+
Weidende Schafe auf einer Streuobstwiese bei Weilheim an der Teck im Frühling. (Symbolbild)

Haltung, Futter, Pflege

Schafe halten: So fühlen sich die intelligenten Tiere wohl

Schafe gehören zu den ältesten Nutztieren. Wer die Tiere halten möchte, sollte ihnen vor allem ausreichend Platz zur Verfügung stellen.

Cambridge – Schafe sind deutlich intelligenter als ihr Ruf. Das bestätigt ein Versuch von Wissenschaftlern der Universität Cambridge: Die Tiere sollten dabei vorher gemerkte Gesichter auf Bildschirmen wiederfinden. Bei der richtigen Wahl erhielten sie ein Leckerchen zur Belohnung. Dabei zeigte sich, dass Schafe in der Lage sind, Gesichter von Menschen zu erkennen und zu unterscheiden. In ihren Fähigkeiten sind sie dabei ähnlich entwickelt wie Menschen oder Affen. Selbst verschiedene Blickwinkel verwirrten die Paarhufer in den wenigsten Fällen: Prominente wie Barack Obama, aber auch ihre eigenen Pfleger erkannten die Tiere problemlos wieder. Interessante Fakten gibt es auch bei der Haltung der Schafe.

Schafe halten: bei der Ernährung anspruchslos

Grundsätzlich reichen dem Schaf Heu sowie die Gräser und Kräuter, die es auf der Weide findet. Als Wiederkäuer frisst das Tier den ganzen Tag über, mindestens sollte es jedoch acht bis zehn Stunden täglich grasen können. Futter, das zu energiereich ist, schadet den Tieren eher. Über einen speziellen Leckstein können Schafe zusätzliche Mineralien aufnehmen. Wichtig ist, dass dieser frei zugänglich ist und kein Kupfer enthält.

Schafe halten: Die ideale Schafweide

Das Schaf ist gern unterwegs: Deswegen braucht es ausreichend Platz, um seinem Bewegungsdrang nachzugehen. Eine große Weide ist für die Tiere optimal. Empfehlenswert ist es, dort einen Offenstall einzurichten. So entscheiden die Tiere selbst, wann sie den Schutz eines Unterstands benötigen. Im Winter können sie dann in eine feste, zugfreie Behausung umziehen. Kaltes und nasses Wetter bekommt Schafen schlecht – vor allem Lämmer und Mutterschafe sollten es warm und trocken haben. 

Schafe halten: Stand- oder Umtriebsweide?

Wer Schafe auf einer Weide hält, hat verschiedene Möglichkeiten. Bei einer Standweide verändert sich die Umzäunung nicht, die Tiere nutzen den ganzen Bereich. Auch den Stall können sie zu jeder Zeit betreten. Für die genutzte Fläche ergeben sich dadurch jedoch einige Probleme. Es sammeln sich zunehmend Exkremente der Schafe an, Parasiten können sich leicht vermehren. Außerdem zertrampeln die Tiere ihr eigenes Futter und fressen ausschließlich die besonders schmackhaften Gräser.  Eine Umtriebsweide mit beweglichen Innenzäunen hat diese Nachteile nicht. Dafür müssen Halter die Schafe regelmäßig von einem Teil in den anderen treiben und die Zäune neu abstecken.

Schafe halten: Gesunde Schafe mit der richtigen Pflege

Im Winter hält die Wolle das Schaf warm – im Sommer wird sie jedoch zu einer großen Belastung für das Tier. Dann kommt keine Luft an die Schafshaut, es droht ein Hitzestau. Außerdem haben Parasiten bei verfilzter und verschmutzter Wolle leichtes Spiel. Einmal im Jahr steht deshalb die Schur der Schafe an: Der beste Zeitpunkt dafür ist vor dem Sommer, von Mitte Mai bis Anfang Juni. Auch die Klauen der Schafe brauchen entsprechende Pflege. Manchmal werden diese bereits beim Gehen abgewetzt, in anderen Fällen muss der Halter sie stutzen. Zu lange Klauen verursachen dem Tier Probleme und führen im Extremfall sogar zu Fehlstellungen. Mit gekürzten Hufen lässt sich außerdem die sogenannte Moderhinke vermeiden. Bei dieser weit verbreiteten bakteriellen Infektion entzünden sich die Klauen, was für das Tier mit großen Schmerzen verbunden ist.