1. Landtiere.de
  2. Weitere Tiere

Papagei Spix-Ara galt als ausgestorben – Deutscher rettet Vogelart

Erstellt:

Von: Nina Marie Jarosch

Der Spix-Ara galt bereits als ausgestorben, doch nun ist einer der weltweit seltensten Vögel dank eines Deutschen wieder zurück.

Curaçá (Brasilien) – In den 90er Jahren stand es sehr schlecht um den Spix-Ara, denn der wunderschöne blaue Papagei galt in freier Wildbahn als so gut wie ausgestorben. Doch Vogelschützer, Wissenschaftler und nicht zuletzt ein Papageien-Enthusiast aus Deutschland wollten das nicht akzeptieren. Nun konnten nach 20 Jahren acht junge Spix-Aras in ihre Heimat Brasilien ausgewildert werden.

Papagei Spix-Ara galt als ausgestorben – Dank Deutschem ist er zurück

Der Spix-Ara galt in der Natur seit über 20 Jahren als ausgestorben, jetzt ist er zurückgekehrt.
Der Spix-Ara galt in der Natur seit über 20 Jahren als ausgestorben, jetzt ist er zurückgekehrt. (Symbolbild) © Patrick Pleul/dpa

Er ist nicht nur einer der schönsten, sondern auch einer der seltensten Vögel auf der ganzen Welt. Und genau das ist dem Spix-Ara zum Verhängnis geworden. „Je seltener er war, desto mehr wurde er zu einer Art Statussymbol“, erklärt der bekannte Vogelschützer Nigel Collar gegenüber dem Wissenschaftsmagazin „Science“. „Die sehr wohlhabenden, sehr leidenschaftlichen Sammler wollten unbedingt einen haben, und sie würden fast alles dafür tun“. Am Ende gab es in der Natur nur noch ein einziges Männchen, bis auch der letzte der Papageienart verschwand. Seine traurige Geschichte war die Inspiration für den Disney-Film „Rio“.

1996 gibt es dann nur noch 39 Spix-Aras, die allesamt in Gefangenschaft leben. Weil von den verbliebenen Tieren die meisten von ihnen eng miteinander verwandt sind und nur neun der Vögel aus freier Wildbahn stammen, gilt eine nachhaltige Zucht als unmöglich. Erschwerend kommt hinzu, dass keiner der Sammler einen Vogel für die Nachzucht hergeben will. Im Jahr 2019 wird der seltene, blaue Papagei dann offiziell für ausgestorben erklärt. Doch nicht alle wollen das akzeptieren. Auch der Bestand der Löwenäffchen gilt als gefährdet, daher gilt der Nachwuchs im Kölner Zoo als kleine Sensation.

Papagei Spix-Ara galt als ausgestorben – deutschem Verein gelingt Nachzucht

Der deutsche Geschäftsmann Martin Guth möchte den Fortbestand der außergewöhnlichen und seltenen Vögel sichern. Zusammen mit dem Artenschutzverein ACTP baut er eine nachhaltige Zucht für Spix-Aras in der Nähe von Berlin auf. Dafür musste er jahrelang Papageien-Sammler bearbeiten und von der Dringlichkeit der Sache überzeugen. Schlussendlich gelingt ihm das unmögliche und die Zucht wird dann doch noch zum Erfolg: 2020 werden die ersten 52 Spix-Aras in einem Privatjet nach Brasilien geflogen. Die federlose Papageiendame Fefe will erst keiner haben, bis sie doch noch ein liebevolles Zuhause findet.

Papagei Spix-Ara galt als ausgestorben – Acht Tiere in die Freiheit entlassen

Am vergangenen Samstag war es endlich so weit. Die ersten acht Spix-Aras aus der Nachzucht sind im Nordosten Brasiliens, in der Halbwüste Caatinga, der ursprünglichen Heimat der Vögel, in die Freiheit entlassen worden. Im Laufe des Jahres sollen noch weitere folgen. Die Vogelschützer hoffen nun, dass es schon bald wieder eine starke Grundpopulation in Freiheit lebender Spix-Aras dort geben wird. Ein erster wichtiger Schritt, um den Fortbestand dieser faszinierenden und seltenen Vögel zu bewahren.

Auch interessant