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Weniger Seehunde im Wattenmeer: Grenze des Wachstums erreicht?

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Von: Lara-Sabrina Kiehl

Im August wurden im gesamten Wattenmeergebiet 23.652 Seehunde gesichtet. Das ist die seit 2011 niedrigste Zahl. Die Ursache dafür jedoch, noch unklar.

Im Juni und August, dann, wenn die bekannteste Robbenart im Wattenmeer ihr Fellkleid wechselt und bei Ebbe auf den Sandbänken die Sonne genießt, zählen Experten ganz genau nach. Sie wollen herausfinden, wie sich die Population der Säugetiere im Wattenmeer entwickelt. So auch in diesem Jahr: Die Ergebnisse sind zwar nicht alarmierend, aber doch etwas enttäuschend. Denn der Bestand der Seehunde hat sich um zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahr verringert.

Weniger Seehunde im Wattenmeer: Grenze des Wachstums erreicht?

Im August wurden im gesamten Wattenmeergebiet 23.652 Seehunde gesichtet. Das ist die seit 2011 niedrigste Zahl. Die Ursache dafür jedoch, noch unklar. (Symbolbild)
In diesem Jahr wurden im Wattenmeer weniger Seehunde als im Vorjahr gezählt. (Symbolbild) © Marc Schueler/Imago

Insgesamt konnten im August 23.652 Seehunde im gesamten Gebiet gesichtet werden. Die niedrigste Zahl seit 2011, wie das Wattenmeersekretariat mitteilt. „Bei rund zehn Prozent könnten es natürliche Schwankungen sein“, sagt eine Sprecherin des Sekretariats. Möglicherweise habe der heiße Sommer dazu geführt, dass weniger Tiere auf den Sandbänken lagen.

„Wir sind nicht alarmiert“, betonte sie. Man würde allerdings sehr genau beobachten, wie sich die Population verändere. Eventuell sei eine Grenze des Wachstums erreicht. Durchaus könnte es aber auch an dem Schiffsverkehr liegen. Eine Studie zeigt, dass Seehunde musikalisches Taktgefühl besitzen.

Weniger Seehunde im Wattenmeer: Rückgang beim Nachwuchs um 22 Prozent

Die Zählergebnisse der Seehundbabys vom Juni hatten einen Rückgang des Nachwuchses um 22 Prozent gezeigt, dabei wurden 8.514 Jungtiere im Wattenmeer gezählt. Im Jahr zuvor waren es noch 10.903. In allen Teilen des Wattenmeers wurden rückläufige Zahlen beobachtet: In Dänemark sank die Zahl der Jungtiere um 18 Prozent, in Schleswig-Holstein um 25 Prozent, in Niedersachsen und Hamburg um 17 Prozent.

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Zum jährlichen Fellwechsel im August ging die Zahl der gezählten Seehunde ebenfalls in nahezu allen Gebieten zurück. Einzig in Dänemark wurde ein Anstieg verzeichnet. In Schleswig-Holstein wurden 8.384 Seehunde gezählt (minus 5 Prozent) und auf Helgoland 98 Seehunde (minus 16 Prozent). In Niedersachsen und Hamburg sank die Zahl deutlich auf 4.822 (minus 42 Prozent). Bei einem Meeresbiologen ist eine Robbe eingebrochen und hat dabei eine Katze traumatisiert.

Weniger Seehunde im Wattenmeer: nähert sich Bestand der Kapazitätsgrenze?

In Niedersachsen und Hamburg könnten geänderte Erhebungsmethoden in einem Teil des Gebiets, dazu geführt haben, dass weniger Tiere gezählt wurden. Diese Änderung könne den Rückgang der Zahlen jedoch nur teilweise erklären. Möglicherweise nähere sich der Bestand der Kapazitätsgrenze des Wattenmeeres an und werde durch begrenzte Ressourcen, wie zum Beispiel Nahrung, eingeschränkt. Seehunde gelten als ein wichtiger Bioindikator für den Lebensraum Wattenmeer. Anzahl und Gesundheitszustand lassen auch Rückschlüsse auf die Wasserqualität und den Fischbestand zu, berichtet dpa.

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