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Erste Seehundbabys an der Nordseeküste geboren – Zählung aus der Luft

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Von: Sina Lück

An der niedersächsischen Nordseeküste hat die große Seehund-Zählung begonnen. Denn auf den Sandbänken sonnen sich bereits die ersten Babys.

Oldenburg (Niedersachsen) – Sommerzeit ist Tierbabyzeit. Das gilt auch für Seehunde an der niedersächsischen Nordseeküste. Die Wurfsaison im Wattenmeer hat begonnen – und mit ihr die große Seehund-Zählung aus der Luft. Denn von Juni bis August ist die beste Zeit, um die Tiere mit ihrem Nachwuchs auf den Sandbänken zu beobachten.

An der niedersächsischen Nordseeküste hat die große Seehund-Zählung begonnen. Denn auf den Sandbänken sonnen sich bereits die ersten Babys.
Wenn die Seehunde bei Niedrigwasser auf den Sandbänken liegen, lassen sie sich aus der Luft gut zählen. (Symbolbild) © Harald Lange/Imago

Erste Seehundbabys an der Nordseeküste geboren – Zählung aus der Luft

Insgesamt fünf Termine hat das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) für die große Seehund-Zählung an der Nordseeküste anberaumt. Am 8. Juni sind die ersten drei Flugzeuge in Emden, Mariensiel und Nordholz gestartet. Im Laufe des Monats und an zwei Terminen im August geht es weiter. Geplant sind insgesamt 15 Flüge, um die Seehunde aus der Luft zu zählen. Die Seehundzählungen stehen zeitgleich auch in Schleswig-Holstein, Dänemark und den Niederlanden an. Im US-amerikanischen San Rafael traut die Polizei ihren Augen kaum, als sich ein Robbenbaby auf der Straße verirrt.

Dass die Seehundzählflüge auf die Sommermonate fallen, hat einen guten Grund: Denn bei Niedrigwasser tummeln sich die Meeressäuger häufig auf den Sandbänken, um in der Sonne zu baden, das Fell zu wechseln oder sich um ihren Nachwuchs zu kümmern. Die ersten Seehundbabys sind bereits geboren. Vom Flugzeug aus können sie an Land einfacher gezählt werden. Die Wissenschaftler des LAVES gewinnen außerdem einen ersten Eindruck über den aktuellen Gesundheitszustand der Meeresbewohner.

Erste Seehundbabys an der Nordseeküste geboren – Bestand hat sich erholt

Die Seehundpopulation in Niedersachsen wird bereits seit 1958 systematisch erfasst. Die jährlichen Zählungen, bei denen niedersächsische Jäger ehrenamtlich unterstützen, geben einen genauen Überblick über den Bestand. Dieser zeigte im Sommer 2002 eine dramatische Entwicklung. Durch die Seehundstaupe (Phocine Distemper Virus, PDV) kamen rund 3.900 Tiere ums Leben, nur knapp 3.500 blieben von der Viruserkrankung verschont. Seitdem erholt sich der Seehundbestand im Wattenmeer kontinuierlich, denn die Zahlen haben sich in den vergangenen Jahren auf hohem Niveau stabilisiert. 2021 wurden insgesamt 10.277 Seehunde an der niedersächsischen Nordseeküste erfasst.

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