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Wildtiere im Winter: Die cleveren Überlebensstrategien von Fuchs, Hase & Co.

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Von: Nina Marie Jarosch

Wildtiere sind im Winter den eisigen Temperaturen ausgeliefert. Jede Tierart hat aber ihre cleveren Strategien, um die kalte Jahreszeit zu überleben.

Hamburg – Wenn draußen der Winter alles mit Schnee und Eis überzieht und wir Menschen uns in unsere wohlig warmen Betten kuscheln, sind Wildtiere wie Fuchs, Hase & Co. dem Wetter völlig ausgeliefert. Aber jede Tierart hat zum Glück ihre eigene, clevere Überlebensstrategie, um gut durch den Winter zu kommen. Wir verraten, warum sich Faulheit bezahlt macht, kalte Füße gut sind und wer auf Frostschutzmittel setzt.

Wildtiere im Winter: Die cleveren Überlebensstrategien von Fuchs, Hase & Co.

Ein dickes Fell hält Fuchs, Feldhase sowie Wildschwein und Rotwild im Winter warm. Das Fell ist zu dieser Jahreszeit besonders lang, dicht und hat Haare mit einer gewellten Schafstruktur. Kälte abweisende Wollhaare isolieren unter dem Deckhaar mit Luftpolstern, wie eine wärmende Thermo-Unterwäsche. Mit einem besonders dichten Fell kann auch der Fischotter der Kälte trotzen. Bei ihm wachsen 50.000 Haare etwa auf der Fläche eines Daumennagels. So lässt sich die kalte Jahreszeit aushalten. Außerdem haben sich die Wildtiere vor dem Winter eine dicke Speckschicht angefressen, um davon notfalls zehren zu können.

Ein Rotfuchs streift im Schnee über ein Feld. (Symbolbild)
Das Fell von Füchsen ist im Winter besonders dicht und schützt sie gut vor der Kälte. (Symbolbild) © Design Pics Editorial/Imago

Wildtiere im Winter: Eine gute Portion Schmierfett

Die Meister der Isolation durch Luft sind die Vögel. Sie plustern ihr dichtes Federkleid einfach auf, um mit Luft zwischen den Federn eine Isolationsschicht zu schaffen. Vögel und auch andere Wildtiere, die im Wasser leben, brauchen außerdem eine gute Portion Schmierfett. So haben zum Beispiel Enten dafür extra eine Fettdrüse am Schwanz. Mit dem Schnabel verteilen sie dieses Fett auf dem Gefieder. So wird es wasserabweisend und ist zusätzlich vor dem Auskühlen geschützt. Lesen Sie auch, wie man Wildvögel im Winter richitg füttert.

Wildtiere im Winter: Frostschutzmittel und Winterstarre

Statt aufplustern haben Mücken eine ganz andere Strategie – sie schrumpfen! „Dafür scheiden sie überschüssige Körperflüssigkeit aus. In die verbleibende Flüssigkeit wird ein Zucker eingebaut, der wie ein Frostschutzmittel wirkt“, erklärt Eva Goris, Pressesprecherin der Deutschen Wildtier Stiftung. Bei sinkenden Temperaturen verkriechen sich Insekten dann in kleinen Holzritzen, unter der Erde oder in Laubhaufen. Dort verfallen sie in eine Art Winterstarre, aus der sie erst wieder erwachen, wenn es wärmer wird.

Wildtiere im Winter: Der Trick mit den kalten Füßen

Kalte Füße sind für Wasservögel im Winter wichtig. Hätten sie warme Füße, würde sie das Eis auf dem sie stehen, erst antauen und dann im Schmelzwasser festfrieren lassen. Ihr Trick ist ein ganz spezieller Kreislauf, bei dem nur wenig Blut vom Körper in die Vogelfüße strömt. Auf dem Weg nach unten in die Füße kühlt das Blut von etwa 40 Grad auf sechs Grad ab. So können Wasservögel mit ihren kalten Füßen problemlos auf zugefrorenen Teichen stehen, ohne festzufrieren.

Wildtiere im Winter: Magenverkleinerung und Energiesparer

Sobald die Temperaturen sinken, ist für den Rothirsch Energiesparen angesagt. Als Pflanzenfresser findet er im Winter nur wenig zu fressen, daher muss jede Form von Aktivität gut überlegt sein, um nicht unnötig Kalorien zu verschwenden. Eine seiner Strategien ist die Magenverkleinerung. Sein Pansen fasst jetzt nur noch halb so viel Nahrung wie im Sommer. Außerdem fährt er den Stoffwechsel herunter und verharrt, wenn möglich, still in der Landschaft. Das macht den Rothirsch zum idealen Energiesparer im Winter. 

Wildtiere im Winter: Unterschied von Winterschlaf und Winterruhe

Winterschlaf und Winterruhe sind nicht das Gleiche. Tiere, die Winterschlaf halten, verschlafen im wahrsten Sinne des Wortes die kalte Jahreszeit und setzen dafür sowohl Körpertemperatur als auch alle Körperfunktionen auf Sparflamme. Echte Winterschläfer sind laut dem NABU (Bund Naturschutz) kleine Säugetiere wie Fledermäuse, Siebenschläfer, Hamster und Murmeltiere. Bei der Winterruhe wird die Körpertemperatur nicht abgesenkt, aber viel geschlummert und ausgeruht. Einmal täglich gehen die Tiere auf Futtersuche. Winterruhe halten unter anderem Dachs, Eichhörnchen, Waschbär und Braunbär. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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