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Was Hausschweine und Wildschweine gemeinsam haben

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Wildschwein und Mastschwein unterscheiden sich optisch voneinander. Doch in ihrem Verhalten sind Hausschweine den Wildtieren sehr ähnlich.
In ihrem Verhalten sind Hausschweine den Wildschweinen sehr ähnlich. (Symbolbild) © Steve Bauerschmidt/Imago

Wildschwein und Mastschwein unterscheiden sich optisch voneinander. Doch in ihrem Verhalten sind Hausschweine den Wildtieren sehr ähnlich.

London – Ein internationales Forscherteam fand heraus, dass europäische Hausschweine kaum noch genetische Übereinstimmung mit asiatischen Wildschweinen haben. Das ist erstaunlich, denn eigentlich wurde das Tier in Asien domestiziert und kam vor etwa 8.500 Jahren auf unseren Kontinent. Der Grund für die familiäre Entfremdung: Bis ins 19. Jahrhundert wurden Hausschweine nicht in Ställen, sondern auf Weiden gehalten. Dort hatten sie regelmäßig Kontakt zum europäischen Wildschwein – und paarten sich mit diesem. So verlor sich nach und nach das nahöstliche Erbgut und das europäische Wildschwein setzte sich durch. Seit etwa 200 Jahren haben Mastschweine kaum noch Kontakt zur Außenwelt und erst recht nicht zum Wildschwein. Trotzdem haben sie noch viel gemeinsam. 

Optisch unterscheiden sich Wild– und Hausschwein stark

Ob wild oder im Stall – beide Schweinearten gehören zur Familie der echten Schweine. Doch optisch unterscheiden sich die Varianten stark: Während das Hausschwein eher gedrungen ist, mit kurzen Beinen und langem Rücken, besitzt das Wildschwein lange Beine, mit denen es schnell ins Unterholz fliehen kann. Die Wildsau besitzt ein dichtes Fell, das sie vor Hitze und Kälte schützt. Das domestizierte Schwein hat sein Unterfell verloren, sodass die Haut rosa durchschimmert.

Steckbrief Hausschwein:

Steckbrief Wildschwein:

Wild- und Mastschweine haben die gleichen Vorlieben

Obwohl Hausschweine schnell zutraulich werden, wohingegen Wildschweine gefährliche Wildtiere sind, sind sie sich in ihrem Verhalten noch sehr ähnlich. Auch wenn Mastschweine in der Regel ihr Futter nicht mehr selbst suchen müssen, haben beide Schweinearten noch ähnliche Vorlieben. Die Paarhufer sind Allesfresser und mögen gerne alles, was sie mit ihrer guten Nase auf dem Waldboden finden: Eicheln, Wurzeln, Pilze, Bucheckern oder Kartoffeln, genauso wie Schnecken, Würmer oder Aas. Dabei hält die Futtersuche die Tiere beschäftigt, denn Schweine sind clever und langweilen sich schnell. Wird das Schwein im Stall gehalten, braucht es daher eine andere Aufgabe, um glücklich zu bleiben.

In jedem Hausschwein steckt noch ein Wildtier

Haben Hausschweine eine Freifläche, wo sie sich bewegen können, zeigen sie schnell das gleiche Verhalten wie Wildschweine: Sie wühlen ihr Futter aus der Erde, auch wenn sie das zuvor nie nötig hatten. Um sich abzukühlen, suchen sich Wild- wie Hausschweine ein Schlammloch, indem sie sich suhlen können. Die Tiere sind sehr sozial und brauchen Gesellschaft. Am liebsten liegen sie dicht bei- oder aufeinander. Sauen und Brachen leben in Gruppen, sogenannten Rotten zusammen. Dabei gibt es eine feste Rangordnung. Männliche Schweine, Eber, beziehungsweise Keiler, sind dagegen in der Regel Einzelgänger. Auch physisch passen sich Hausschweine draußen ihrer Umwelt an: Wird es kälter, bekommen auch sie ein dichteres Fell.

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