befinden sich beispielsweise auf schlecht gelagerten Nüssen. Bei falscher Haltung können auch Verhaltensprobleme wie das Federrupfen entstehen. Trauert ein Papagei um einen Partner, ist er allein oder akutem Stress ausgesetzt, kann es zu dieser Störung kommen. Sehr selten ist die Ornithose, auch “Papageienkrankheit” genannt. Sie kann prinzipiell alle Vögel befallen und ist auf den Menschen übertragbar. Gefährdet sind vor allem Personen mit einem schwachen Immunsystem, aber auch Schwangere und sehr junge Menschen. Beim Vogel ist die Krankheit schwer zu erkennen: Die Anzeichen reichen von Schnupfen und Durchfall bis zu Bindehautentzündungen.

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