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Schmetterlinge schmecken mit den Füßen – Sinneszellen für leckeren Nektar

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Von: Sina Lück

Schmetterlinge schmecken mit den Füßen. Was sich kurios anhört, ist für die Insekten ganz normal. Doch wie funktioniert ihr besonderer Geschmackssinn?

München – Zitronenfalter, Grüner Zipfelfalter, Himmelblauer Bläuling: Die Schmetterlingswelt ist so bunt und vielfältig wie ihre Namen vermuten lassen. Weltweit gibt es rund 180.000 Arten. Aber eines haben alle gemeinsam: Die Insekten schmecken mit den Füßen. Was sich kurios anhört, ist tatsächlich so.

Schmetterlinge schmecken mit den Füßen.
Schmetterlinge schmecken mit den Füßen. (Symbolbild) © Volkmar Brockhaus/Imago

Schmetterlinge schmecken mit den Füßen – Sinneszellen für leckeren Nektar

Schmetterlinge gehören zu den Sechsfüßern. Sie besitzen drei Beinpaare am Brustabschnitt, wobei die vorderen zwei Beine bei Tagfaltern kürzer und meist eingeklappt sind. Schaut man sich die Füße der Insekten genauer an, sind dort härchenartige Gebilde angeordnet. Diese Geschmackssinneszellen, sogenannte Sensillen, sitzen wie die Borsten einer Zahnbürste nebeneinander. Übrigens: Auch andere Insekten haben feine Sinne. So können Bienen beispielsweise Sprengstoff riechen.

Genau darin liegt das Geheimnis des besonderen Geschmackssinns von Schmetterlingen. Denn mit ihren feinen Sinneszellen an den Füßen finden die Falter geeignete Nahrungsquellen. Landen Schmetterlinge auf der Blüte einer Nektarpflanze im Garten oder einem Stück Obst, wissen sie sofort, ob es ihnen schmeckt oder nicht.

Schmetterlinge schmecken mit den Füßen – Weibchen finden Pflanze für Eiablage

Die Sinneshärchen haben vor allem für Schmetterlings-Weibchen einen großen Vorteil. Bei der Suche nach einer geeigneten Wirtspflanze für die Eiablage können sie gewissermaßen „hellsehen“ und für ihren Nachwuchs vorkosten. Denn durch die Sensillen an den Füßen finden sie schon im gegenwärtigen Moment heraus, was den hungrigen Raupen künftig munden wird.

Dabei laufen die Weibchen auf den Pflanzen herum und schmecken mit ihren Füßen. Sagen ihnen die Inhaltsstoffe der Pflanze nicht zu, fliegen sie einfach weiter. Die Sensillen, die auch an den Fühlern, Mundwerkzeugen und am Hinterleib in besonders hoher Dichte vorhanden sind, erfüllen aber noch einen weiteren Zweck: Mit ihrer Hilfe finden Schmetterlinge auch heraus, welcher Partner zu ihnen passt.

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