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Pferd gerät in Panik: Autobahnsperrung und Totalschaden am Anhänger

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Ein Pferd gerät mitten auf der Autobahn so sehr in Panik, dass der Anhänger umzukippen droht. Die Polizei eilt zu Hilfe und sperrt beidseitig einen Teil der Strecke.

Würzburg (Bayern) – Normalerweise rollen zahlreiche mehrere PS starke Fahrzeuge über die Autobahn 7. Im Landkreis Würzburg jedoch ruht auf einem Teil der Strecke kurzfristig der Verkehr. Motoren- und Reifengeräusche verstummen und Hufgetrappel ertönt – ein Pferd wird über die Autobahn geführt. Doch was macht die „eine Pferdestärke“ mitten auf der Fahrbahn, was ist passiert?

Pferd gerät in Panik: Autobahnsperrung und Totalschaden am Anhänger

Nachdem erst kürzlich auf der A7 eine Friesenstute mit den Vorderbeinen durch das Dach eines umgekippten Pferdeanhängers bricht, kommt es schon zum nächsten Vorfall mit einem Pferd auf der Autobahn. Doch diesmal muss statt der Feuerwehr die Polizei ausrücken. Als ihr Pferd in Panik gerät und der Anhänger umzukippen droht, weiß sich eine Pferdehalterin nicht mehr anders zu helfen und wählt die 110.

Während der Fahrt befürchtet die Besitzerin, dass ihr Pferd gesundheitliche Probleme habe. Um nach dem Pferd zu sehen, hält sie das Gespann am Seitenstreifen an und öffnet die Heckklappe des Anhängers. Das versetzt das Tier allerdings so sehr in Panik, dass es beinah aus dem Anhänger springt. Nur mit Mühe schafft sie es, die Heckklappe zu schließen und zu verhindern, dass ihr Vierbeiner auf die Fahrbahn gerät, berichtet „inFranken.de“. Fast wäre es so ausgegangen wie bei Pferd Huston, der panisch auf der Autobahn galoppierte und ein Verkehrschaos auslöste.

Dank der Polizei konnte die Pferdebesitzerin ihr Tier sicher aus dem Anhänger holen.

Pferd gerät in Panik: Anhänger droht auf Fahrbahn zu kippen

Nachdem die Heckklappe geöffnet wurde, kann sich das Pferd jedoch gar nicht mehr beruhigen. Im Gegensatz, die Situation eskaliert und das Pferd gerät nur noch mehr in Panik. Sogar so sehr, dass der Anhänger auf die Fahrbahn umzukippen droht. Der Moment, in dem die Pferdehalterin die 110 wählt, ist gekommen. Die Verkehrspolizei Würzburg-Biebelried rückt aus und „sperrt die Autobahn kurzfristig in beide Richtungen, um das Tier gefahrenfrei aus dem Anhänger zu lassen“, so die Polizei Unterfranken auf Facebook.

Nachdem das Pferd von dem Anhänger gelassen werden konnte, führt die Besitzerin es auf der stillgelegten Autobahn bis zur nächsten Autobahnmeisterei. Dort wird der Vierbeiner von einem Tierarzt versorgt. Außer leichten Verletzungen an den Hinterbeinen kann der Tierarzt zum Glück nichts feststellen. Der Anhänger jedoch hat einen Totalschaden.

Pferd gerät in Panik: Tipps, wie Sie Stress bei der Hängerfahrt reduzieren können

Da eine Hängerfahrt für das Pferd oft mit Stress verbunden ist: Hier ein paar Tipps, wie Sie die Tour so angenehm wie möglich machen können, was bei starkem Poltern und Unruhe zu beachten ist und was Sie in einer Notsituation tun sollten.

  • Ein verkehrstüchtiger und sicherer Pferdeanhänger nach Straßenverkehrsordnung, wie auch ein eben gleiches Zugfahrzeug, ist ein Muss. Außerdem sollte der Anhänger möglichst hell (weiß), hoch (mindestens 2,30 Meter) und gepolstert sein.
  • Damit der Boden rutschfest ist, sollte er mit Einstreu wie Späne überdeckt werden. Die weiche Matte dämpft zugleich auch die Fahrtbewegungen und sorgt damit für mehr Komfort. 
  • Auch die Fahrweise ist entscheidend: Fahren Sie ruhig und vorausschauend. Kurven sollten langsam genommen werden und abruptes Bremsen und Beschleunigen vermieden werden.
  • Eine gut sitzende Ausstattung sollte nicht fehlen. Der Beinschutz sollte die Röhrbeine vollständig bedecken und über den Kronrand bis zum Boden reichen, um den gesamten unteren Bereich vor Verletzungen zu schützen. Ein stabiles, gut sitzendes Stallhalfter und ein langer Strick zum Ein- und Ausladen ist ebenfalls unabdingbar. Eine Decke kann optional mitgenommen werden, um unter anderem vor Zugluft zu schützen.
  • Übungsfahrten können Stress minimieren. Vor allem, wenn das Ziel für das Pferd angenehm ist. Wie zum Beispiel eine Wiese oder eine schöne Ausreitgegend. Gleiches gilt für das Verladen: in Ruhe üben hilft Stress zu reduzieren.
  • Moderne Technik wie eine Kamera im Anhänger kann helfen, die Vierbeiner immer im Blick zu haben ohne extra anhalten zu müssen. Denn oft werden Pferde erst unruhig, wenn das Gespann steht.
  • Bei längeren Fahrten sollte unbedingt ein Heunetz mitgenommen werden. Denn Fressen beruhigt und lenkt ab. Allerdings sollte das Netz so hängen, dass das Pferd sich nicht darin verheddern kann.
  • Für Stresslinderung können auch ätherische Öle sorgen. Denn mit Lavendel fahren Pferde, wie eine Studie der „University of Texas“ beweisen konnte, entspannter im Anhänger. Aromatherapie bei Pferden gilt in vielfältiger Hinsicht als sanfter Helfer.
  • Bei besonders nervösen Pferden eignen sich in manchen Fällen auch Ergänzungsfuttermittel zur Beruhigung.
  • Treten während eines Transportes Probleme auf oder ist das Pferd schon vorher sehr unruhig, sollten Sie die Autobahn umgehend verlassen oder von vornherein meiden. Auf keinen Fall die Rampe auf der Autobahn oder dem Seitenstreifen öffnen. Wählen Sie in Notsituationen den Notruf.

Rubriklistenbild: © Facebook (Polizei Unterfranken)