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Schutz für den Feuersalamander: Tote Tiere melden

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Feuersalamander
Ein Feuersalamander kriecht über den Waldboden. Der wegen eines Hautpilzes bedrohte Feuersalamander soll besser geschützt werden. © Boris Roessler/dpa

Der durch eine Hautpilz-Erkrankung bedrohte Feuersalamander soll in Bayern nicht aussterben. Naturschützer kämpfen um den Erhalt der Art - und setzen auf die Mithilfe der Bevölkerung.

Bayreuth - Ein eingeschleppter Hautpilz bedroht den Feuersalamander in Bayern. Ein Rettungsprogramm von drei Naturschutzverbänden soll das Tier besser schützen.

Experten rufen ausserdem die Bevölkerung nun zur Mithilfe auf: Wer einen toten Feuersalamander beim Spaziergang bemerkt, solle diesen fotografieren und melden. Die Experten wollen sich dadurch einen Überblick über die Verbreitung der Krankheit verschaffen.

Der tödliche Hautpilz verursacht Löcher und Geschwülste und kann Salamander innerhalb weniger Tage töten. Auch Molche sind in Gefahr. Für den Menschen und andere Tiere ist der Pilz ungefährlich.

Oft würden klare Waldquellbäche vom Feuersalamander besiedelt, sagte Oliver Thaßler vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) in Bayreuth. Deshalb mahnen die Naturschützer: Keinesfalls dürften Müll und Gartenabfälle dort abgelagert werden. „Die besonders empfindlichen Quellbereiche sollte man auch nicht betreten“, sagte Thaßler.

Speziell Waldbauern, die derzeit im Winter Holz schlagen, bat Thaßler um Vorsicht. Quellbereiche sollten geschont werden. Zudem könnten Sporen des für den Feuersalamander gefährlichen Pilzes unbewusst verschleppt werden. Traktorreifen und Schuhsohlen sollten deshalb nach dem Waldeinsatz gereinigt werden.

Pilz wurde um 2015 aus Asien eingeschleppt

Für das Artenhilfsprojekt zum Schutz des Feuersalamanders stellt das Umweltministerium 1,7 Millionen Euro bereit. Beteiligt sind neben dem LBV noch der Bund Naturschutz in Bayern und der Landesverband für Amphibien- und Reptilienschutz (LARS). Molche und Salamander leisteten einen großen Beitrag zur Bekämpfung von Schädlingen im Waldbau, sagte Thaßler. Denn sie ernährten sich von verschiedensten Käfern und Schnecken. Feuersalamander seien faszinierende Mitbewohner der Quellbäche. „Passen wir gemeinsam auf“, appellierte er.

Im Juni 2020 wurde erstmals bei einem Feuersalamander aus dem Steigerwald bei Ebrach (Landkreis Bamberg) eine Infektion bestätigt. Der Pilz Bsal (Batrachochytrium salamandrivorans) wurde wahrscheinlich aus Asien eingeschleppt und war 2015 in Deutschland zum ersten Mal an einem freilebenden Tier nachgewiesen worden: in der Eifel an der belgischen Grenze. In den Niederlanden hat der Pilz den Feuersalamander fast ausgerottet, in Belgien ist die Population eingebrochen. dpa

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