+
Am wohlsten fühlen sich die Rinder bei der Weidenhaltung. (Symbolbild)

So fühlt sich Weidevieh wohl

Rinder: So werden sie artgerecht gehalten und gepflegt

Rinder gehören zu den wichtigsten Nutztieren. Gut gepflegte Rinder sind die Tiere aufmerksam und lebhaft. Erfahren Sie, wie sie lange gesund bleiben.

Rinder sind stattliche Tiere – wenn sie gesund sind. Dann glänzt ihr Fell, die Augen sind nicht trocken oder verklebt, außerdem essen und trinken sie regelmäßig. Ob es dem Rind gut geht, sehen Halter auch mit einem Blick auf ihren Rücken: Ist die Rückenlinie beim Stehen und Gehen gerade, ist das Rind gesund.

Rinder: Diese Auffälligkeiten können auf eine Krankheit hindeuten

  • Appetitlosigkeit, kein regelmäßiges Wiederkäuen

  • Das Tier verliert Gewicht

  • Das Fell ist schmutzig und glanzlos

  • Ausfluss aus Augen oder Nase

  • Durchfall

  • Schwellungen, z.B. an Gelenken

  • Das Tier lahmt oder hat Schwierigkeiten beim Hinlegen/Aufstehen

  • Es wirkt apathisch

  • Fieber

  • Gerötete Schleimhäute

Rinder: Bei guter Pflege bleiben sie lange gesund – das gilt es zu beachten

Damit die Tiere gar nicht erst krank werden, sollten Halter vor allem auf gute Hygienevoraussetzungen achten. Das heißt: Tränke, Futtertrog und Heu sind stets sauber, denn verunreinigte Liegeflächen oder schmutziges Trinkwasser sind Brutstätten für Keime. Erscheint ein Tier kränklich, trennt man es von der Herde – so steckt es keine weiteren Tiere an. Halter kontrollieren den Zustand der Tiere und ihrer Umgebung möglichst täglich, um schnell reagieren zu können. 

Weide und Stall sollten so gebaut sein, dass die Rinder sich nicht verletzen können. Toröffnungen und Stände sollten genug Platz bieten. Auch zu beachten: Behornte Tiere brauchen mehr Abstand voneinander als solche ohne Hörner – sie können sich sonst gegenseitig verletzen. Auch brauchen die Tiere genug Platz, damit sie sich bequem und sicher hinlegen können sowie einen ruhigen Platz zum Wiederkäuen haben. Und: An Futterplätzen zu sparen, ist keine gute Idee: Beim Kampf um den besten Platz entstehen sonst leicht Rangeleien. Vorsicht auch bei Betonboten: Hier rutscht das Rind leicht aus und kann sich dabei verletzen. Am wohlsten fühlen sich die Rinder ohnehin bei der Weidenhaltung.

Rinder: Auch Stress kann die Tiere krank machen

Stress kann Rinder krank machen. Deshalb sollte eine Futterumstellung langsam erfolgen und neue Tiere vorsichtig in die Herde eingewöhnt werden. Halter sollten bei Weidekühen immer darauf achten, dass das Leittier ruhig bleibt – dann tun dies auch die anderen Rinder. Oft orientiert sich die intensive Landwirtschaft nicht am natürlichen Herdenverhalten der Tiere – sie werden zu Gruppen zusammengestellt, ohne sich zu kennen. Oder die Kälber werden sehr früh von der Mutter getrennt – beides führt zu Stress bei den Tieren, denn es kann sich kein Herdenverband bilden. Einige Landwirte setzen auf Mutterkuhhaltung – das heißt, die Kälber bleiben in der Herde der Mutter. Das kommt dem natürlichen Verhalten der Tiere entgegen. Außerdem schützt die Muttermilch das junge Kalb vor Infektionen.

Rinder: Wichtig für die Gesundheit – richtige Klauenpflege

In der Natur bewegen sich Rinder auf weichem Boden und gehen auf den Fußspitzen – dafür sind ihre Zehen gemacht. Bewegen sie sich länger auf hartem Boden, dann entstehen kleine Verletzungen an den Klauen. Diese machen sie anfällig für Bakterien und Pilze. Damit daraus keine ernsthaften Krankheiten entstehen, sollten die Klauen mindestens zweimal pro Jahr gepflegt und geschnitten werden. Entdeckt ein Tierhalter, dass ein Rind Schmerzen hat oder lahmt, ermittelt er möglichst schnell die Ursache – am besten von einem Tierarzt. Außerdem sollten die Klauen möglichst trocken sein. So sind sie widerstandsfähig gegen Bakterien, Viren und Pilze. Die Liegeplätze der Tiere sollten deshalb trocken und sauber sein.