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Ziegen sind sehr aktiv und brauchen viel Bewegung. Weidehaltung ist für sie optimal. (Symbolbild)

Intelligente Paarhufer

Ziege als Haustier: Alles zu Haltung, Futter und Pflege

Ziegen gelten als eigensinnig und intelligent. Was Halter berücksichtigen sollten, wenn sie Stall und Weide einrichten, welches Futter sich eignet und wieso Krallenpflege so wichtig ist. 

Bonn – Eine vom schweizerischen Nationalfonds (SNF) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierte Studie zeigt: Ziegen sind intelligente Tiere und wollen dementsprechend gefördert werden. Bei einem Versuch testeten Wissenschaftler, wie Ziegen reagieren, wenn sie auf eine Herausforderung stoßen. Dabei zeigte sich, dass die Tiere ihr Futter gerne selbst verdienen. Welche Rolle spielt diese Erkenntnis für die Haltung der Tiere?

Ziege als Haustier: Kletter- und Ausbruchskünstler

Ziegen sind sehr aktiv. Deswegen brauchen sie viel Platz, um sich ausreichend Bewegung zu verschaffen. Optimal für Ziegen geeignet ist die Weidehaltung. Mit unwegsamem Gelände kommen die Paarhufer dabei gut klar. So können sie auch auf Flächen stehen, die anderen Tierarten zu steil sind. Ziegen sind wahre Kletterkünstler und lieben es, ihre Umgebung von oben zu betrachten. Wer die Tiere hält, sollte ihnen deshalb ausreichend Möglichkeiten zum Kraxeln anbieten. Gut dafür geeignet sind beispielsweise Strohballen, Baumstämme oder hölzerne Bänke bzw. Tische. Aber Vorsicht: Platziert der Halter diese zu nah am Zaun, besteht die Gefahr, dass die Tiere ihn überwinden. Ziegen sind regelrechte Meister im Ausbrechen. Von der Flucht kann sie beispielsweise ein hoher, stabiler Holzzaun abhalten. 

Ziege als Haustier: In der Ziegenherde gibt es eine strenge Ordnung

Ziegen sind Herdentiere, weshalb sie immer mindestens einen Partner brauchen. Noch besser ist es, die Tiere in größeren Gruppen zu halten. Innerhalb einer Herde besteht eine strikte Rangordnung. Kleine Kämpfe oder Rangeleien sind deshalb nicht ungewöhnlich. Bei der Ziegenhaltung ist es wichtig, den rangniedrigeren Tieren ausreichend Platz zum Ausweichen zur Verfügung zu stellen. Ungünstig sind enge Gänge oder Sackgassen. Eine größere Anzahl Futter-, Trink- und Liegeplätze sorgen dafür, dass es auch Tieren, die in der Rangordnung unten stehen, gut geht. 

Ziege als Haustier: Die optimale Ernährung

Das richtige Futter ist für die Gesundheit von Ziegen entscheidend. Als Wiederkäuer brauchen sie im Sommer stets frisches Grünfutter, das sie in der Regel auf der Weide finden. Wer will, kann auch noch etwas Heu zufüttern. Im Winter deckt es den Grundbedarf ganz. Besonders wichtig ist, dass das Futter schimmelfrei und nicht verdorben ist. Minerallecksteine sichern beispielsweise den Natriumbedarf der Tiere. Als Leckerchen zwischendurch eignen sich Obst, Karotten oder Kartoffeln. Trächtige Ziegen und solche, die Kitze säugen, haben einen erhöhten Nährstoffbedarf. Hier ergibt es Sinn, zusätzliches Saft- und Kraftfutter zur Verfügung zu stellen. 

Ziege als Haustier: Die Krallenpflege ist das A und O 

Viel Pflege brauchen Ziegen nicht: Scheren oder Waschen der Tiere ist überflüssig. Jedoch sollten Besitzer die Krallen der Paarhufer im Blick behalten. Wildziegen nutzen diese automatisch ab, wenn sie sich auf felsigem Untergrund fortbewegen. Auf der Weide oder im Stall  ist dies nur schwer möglich. Etwa zweimal pro Jahr sollte das Klauenhorn daher gestutzt werden. Dafür eignen sich eine Krallenschere oder ein Klauenmesser. Unerfahrene Besitzer laufen Gefahr, die Tiere dabei zu verletzen. Vor dem ersten Stutzen informieren sie sich daher am besten bei erfahrenen Ziegenhaltern über die richtige Technik.