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Wildvögel im Garten: Tipps zu geeigneter Nahrung und Erster Hilfe

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Die Wildvögel-Population geht in Deutschland immer weiter zurück. Tipps für eine sinnvolle Fütterung und wie Sie einem verletzten oder kranken Tier richtig helfen.

Eine kleine Blaumeise sucht nach Futter im Winter. (Symbolbild)
Der Naturschutzbund Deutschland empfiehlt, Wildvögel im Winter zu füttern. (Symbolbild) © Chromorange Julia Naether/Imago

Bonn – Vom kleinen Spatz bis zu Amsel, Falke, Storch und Möwe – die Vogelvielfalt in Deutschland ist auf den ersten Blick groß. Doch die Vogelschar wird immer kleiner. Das zeigen Daten des Bundesamts für Naturschutz (BfN) und des Dachverbands Deutscher Avifaunisten (DDA). Zwischen 1992 und 2016 ging die Zahl der Brutvögel hierzulande um 14 Millionen zurück. Einige Arten drohen ganz aus Wald und Wiesen zu verschwinden – etwa der Vogel des Jahres 2020, die Turteltaube. Von ihr gibt es laut NABU nur noch etwa 12.500 bis 22.000 Brutpaare. Trotzdem sterben etwa zwei Millionen Vögel europaweit jährlich durch legale und illegale Jagd.

Wildvögel im Garten: Tipps zu geeigneter Nahrung und Erster Hilfe

Am Anblick von Blaumeise, Rotkehlchen & Co. erfreuen sich viele Menschen. Doch hilft es den Tieren, Sie im heimischen Garten zu füttern? Der NABU empfiehlt dies nur dann, wenn die Vögel in der Natur kein anderes Futter finden, beispielsweise im Winter. Klar ist jedoch auch: Zum Erhalt bedrohter Arten trägt das Zusatzfutter nicht bei, es profitieren vor allem ungefährdete Vogelarten wie die Amsel. Futterspender verhindern, dass Samen und Kerne mit Kot in Kontakt kommen und sich Krankheitserreger unter den Tieren verbreiten. Wer dagegen lieber ein Vogelhäuschen aufstellt, muss dieses regelmäßig reinigen.

An der Futterstelle sollte es nur natürliches Futter wie Samen oder Nüsse geben. Brot und andere Backwaren sind dagegen ungeeignet. Sie bieten keinerlei Nährwert für Vögel, verderben und schimmeln schnell. Als Basisfutter eignen sich Sonnenblumenkerne, die fast allen Vogelarten schmecken. Von April bis Juli ist Vorsicht beim Füttern geboten. Dann sind die Elterntiere auf der Suche nach Nahrung für ihre Jungen. An Sonnenblumenkernen oder großen Nussstücken können diese leicht ersticken. Futter mit zu viel Fett bereitet den Jungvögeln dagegen Verdauungsprobleme. Stattdessen sind frische oder getrocknete Insekten laut NABU gut geeignet.

Wildvögel im Garten: Was ist zu tun bei Vogel-Notfällen?

Ein Junges ist aus dem Nest gefallen, ein Vogel gegen die Scheibe geprallt – jetzt ist schnelle Hilfe gefragt! Doch bei der Erstversorgung verletzter oder kranker Wildvögel können viele Fehler passieren. Wer einen hilflosen Vogel findet, setzt diesen am besten zunächst in einen Karton mit Deckel, der mit Luftlöchern ausgestattet ist. Als zusätzliche Polsterung ist ein Handtuch gut geeignet. Viele Tiere erholen sich nach einigen Stunden wieder und können in die Natur entlassen werden. Ein fittes Tier lässt sich beispielsweise an einem wachen Blick und glattem Gefieder erkennen. Zudem sind keine Fehlstellungen der Flügel oder Füße sichtbar. Bleibt der Vogel apathisch, sollte er am besten zu einem Tierarzt mit Vogelwissen oder einer Wildvogelstation gebracht werden. Bis dahin sollten Vogel-Finder einige Dinge in jedem Fall beachten:

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